Werders wunderbarer Wahnsinn

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Jubel_ Claudio Pizarro feiert seinen Treffer zum 2:3

Genua - Von Arne Flügge - Wunder werden eigentlich nur an der Weser geschrieben – gestern Abend allerdings verlegte Werder Bremen den Wahnsinn an den Bisagno. 0:3 lag die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf im Rückspiel der Champions-League-Qualifikation bei Sampdoria Genua bereits zurück – am Ende stand es 2:3 nach Verlängerung. Werder hat’s geschafft!

Markus Rosenberg (90. + 3) sowie Claudio Pizarro mit dem entscheidenden 2:3 (100.) schossen Werder in die Champions League und dem Verein nach dem 3:1 im Hinspiel damit sichere 15 Millionen Euro in die Kasse, nachdem Giampaolo Pazzini (8./13.) und Antonio Cassano (85.) für Genua vorgelegt hatten. Die Auslosung findet morgen Abend (18.00 Uhr) in Monaco statt.

Die Noten der Werder-Spieler

Die Einzelkritik: Rosenberg rettet Werder

36 536 frenetische Zuschauer machten an einem schwülwarmen Sommerabend aus dem engen Estadio Luigi Ferraris von Genua schon vor dem Anpfiff einen feurigen Hexenkessel, zündeten Knallbomben und brannten bengalische Feuer ab. Und auf dem Platz folgte sofort das sportliche Feuerwerk. Bereits nach acht Minuten nutzte Giampaolo Pazzini einen Fehler von Petri Pasanen aus und köpfte – wenn auch hauchzart im Abseits – die frühe Führung für Sampdoria. Schon im Hinspiel hatte er seine Mannschaft mit seinem späten Tor zum 1:3 am Leben gehalten.

Nur fünf Minuten später traf erneut Pazzini – und Werder damit mitten ins Herz. Der Angreifer nahm eine Freistoßflanke von Marius Stankevicius volley und knallte die Kugel für Tim Wiese unhaltbar zum 2:0 (13.) mit voller Wucht in die Maschen. Genua hatte Wort gehalten, dem Gegner von Beginn an ein Teufelsspiel zu liefern – Werder war geschockt, hatte sich überrennen lassen, das Stadion hingegen stand kopf. Sampdoria war zu diesem Zeitpunkt in der Champions League.

Nichts für schwache Nerven: Eindrücke vom Spiel

Nervenkitzel über 120 Minuten

Die Bremer versuchten nun, sich zu wehren, kamen auch durch Tim Borowski zu einer guten Kopfballchance, die Genuas Keeper Gianluca Curci aber vereitelte (24.). Sampdoria nahm den Dampf etwas raus, blieb aber weiterhin brandgefährlich, weil Werder hinten einfach zu viel zuließ. So rettete Clemens Fritz nach einem Kopfball von – natürlich – Pazzini auf der Linie (40.) und verhinderte damit wie kurz darauf Wiese vor der Pause das totale Debakel: Der Keeper klärte per Fußabwehr gegen Antonio Cassano (44.).

Nach dem Wechsel ließen es die Gastgeber ruhiger angehen, setzten aber immer wieder Nadelstiche, um die Bremer Defensive zu beschäftigen. Werder hatte zumindest optisch ein Übergewicht, brachte aber weiterhin kaum Zwingendes zustande. Wenig durchdachte Aktionen, überhaupt keine Torgefahr – das war viel zu wenig. Schaaf reagierte, brachte für den indisponierten Tim Borowski nun Marko Arnautovic (63.). Werder baute mehr Druck auf, Sampdoria wirkte mit den Kräften am Ende. Doch so langsam lief den Bremern auch die Zeit davon. Ein Tor – und die Hanseaten würden in der Champions League stehen. Doch eben dieser eine Treffer fehlte. Auch Per Mertesacker hatte mit einem Kopfball kein Glück (70.).

Besser machte es auf der anderen Seite Antonio Cassano, der mit seinem Tor zum 3:0 für die vermeintliche Entscheidung sorgte (85.). Doch als sich die Tifiosi schon aufs Jubeln eingestellt hatten, traf der eingewechselte Rosenberg mit einem satten Rechtsschuss (90.+3) doch noch zum 1:3 und erzwang die Verlängerung. Unglaublich: Der Schwede war nur aufs Feld gekommen, weil Wagner mit seinem blutverschmierten Trikot nach einer Kopfverletzung nicht weitermachen durfte und es zu lange gedauert hätte, Ersatz aus der Kabine zu holen.

Die Bremer waren nun klar am Drücker. Und Werder belohnte sich für einen starken Schlussspurt: Nach einer tollen Vorarbeit von Marin hämmerte Pizarro den Ball zum entscheidenden 2:3 ins Sampdoria-Tor (100.).

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