Almeida und Marin treffen in Leverkusen / 0:1 gedreht, doch zum Sieg reicht’s trotzdem nicht

2:2 – Werders Notelf am Limit

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Almeida und Marin treffen in Leverkusen / 0:1 gedreht, doch zum Sieg reicht’s trotzdem nicht

Aus Leverkusen berichtet Arne Flügge (Eig. Ber.) · Eigentlich hätte Klaus Allofs glücklich sein müssen. Nach dem 0:4-Debakel von Mailand hatte die Notelf von Werder Bremen gestern Abend ein 2:2 (0:1) bei Bayer 04 Leverkusen erkämpft. Doch so richtig zufrieden war der Clubboss nicht.

„Wenn man hier 2:1 führt, dann muss man den Sieg auch mal über die Zeit bringen“, klagte der 53-Jährige: „Die drei Punkte hätten uns gut getan.“ Keine Frage, denn nach sieben Spielen dümpelt Werder nun mit acht Punkten weiterhin auf Platz 13 herum.

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Werder holt Punkt in Leverkusen

Dass es gestern am Ende nur ein Zähler wurde, lag an Eren Derdiyok. Der Schweizer Nationalspieler, erst in der 65. Minute eingewechselt, traf in der 78. Minute zum späten Leverkusener Ausgleich, wobei Abwehrspieler Per Mertesacker eine unglückliche Figur machte. Unterm Strich war‘s ein gerechtes Unentschieden, „bei dem wir das Maximum aus dieser Mannschaft herausgeholt haben“, wie Trainer Thomas Schaaf anschließend feststellte.

In der ersten Halbzeit hatten die Bremer vor 30 210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena Mühe, ins Spiel zu finden. Ein Schuss von Daniel Jensen (13.), den Bayer-Keeper Rene Adler parierte – vielmehr brachten die Gäste nicht zustande. „Wir haben Leverkusen viel zu viel Räume zum Kombinieren gelassen“, kritisierte Allofs. Und meinte damit vor allem die Szene in der 16. Minute, als Tranquillo Barnetta ungehindert zu Patrick Helmes durchstecken konnte und der Angreifer das frühe 1:0 der Werkself erzielte. „Wir waren nicht organisiert und hätten kompakter stehen müssen“, sagte Allofs zu einer insgesamt sehr dürftigen ersten Halbzeit, in der Werder-Torwart Tim Wiese mit einer starken Parade gegen Sidney Sam das 0:2 verhinderte (45.+1). „Wir hätten vor der Halbzeit nachlegen und das 2:0 erzielen müssen, dann wäre die Partie gelaufen gewesen. Denn Werder war verwundbar“, analysierte Leverkusens Kapitän Simon Rolfes.

▪ „Wir können ein

▪ wenig stolz sein“

So aber gab Bayer dem Gegner nach der Pause Raum und Zeit, wieder ins Spiel zurückzufinden. „Wir haben Werder einfach zu viel Platz gelassen“, ärgerte sich Rolfes.

Die Gäste kamen wie ausgewechselt aus der Kabine. Wohl auch, weil Schaaf noch mehr Offensive wollte und Stürmer Hugo Almeida für den defensiven Mittelfeldspieler Philipp Bargfrede brachte. Ein Tausch mit Wirkung. Umgehend scheiterte der quirlige Marko Marin mit einem Heber an Adler (47.), dann kam der große Auftritt von Hugo Almeida. Zunächst hämmerte der Portugiese einen Freistoß zum 1:1 in die Maschen (53.), neun Minuten später war der 25-Jährige auch am 2:1 der Bremer beteiligt: Wesleys langen Ball leitete Almeida direkt zu Aaron Hunt weiter, der Nationalspieler passte die Kugel mit dem Außenrist vor das Tor, Marko Marin stand goldrichtig – und drin war der Ball. Werder hatte das Spiel gedreht. „Die Mannschaft hat eine tolle Moral gezeigt. Wenn man bedenkt, wer heute alles gefehlt hat – dann kann man schon ein wenig stolz auf das sein, was sie geleistet hat“, sagte Mertesacker.

Dass es aber am Ende nicht reichte, war zum einen dem einen Fehler in der Defensive geschuldet, den Derdiyok zum 2:2 nutzte, zum anderen mussten die Bremer auch dem hohen Tempo Tribut zollen, das sie nach der Pause an den Tag gelegt hatten. „Die konnten frischen Wind ohne Ende bringen“, meinte Mertesacker zu den Einwechslungen von Bender, Derdiyok und Rolfes auf Seiten des Gegners, und haderte: „Wir konnten das nicht.“

Und: In der Schlusssekunde stand in Sebastian Prödl eben kein eiskalter Vollstrecker wie ein Claudio Pizarro elf Meter frei vor dem Tor. Prödl, der Innenverteidiger, drosch die Kugel über das Gehäuse und vergab damit kläglich den Bremer Siegtreffer. „Ich treffe den Ball mit Vollspann, komme aber in Rückenlage. Das ärgert mich“, stammelte Prödl. Allofs nahm seinen Spieler zwar in Schutz: „Klar kann man den machen, aber er war überrascht. Das kann passieren.“ Verärgert über das 2:2 war er trotzdem.

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