Elf Männer nach brutalem Überfall auf Werder-Fans vor Gericht

„Wie im Rausch“

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Einer von elf angeklagten Anhängern des Fußballvereins Arminia Bielefeld sitzt am 05.11.2012 im Landgericht in Bielefeld an seinem Platz und verbirgt sein Gesicht. Sie sollen nach einem Spiel Fans von Werder Bremen überfallen, verletzt und beraubt haben. Einer von ihnen ist wegen versuchten Mordes angeklagt.

BIELEFELD - Ein halbes Jahr nach dem brutalen Überfall auf Werder-Fans in Bielefeld hat gestern der Prozess vor dem Landgericht Bielefeld begonnen. Zum Auftakt gaben mehrere der elf Angeklagten zu, die Werder-Anhänger nach dem Drittliga-Spiel am 5. Mai überfallen zu haben. Dabei hatte ein 26 Jahre alter Bremer Fan schwere Kopfverletzungen erlitten.

Der Hauptangeklagte, Philipp G. aus Espelkamp, muss sich wegen versuchten Mordes in zwei Fällen verantworten. Der Mann habe beiden Opfern gegen den Kopf getreten und dabei deren Tod in Kauf genommen, heißt es in der Anklage. Seine Mitstreiter müssen sich wegen versuchten Raubes und wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Der Anklage zufolge hatten die Bielefelder Fans verabredet, nach dem Spiel einigen Bremern die Fahnen abzunehmen. Der 20 Jahre alte Philipp G., gegen den erst kurz zuvor wegen eines Trittes gegen einen Polizisten im Stadion von Rot-Weiß Erfurt ein Stadionverbot verhängt worden war, berichtete, dass er seit etwa drei Jahren Arminia-Spiele besucht und dabei auf gewaltsame Auseinandersetzungen hofft. Als er dann am 5. Mai angerufen wurde, um an der Aktion teilzunehmen, habe sich dieses Gefühl wieder gemeldet: „Es lag für mich in der Luft, dass es Gewalt geben würde.“ Seit dem Vormittag hätte er bereits Bier und Wodka getrunken. Als es dann losging, sei er auf die Bremer zugerannt, habe einen am Boden sitzenden Mann ins Gesicht geschlagen und in den Bauch getreten, berichtete der Malergeselle und Hobby-Kick-Boxer. An einen Tritt gegen den Kopf könne er sich nicht erinnern. Einem zweiten Werder-Fan habe er mit der Faust ins Gesicht geschlagen, dann mit Wucht zugetreten: „Ich war wie im Rausch.“ Den Kopf hätte er allerdings nicht voll getroffen. Ähnlich beschrieben die anderen Angeklagten die Szenen des 5. Mai.

Die beiden verletzten Opfer aus Bremen sind Nebenkläger. Der 26-Jährige, der zuerst geschlagen und getreten wurde, erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Tagelang schwebte er in Lebensgefahr. Der Anwalt sagte, sein Mandant habe zwar wenig akute Beschwerden, müsse aber sein Leben lang eine Art Drainage im Kopf tragen. Das zweite Opfer kam mit blauen Flecken und Schürfwunden davon.

Zunächst sind 14 Verhandlungstage angesetzt. 21 Zeugen sind geladen. Außerdem soll ein Video gezeigt werden, das Zivilpolizisten gedreht haben. · dpa

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