Personeller Notstand, Einkaufsstopp – wie soll sich das Team da einspielen?

Werders Vorbereitung – ein Buch mit sieben Siegeln

Werder-Trainer Thomas Schaaf (M.) ist derzeit um seinen Job nicht zu beneiden: Die große Verletztenmisere sowie der verhängte Einkaufsstopp lassen keine optimale Vorbereitung zu. ·

Bremen - Wenn Klaus Allofs einen Blick auf die aktuelle Kaderliste seiner Mannschaft wirft, stellt sich beim Sportchef von Werder Bremen ein zufriedenes Gesicht ein.

„Mit dieser Mannschaft sind wir in der Lage, in der Bundesliga um die oberen Plätze mitzuspielen. Wir haben in Andreas Wolf, Mehmet Ekici und Lukas Schmitz gute Spieler geholt und dazu noch viele junge Talente“, sagt der 54-Jährige. Doch wenn der Werder-Boss die Verletztenliste in die andere Hand nimmt, gerät er ins Schaudern. „Bei einem Ausfall von gleich fünf Abwehrspielern sind wir förmlich dazu gezwungen, neue zu verpflichten“, verdeutlicht Allofs noch einmal. Ansonsten müsse der Verein „Einschränkungen machen, was die Konkurrenzfähigkeit angeht“.

Training am Samstag

Werder-Training am Samstag

Zwei Wochen vor dem DFB-Pokalspiel beim 1. FC Heidenheim und drei Wochen vor dem Bundesligastart gegen den 1. FC Kaiserslautern herrscht an der Weser weiterhin der personelle Notstand. Neben den fünf Defensivspielern Naldo, Sebastian Prödl, Per Mertesacker, Mikael Silvestre und Sebastian Boenisch dürfte auch Claudio Pizarro zum Saisonstart noch ausfallen. Zudem sind eine Vielzahl an Spielern (Denni Avdic, Sandro Wagner, Mehmet Ekici, Marko Arnautovic, Tim Wiese, Özkan Yildirim) angeschlagen, krank oder gerade erst auf dem Rückweg ins Mannschaftstraining. Eine fast schon katastrophale Situation für Trainer Thomas Schaaf. Eine gezielte Vorbereitung ist kaum möglich, geschweige denn, eine schlagkräftige Mannschaft einzuspielen. Auch im Trainingslager in Donaueschingen, das die Bremer ab morgen beziehen, wird Schaaf wieder mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. Werders Vorbereitung – ein Buch mit sieben Siegeln. Und: Die Leistungen der Mannschaft – wie zuletzt beim 0:0 gegen Chemnitz – scheinen unter den ganzen Umständen erheblich zu leiden.

„Auch in den letzten Jahren hatten wir große Probleme und haben es gemeinsam hinbekommen“, will Allofs zwar nicht zu schwarz malen, dennoch beharrt er weiterhin darauf, noch einen Abwehrspieler zu bekommen. Doch da stellt sich bekanntlich der Aufsichtsrat derzeit noch quer, der keine Gelder mehr freimachen will. „Wir befinden uns in einer ganz schwierigen Situation, weil wir nicht wissen, wann die verletzten Spieler zurückkehren“, erklärt Allofs, der auf den Konsens setzt – und auf die Einsicht des Aufsichtsrates.

Dessen Boss Willi Lemke weilt noch in seiner Funktion als UNO-Sonderbeauftragter bei der Copa America in Argentinien. Nach dessen Rückkehr, vermutlich am Montag, sollen nach Informationen dieser Zeitung nun Nägel mit Köpfen gemacht werden. Aufseher und Geschäftsführer wollen Argumente austauschen und nach Möglichkeiten suchen, um eine Lösung zu finden, „mit der beide Seiten leben können“, wie Allofs es bereits formuliert hatte. Welche Vorschläge und Argumente er noch in die Waagschale werfen wird, wollte der Sportchef freilich nicht ausplaudern. Allofs: „Das sind Dinge, die nicht in die Öffentlichkeit gehören.“

Die zuletzt völlig verhärteten Fronten scheinen somit etwas aufzuweichen. Die Fans, die in den Internetforen förmlich nach einer Verstärkung für die Abwehr schreien und den Aufsichtsrat für dessen starre Haltung heftig aufs Korn nehmen, wird’s freuen. Was freilich auch für Sokratis Papastathopoulos (23) gilt. Laut griechischen Medien hat sich der Innenverteidiger, obwohl schon lange in der Warteschleife, noch einmal für Bremen ausgesprochen. Er wartet jetzt auf (werder)-grünes Licht. · flü

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