Hart erkämpfter Heimsieg im kleinen Nordderby gegen Hannover 96 / Dutt kehrt zur Raute zurück

3:2 – Werders „riesige Befreiung“

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Wo ist Santiago Garcia? Die begeisterten Fans haben den Bremer Matchwinner verschluckt.

Bremen - Robin Dutt sah am Ende „nur noch Rot, nur noch Spieler des Gegners. Die letzten vier Minuten wollten einfach nicht vorbeigehen.“ Als dann aber die Nachspielzeit beendet und der Schlusspfiff ertönt war, brach es Sonntagabend aus dem Coach von Werder Bremen heraus.

Sein Team hatte Hannover 96 im kleinen Norddderby mit 3:2 (2:2) niedergerungen – und Dutt setzte zum Jubelsprint an. „Ich leugne gar nicht, dass eine große Last von mir abgefallen ist“, sagte er.

So ging es auch allen anderen Bremern. Endlich war die Serie von vier sieglosen Spielen in Folge beendet, der zweite Heimsieg der Saison vor 40 435 Zuschauern im Weserstadion unter Dach und Fach. Der Lohn ist der Sprung von Platz 13 hinauf auf acht. „Wir standen nach den vergangenen Wochen extrem unter Druck“, gestand Zlatko Junuzovic. Und deshalb, urteilte Cedric Makiadi, „war das Spiel eine riesige Befreiung für uns und die Fans.“ Matchwinner war Linksverteidiger Santiago Garcia, der kurz vor Schluss das 3:2 erzielte und damit den „Big Point“ (Sportchef Thomas Eichin) perfekt machte.

In Ermangelung eines echten Mittelstürmers hatte Dutt diesmal eine interessante Taktik gewählt. Die gute alte Werder-Raute – mit Felix Kroos als einzigem Sechser, davor Cedric Makiadi und Theodor Gebre Selassie, dann Aaron Hunt und im Angriff eine Doppelspitze mit Junuzovic und Eljero Elia. Zudem ersetzte Assani Lukimya den verletzten Sebastian Prödl im Bremer Abwehrzentrum.

Und dort wurde es nach zwölf Minuten erstmals gefährlich, doch der Kopfball von André Hoffmann landete genau in den Armen von Werder-Keeper Sebastian Mielitz. Die zweite gute Offensivaktion nutzten die Gäste dann zur Führung. Bremens Kapitän Clemens Fritz lief im eigenen Sechzehner Szabolcs Huszti in die Beine – Elfmeter für Hannover. Der Gefoulte, der den Strafstoß durch Herausstrecken seines Beins geschickt herausgeholt hatte, trat selbst an und verwandelte mit links flach ins rechte Eck. Für Hannover war es das erste Auswärtstor der Saison (20.). Doch was Huszti kann, kann Elia auch. Werders Niederländer ließ Salif Sané mit einem Übersteiger alt aussehen und fädelte ein. Wieder Elfmeter. Hunt, der gegen Frankfurt noch verschossen hatte, verlud „96“-Keeper Ron-Robert Zieler – 1:1 (25.).

Kurz darauf wechselte Hannovers Trainer Mirko Slomka zum ersten Mal aus, nahm seinen einzigen Stürmer (Artur Sobiech) wegen Achillessehnenproblemen runter (33.). „Ein bitterer Ausfall, das tat richtig weh“, seufzte der Coach. Er brachte Deniz Kadah, den Werder-Schreck. In der Vorwoche hatte der Stürmer im Duell der Zweitvertretungen beim 9:2 gleich vier Mal hingelangt.

Die Noten - Werder in der Einzelkritik

Werder gegen Hannover: Die Einzelkritik

Gestern trafen andere – als nächstes Makiadi. Hunt hatte mit einem Diagonalball von links sehenswert Junuzovic bedient – und nach der Aufsetzer-Hereingabe des Österreichers musste der Neuzugang aus kurzer Distanz nur noch einköpfen (39.). Sein erstes Tor im Werder-Trikot. Doch Hannover war keinesfalls geschockt, antwortete extrem flott – und wie! Rechtsverteidiger Hiroki Sakai jagte den Ball aus 25 Metern unter die Latte. Ein herrlicher Schuss zum 2:2 (41.), der allerdings zentral aufs Tor gekommen war. In den meisten Fällen leichte Beute für einen Torhüter. Dennoch sprach Eichin Mielitz von jeglicher Schuld frei: „So eine Fackel habe ich selten gesehen, ein Hammer, ein richtiges Pfund.“ Sakais Knaller war der Schlusspunkt einer unterhaltsamen ersten Hälfte.

Fotogalerie zum Spiel

Werder Bremen gegen Hannover 96

Nach dem Seitenwechsel gab es nicht mehr so viel Spektakel, beide Teams hatten sich nun deutlich besser aufeinander eingestellt und nur noch wenige gefährliche Aktionen – bis zur 86. Minute, als Garcia zunächst per Kopf an Zieler scheiterte, dann aber nachstocherte und den Ball unter Zielers Knie hindurch über die Linie schickte. Das Stadion kochte, und Garcia genoss seinen Moment in den Armen der Ostkurven-Fans. „Es war“, resümierte Clemens Fritz, „ein richtig tolles Fußballspiel“.

Slomka fand das natürlich nur bedingt. Nach seiner ersten Niederlage im sechsten Duell mit Dutt und Hannovers fünftem Spiel in Folge ohne Sieg haderte der Coach: „Es war ein beherzter Auftritt, aber wenn es nicht läuft, kassierst du eben noch ein spätes Tor. Wir können unseren Ansprüchen aktuell nicht gerecht werden.“ mr

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