Werders verletzter Kapitän verlässt das Trainingslager

Fritz: Abflug im Frust

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Bitter:Clemens Fritz packte gestern im spanischen Trainingslager des SV Werder die Koffer. Heute reist der am Hüftbeuger verletzte Kapitän zurück nach Deutschland, um sich in Berlin von einem Facharzt behandeln zu lassen.

Jerez - Von Cord Krüger. Der Kapitän muss seine Mannschaft zurücklassen: Heute steigt Werder Bremens Rechtsverteidiger Clemens Fritz in den Flieger – mit viel Frust und einer rätselhaften Verletzung im Gepäck. „Das nervt mich natürlich“, sagt der 33-Jährige.

Um endlich Gewissheit über den Grund seiner Beschwerden im rechten Hüftbeuger zu haben, verlässt Fritz das Bremer Trainingslager im spanischen Jerez und jettet direkt nach Berlin. Dort erwartet ihn der renommierte Facharzt Dr. Jens Krüger, „der mein volles Vertrauen hat“. Schließlich kennen sich beide seit 2007, als sich der Abwehrmann bei ihm einer beidseitigen Leisten-OP unterziehen musste. Morgen steht die Untersuchung an, und Fritz hofft, „dass keine weitere Operation Heute erstes Testspiel notwendig wird“. Doch es könnte passieren. Mit der möglichen Konsequenz einer mindestens vierwöchigen Zwangspause.

Schon seit knapp drei Wochen schleppt der 33-Jährige die Blessur mit sich herum. Im Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen war es passiert, Fritz musste für die Partie am darauffolgenden Tag passen. „Über die Weihnachtsfeiertage habe ich dann ein spezielles Reha-Programm absolviert und beim Trainingsauftakt ja auch schon wieder voll mitgemacht – aber danach habe ich es wieder gespürt“, schilderte Fritz gestern den Verlauf.

Trotzdem reiste er mit nach Jerez, arbeitete unter der Sonne Andalusiens individuell, fuhr zusammen mit den ebenfalls angeschlagenen Kollegen Zlatko Junuzovic und Mehmet Ekici Mountainbike und ließ sich weiter von Mannschaftsarzt Dr. Götz Dimanski untersuchen. „Dabei konnten wir einige Ursachen ausschließen“, berichtete Fritz. Näher muss sich damit nun der Spezialist an der Spree befassen. Vor dessen Diagnose mag der Werder-Profi nicht abschätzen, wie lange er ausfällt: „Erstmal bin ich noch optimistisch.“

Chefcoach Robin Dutt hat damit zwei Wochen vor dem Start in eine schwierige Bremer Rückrunde ein weiteres Problem. „Es tut weh, dass er jetzt das komplette Trainingslager ausfällt“, sagt der 48-Jährige mit Blick auf diese entscheidende Phase der Vorbereitung: „Das ist ein herber Verlust auf dem Platz – und abseits davon für die ganze Truppe.“

Vorläufig muss Theodor Gebre Selassie Fritz' Rechtsverteidiger-Rolle ausfüllen. Das hat er schon beim 1:0-Sieg gegen Leverkusen solide umgesetzt und soll es heute ab 15.30 Uhr im Testspiel gegen den niederländischen Ehrendivisionär NEC Nijmegen auf Werders Trainingsanlage im Golf-Resort vor den Toren von Jerez wieder tun. An eine Verpflichtung oder Ausleihe eines weiteren Außenverteidigers in der noch bis Ende Januar laufenden Transferperiode verschwendet Dutt vorerst keinen Gedanken.

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Tag drei im Trainingslager: Ekici muss pausieren

Theoretisch könnte heute auch Luca Zander aus der U 23, der derzeit den Profi-Kader ergänzt, hinten rechts spielen. „Er macht hier bisher einen ordentlichen Eindruck“, urteilt Dutt. Gleichzeitig stellt er jedoch klar, dass er angesichts der nur zwei Testspiele bis zum Rückrunden-Start gegen Eintracht Braunschweig nicht großartig experimentieren will: „Wir werden schon mit unserer stärksten Mannschaft auflaufen.“

Definitiv nicht dazu gehören Junuzovic, der nach seinem Haarriss im Fuß aber schon wieder mit dem Ball arbeitet, sowie Ekici wegen seiner Fußprellung und Mittelfeld-Kollege Felix Kroos. Sieben Wochen nach seinem Innenbandriss im Knie steht Kroos laut Dutt am dichtesten vor der Rückkehr ins Teamtraining. Ähnlich äußerte sich der 22-Jährige selbst: „Lange wird es nicht mehr dauern.“

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