Deiche werden nicht erhöht, also braucht und bekommt die Fußball-Arena einen speziellen mobilen Mantel

Weserstadion mit eigenem Hochwasserschutz

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Das Weserstadion soll einen eigenen Hochwasserschutz bekommen.

Bremen - Sturmtief „Xaver“ hat die Gefahr Ende des vergangenen Jahres mehr als deutlich gemacht: Wenn Hochwasser auf Sturmflut trifft, dann droht das Weserstadion abzusaufen.

Nur wenige Zentimeter fehlten in jener Nikolaus-Nacht vor dem Bundesliga-Spiel gegen Bayern München und die Weser wäre über die Deiche getreten, hätte die Pauliner Marsch und mit ihr das Weserstadion geflutet. Ein Schaden in unermesslicher Höhe wäre die Folge gewesen. Weil eine Bedrohung wie durch „Xaver“ jederzeit wieder auftreten kann, wird nun reagiert. Das Weserstadion soll im kommenden Jahr ein eigenes Hochwasser-Schutzsystem bekommen. Das ist der Wunsch des Beirats „Östliche Vorstadt“, der auf den Empfehlungen und Ratschlägen mehrerer Experten fußt.

„Die Anforderungen an das Schutzsystem sind klar. Jetzt müssen wir in den kommenden Monaten ein Konzept zur Umsetzung erarbeiten“, sagt Heinz-Günther Zobel, Geschäftsführer der Bremer Weserstadion GmbH (BWS). Dabei geht es im Wesentlichen um drei Punkte. Die Arena braucht einen Hochwasserschutz, der binnen 24 Stunden – so kurz ist die Vorwarnzeit – errichtet werden kann. Die Arena muss dennoch weiter auf dem Landweg erreichbar sein. Und das Grundwasser muss im Hochwasserfall vom Stadion ferngehalten werden, weil es sonst nach oben drücken würde. Ein dem Stadion Richtung Innenstadt vorgelagertes Pumpensystem ist folglich notwendig.

All das wird Millionen Euro kosten, ist aber offenbar alternativlos. Denn die Weserdeiche an der Pauliner Marsch könnten zwar erhöht werden, doch das würde Proteste und wohl jahrelange juristische Gegenmaßnahmen anderer Weseranlieger (die dann das Wasser und damit den Schaden hätten) nach sich ziehen. Mit anderen Worten: Die Pauliner Marsch bleibt Überflutungsgebiet, das Weserstadion muss im Falle des Falles aber zu einer Insel gemacht werden.

Vorgesehen ist es, gewissermaßen eine Mauer in noch unbekanntem Abstand um die Spielstätte von Werder Bremen zu ziehen. Teils mit festinstallierten Schutzwänden, teils mit mobilen Elementen. Auch an einen Erdwall, also einen klassischen Deich, wird gedacht. „Alles ist möglich. Wir denken, dass wir das insgesamt vernünftig lösen können“, sagt BWS-Aufsichtsrat Manfred Müller. · csa

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