Werders Papy Djilobodji erinnert an den stürmischen Brasilianer  

„Lucio ist ein Vorbild für mich“

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Papy Djilobodji ist ein Innenverteidiger mit extrem viel Offensivdrang – und Werder-Trainer Viktor Skripnik (im Hintergrund) gefällt der Spielstil des Neuzugangs.

Bremen - Wer ihn in Werder Bremens Heimspiel gegen Hoffenheim (1:1) gesehen hat, kommt um diesen Vergleich schwerlich herum. Viktor Skripnik geht es ebenso. Der Spielstil seines neuen Innenverteidigers Papy Djilobodji erinnert den Werder-Coach an den Brasilianer Lucio. Der heute 37-Jährige war in seiner Zeit bei Bayer Leverkusen und dann Bayern München vor allem mit seinen energischen (und mitunter etwas wilden) Vorstößen aufgefallen. „Wir hatten Lucio in der Bundesliga, der von hinten durch die Mitte marschiert ist und dann vorne auch entscheidende Tore gemacht hat. Deshalb ist das nichts Neues“, sagt Skripnik vor dem Auswärtsspiel heute (15.30 Uhr) beim FC Ingolstadt.

Neu vielleicht nicht, aber für Werder doch schon ziemlich ungewöhnlich. Gegen Hoffenheim schoss und köpfte Djilobodji insgesamt sechs Mal aufs Tor – und damit mehr als alle anderen Spieler auf dem Platz. War der 1,93-Meter-Mann früher etwa mal Stürmer? „Nein, nein“, wiegelt der 27-Jährige lächelnd ab: „Ich bin Innenverteidiger. Aber wenn ich ein Tor schießen kann, mache ich das natürlich gerne. Und ich hoffe, dass bald noch weitere dazukommen.“

Ein bisschen Offensiv-Anschauungsunterricht hat er aber genommen, räumt Djilobodji ein: „Ich versuche, von den großen Stürmern zu lernen – und wenn ich vorne bin, da zu stehen, wo eben keiner steht.“ Bei Top-Torjägern wie Lionel Messi (FC Barcelona), Cristiano Ronaldo (Real Madrid) oder Robert Lewandowski (Bayern München) gucke er gerne mal genauer hin und sich einiges ab. Mit Erfolg, wie das Hoffenheim-Spiel gezeigt hat.

Die Mitspieler freut es. „Er ist eine Bereicherung für uns, ein Super-Transfer“, meint Keeper Felix Wiedwald. Mittelfeldmann Florian Grillitsch, der in der Kabine den Platz neben Djilobodji hat, lobt seinen Sitznachbarn vor allem für dessen Offensivgeist: „Ist doch gut, wenn auch ein Abwehrspieler so gefährlich ist. Er stand gegen Hoffenheim oft richtig.“

Besonders bei Standards, als der Senegalese mit dem Fuß sein erstes Werder-Tor schoss und dann mit einem Kopfball an den Innenpfosten um Haaresbreite den Siegtreffer verpasste. „Bei Standards muss er mit nach vorne, das ist Fakt“, betont Skripnik. Aber auch bei „normalen“ Bremer Angriffen darf sich der Abwehrmann weiter mit einschalten – wenn es gerade passt. „Das ist seine Art, Fußball zu spielen“, meint Skripnik. Und die sei richtig gut, ergänzt der Bremer Coach: „Sonst hätte er wohl kaum einen Vertrag bei Chelsea bekommen. Er ist einer, der uns sofort verbessert – wie damals Jannik Vestergaard. Man kann nur sagen: weiter so.“

Genau das hat die Leihgabe aus London vor. Hinten abräumen und vorne für Unruhe sorgen – wie damals Lucio. „Ich bin aber stärker“, sagt Djilobodji und lacht. Ein kleiner Witz. Der ehemalige Kapitän der brasilianischen Nationalmannschaft, der nach seiner Zeit in Deutschland noch für Inter Mailand, Juventus Turin, den FC Sao Paulo, Palmeiras und bis Dezember 2015 den FC Goa in Indien spielte, sei auf dem Platz „ein richtig Großer“ gewesen, betont Djilobodji: „Natürlich ist er ein Vorbild für mich. Er war bei sehr wichtigen Clubs. Da würde ich auch gerne mal spielen.“

Bis Sommer bleibt er aber erst mal Bremer, dann endet das Leihgeschäft – und es geht es zurück zum FC Chelsea, der durchaus Bedarf an guten Innenverteidigern haben könnte. Club-Ikone John Terry (35/seit 1998 im Verein) verlängert den Vertrag nicht und verlässt die „Blues“. Und Kurt Zouma fällt mit einem

Eichin: „Wir werden

nichts verpennen“

Kreuzbandriss noch monatelang aus. Wenn Chelsea in der Abwehr im Sommer jedoch aufrüstet, wäre auch eine erneute Ausleihe von Djilobodji denkbar. Und dann wäre Werder wieder im Spiel – glaubt Sportchef Thomas Eichin, der den stürmenden Verteidiger nur allzu gerne länger behalten würde. „Ich habe Kontakt zu Chelsea. Dort weiß man Bescheid über meine Gedankengänge. Wir werden da nichts verpennen“, verspricht der 49-Jährige: „Für konkrete Gespräche ist es aber noch zu früh.“

Djilobodji sieht das genauso. Er konzentriere sich momentan nur auf Werder. „Ich habe noch vier Monate Zeit und spiele gerne hier, deshalb klappt es auch so gut. Wenn wir den Klassenerhalt geschafft haben, gehe ich in Ruhe in den Urlaub. Und dann werden wir mal sehen“, sagt Djilobodji – und grinst schon wieder.

mr

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