Werder hält (endlich) zusammen, ist aber lieber noch vorsichtig

Wieder eine Familie

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Mannschaft und Fans traten in Nürnberg als Einheit auf - mit Erfolg.

Nürnberg (kni) · Die berühmte Werder-Familie – ihr Ruf hatte in den vergangenen Monaten ganz schön gelitten. Hauptverantwortlich dafür: eine Mannschaft, die keine war. Der Trainerstab hatte sich lange Zeit vergeblich gemüht, die Ansammlung von zu vielen Egoisten zu einen.

Doch spätestens nach dem 3:1-Sieg in Nürnberg hängt der Haussegen nicht mehr schief. Das Team präsentierte sich im Frankenland als Einheit. Als Grund dafür wurde auch die Arbeit von Mentalcoach Jörg Löhr genannt. Doch, so Doppel-Torschütze Sandro Wagner, Löhr sei nur ein Mosaikstein: „Es ist ein Verdienst der Physiotherapeuten, der Trainer, der Mannschaft, der vielen Mitarbeiter im Verein und natürlich der Fans. Nur so können wir bestehen.“ Die Werder-Familie lebt!

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Aber sie lässt die rosaroten Brillen in der Schublade. Auch nach vier Spielen ohne Niederlage, mit zwei Siegen und zwei Unentschieden, herrscht große Vorsicht. „Wir sind bei weitem noch nicht durch“, warnt Per Mertesacker. „Wenn wir nächste Woche gegen Stuttgart verlieren, sind wir wieder voll drin im Schlamassel“, mahnt Tim Borowski. Und Clubchef Klaus Allofs stellt zum Thema Krise klar: „Für mich ist sie erst beendet, wenn uns nichts mehr passieren kann.“

Die „Mission“, wie Borowski den Kampf um den Klassenerhalt nennt, geht also weiter – wenn auch mit einer Unterbrechung. Denn der Ligabetrieb ruht am kommenden Wochenende, weil die Nationalmannschaften an der Reihe sind. Aus Werder-Sicht eigentlich ein denkbar unglücklicher Zeitpunkt. Doch Borowski widerspricht: „Das bietet uns die Möglichkeit, die Fehler, die wir immer noch machen, weiter aufzudecken und zu bearbeiten.“

Das Defensivverhalten dürfte da eher weniger ein Thema werden. Denn – abgesehen von den Anfangsminuten – verteidigte Werder nahezu perfekt. „Nürnberg hatte kaum eine Chance“, verkündete Trosten Frings nicht ohne Stolz. Kein Wunder, denn Werder belegt Rang zwei im Rennen um die Schießbude der Liga. Nur Schlusslicht Mönchengladbach kassierte bislang mehr Gegentreffer. Das Nürnberger Tor von Ilkay Gündogan konnte, weil abgefälscht und letztlich folgenlos, schnell abgehakt werden. Stattdessen lobte Borowski die neue (Familien-)Hilfe auf dem Platz: „Wir sind füreinander da.“

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