Marin rechnet heute in Hannover mit der Wiedergutmachung für das Mainz-Desaster

Werders Plan: besprochen, verstanden, gewinnen

Bremen - Von Björn Knips · Marko Marin ist ein fröhlicher Mensch, der viel und gerne lacht. Auch jetzt noch. Dabei hat er mit Werder Bremen erst vor drei Tagen ein Desaster erlebt. Mehr als die 0:2-Heimpleite gegen Mainz schockte der leidenschaftslose Auftritt der Gastgeber.

„So treten wir normalerweise nicht auf“ und „Das gab’s hier lange nicht mehr“ findet auch Marin deutliche Worte. Doch der 21-Jährige versinkt nun nicht in Depressionen. Und damit liegt er voll auf Werder-Kurs. Kopf in den Sand, Panik und Aktionismus sind Fremdworte an der Weser. Der Mittelfeldmann beschreibt, wie Werder heute in Hannover (20 Uhr/Sky live) die Wiedergutmachung schaffen will.

Das Abschlusstraining am Montag

Werders Abschlusstraining am Montag

„Wir haben schon besprochen, wie wir das machen. Das werdet ihr heute Abend sehen“, kündigt der Nationalspieler zuversichtlich an. Die Krisensitzung am Sonntag in der Werder-Kabine sei absolut hilfreich gewesen. „Wir wissen jetzt, was wir falsch gemacht haben“, sagt Marin. Aber es gab nicht nur die Ansprachen von Coach Thomas Schaaf und Boss Klaus Allofs, „wir haben auch untereinander viel gesprochen“, verrät Marin. Ein teaminternes Treffen „mit 13 Mann an einem Tisch“ sei das zwar nicht gewesen, aber in Richtung Aussprache sei es schon gegangen.

Eine Feststellung dabei: Die Lage ist zwar ernst, aber nicht dramatisch. „Wir sind nicht Schalke und stecken mit null Punkten in der Krise. Wir haben ein Spiel versemmelt. Wenn jetzt ein zweites folgt, dann sieht’s natürlich anders aus“, meint Marin. Das klingt nach ziemlich viel Druck heute Abend in der AWD-Arena. Doch der Dribbelkünstler freut sich richtig auf Hannover – und den Hamburger SV am Samstag im Weserstadion (18.30 Uhr): „Das sind zwei schöne Spiele, beides Nordderbys. Ich bin überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden.“ Vom Saisonziel möchte Marin jedenfalls keinen Millimeter abrücken: „Wir wollen oben angreifen. Es sind einige Mannschaften, von denen man viel erwartet hat, nicht gut gestartet. Man muss nur auf die Bayern schauen.“

Einen Zähler mehr haben die Münchner (fünf Punkte) als Werder gesammelt. Und es wird wohl niemand behaupten, dass der Meister seinen Titel nicht mehr verteidigen kann. „Noch ist nichts verloren. Mensch, wir haben doch erst den vierten Spieltag“, wirbt Marin für ein bisschen mehr Realismus im Umgang mit Werders Saisonstart: „Wir haben doch gegen München und in der zweiten Halbzeit gegen Tottenham gezeigt, dass wir eine tolle Mannschaft sind.“

Übrigens ohne Mesut Özil, wie Marin kurz darauf betont. Denn auch ihm ist schon zu Ohren gekommen, dass nun wieder behauptet wird: Özils Verkauf an Real Madrid war ein Fehler. „Man kann doch nicht nach einem schlechten Spiel alles in Frage stellen“, wundert sich der 21-Jährige und stellt klar: „Natürlich würde uns Mesut mit seiner Klasse helfen. Er würde jeder Mannschaft helfen. Aber ob er uns am Samstag gegen Mainz geholfen hätte, weiß doch niemand. Wir haben früher auch nicht alle Spiele mit ihm gewonnen.“ Marin lacht. Er ist eben ein fröhlicher Typ. Konzentration ja, verkrampfen nein. Werder braucht heute Abend die Leichtigkeit eines Marin. Werder braucht aber auch wieder die Leidenschaft von jedem einzelnen. Besprochen, verstanden, gewinnen – so lautet Werders Plan. Wenn er aufgeht, „dann ist Mainz hoffentlich schnell wieder vergessen“, wünscht sich Marin.

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