Werders Winter-Personalplanung geht jetzt richtig los / Ruiz bleibt heißes Thema

Skripnik schaut genau hin – und Eichin scoutet schon

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Sichten für Werder: Thomas Eichin (rechts) und Rouven Schröder sind heute gemeinsam unterwegs.

Bremen - Der neue Coach gönnte sich mal einen Tag Ruhe. Ohne Fußball, ohne Medientermine – einfach ein bisschen Zeit mit der Familie wollte Viktor Skripnik gestern verbringen. Entspannen und abschalten, denn schon heute geht es für den Werder-Trainer und sein Team mit Volldampf weiter. Der 44-Jährige hat zwei öffentliche Einheiten angesetzt.

Dabei steht die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Stuttgart am Samstag (18.30 Uhr) im Mittelpunkt. Werder will einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf schlagen, vorbeiziehen und endlich den letzten Tabellenplatz in der Bundesliga loswerden.

Es geht aber ab sofort auch schon ein bisschen um die Zeit danach und damit um Werders Zukunft. Der Verein denkt intensiv über Verstärkungen in der Winterpause (beginnt am 21. Dezember) nach. Und Skripnik soll in den kommenden Wochen ganz genau hinschauen, wie sich die Mannschaft entwickelt, auf welchen Positionen er Bedarf sieht – oder wen er aus dem aktuellen Kader für verzichtbar hält. Bisher hat der ukrainische Chefcoach noch keine Wünsche oder Empfehlungen geäußert. „Dafür ist es noch viel zu früh. Wir geben ihm da erst mal die nötige Zeit, um sich ein genaues Bild zu verschaffen. Er soll mit der Mannschaft arbeiten – und dann gucken wir mal, wer sich in den Vordergrund spielen kann. Ob zum Beispiel ein Ludovic Obraniak eine andere Rolle einnimmt als bisher“, sagte gestern Sportchef Thomas Eichin.

Die bisherigen Planungen des Vereins werden durch den Trainerwechsel mehr oder weniger über den Haufen geworfen – weil Skripnik eben andere Vorstellungen haben dürfte als sein vor anderthalb Wochen entlassener Vorgänger Robin Dutt. „Eventuell gibt es da eine neue Ausrichtung“, meinte Eichin. Nicht neu ist dagegen das Anforderungsprofil potenzieller Zugänge. „Ein neuer Mann im Winter muss sofort etwas bringen, sofort stechen“, betonte Eichin.

Obraniak war das als bisher letzter Winter-Verpflichtung nicht gelungen. Der im Januar für knapp zwei Millionen Euro aus Bordeaux geholte polnische Nationalspieler hatte zwar einen ordentlichen Start in Bremen, war dann aber verletzt, spielte unter Dutt anschließend keine Rolle mehr, äußerte öffentlich Wechselgelüste und ist erst jetzt bei Skripnik wieder auf dem aufsteigenden Ast.

Dass Obraniak nicht gleich die erhoffte Verstärkung war, schreckt Eichin jedoch nicht ab. Er hat längst den nächsten Kandidaten für eine Soforthilfe in der Rückrunde in der Pipeline: Bryan Ruiz (29). Dessen Berater hatte unlängst bestätigt, dass der Kapitän von WM-Viertelfinalist Costa Rica (bis Sommer 2015 beim englischen Zweitligisten FC Fulham unter Vertrag) im Winter gerne nach Bremen kommen würde. Gibt Skripnik dafür sein Okay, gibt Eichin in dieser Personalie Gas. Das Interesse am erfahrenen Offensivmann ist ungebrochen, bestätigte der Werder-Sportchef: „Ein interessanter Spieler, der gut zu uns passen würde, aber eben auch ins Gefüge passen muss. Er steht nach wie vor auf unserer Liste und wird beobachtet.“

Das gilt allerdings auch für andere Spieler. Eichin selbst ist ab heute drei Tage lang unterwegs, schaut sich in mehreren Ländern nach Winter- oder Sommer-Verstärkungen für Werder um. Drei Spiele in Champions und Europa League umfasst die intensive Scouting-Tour, an der heute auch der für die Kaderplanung mitverantwortliche Sportdirektor Rouven Schröder teilnimmt. Eichin dazu: „Wir machen unseren Job, wollen vorbereitet sein. Es gibt aber noch nichts Konkretes.“ Geld für Zukäufe ist da. „Nicht acht Millionen Euro, wie kolportiert wurde. Davon sind wir ganz weit weg. Aber wir können etwas machen“, sagte der 48-Jährige: „Es muss allerdings alles passen. Denn sonst machen wir es nicht.“

mr

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