Werders Neuzugang will seinen Rückstand aufholen

Debütant Hajrovic muss gleich ordentlich leiden

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Izet Hajrovic weiß jetzt: Werder-Training ist knochenhart! Sportchef Thomas Eichin bringt ihn im Sprintduell ins Stolpern.

Zell am Ziller - 27 Profis sind mit im Trainingslager im Zillertal – und einer von ihnen feiert dort seine Premiere: Izet Hajrovic. Der bosnische Nationalspieler absolviert in Österreich die ersten Einheiten im Kreis seiner neuen Kollegen und muss gleich mächtig ranklotzen. „Die Intensität ist schon sehr hoch“, ächzt der 22-Jährige, „aber das liegt sicher auch am Wetter.“ Gestern kletterte das Thermometer erneut über 30 Grad.

Für Hajrovic ist die Plackerei in der Sonne besonders hart, denn der von Galatasaray Istanbul verpflichtete Offensivmann hat noch Rückstand. Während die anderen Bremer schon zwei Wochen schufteten, durfte er noch seinen WM-Urlaub genießen. „Es ist ein sehr gutes Niveau in der Mannschaft, auf dieses Niveau muss ich erst kommen. Ich bin noch nicht so bereit“, gesteht Hajrovic: „Aber nach dem Trainingslager sollte es auch bei mir gut sein. Und danach mache ich noch ein paar Einzeltrainings in Bremen.“

In Zell am Ziller ging es für den Bosnier, der mit seinem ebenfalls neuen Landsmann Raif Husic das Zimmer teilt und von allen „sehr gut aufgenommen“ wurde, gleich ordentlich zur Sache. Beim Auftakttraining kollidierte er bei den Aufwärmsprints mit Sportchef Thomas Eichin. Es folgten noch viele Übungen, die Fußballprofis hassen. Medizinbälle werfen, Hanteln stemmen, spurten. Bei Hajrovic lief – wie bei fast allen anderen – der Schweiß in Strömen, sein Kopf wurde immer roter. Da flüchtete er zwischendurch gerne mal in den Schatten. Bei den Trainingsspielen war der neue Mann dann noch nicht so gut eingebunden. Kein Wunder, schließlich muss er seine Mitspieler auch auf dem Platz „erst mal kennenlernen“. Hajrovic, der sich meistens in der Mitte oder rechts aufhielt, war jedoch keineswegs schüchtern. Er bot sich oft an, zeigte auf, rief – wenn auch noch nicht alle Namen saßen. Die ersten Eindrücke: Er will schnell rein ins Team. Stoppen, passen, schießen – er macht fast alles mit seinem starken linken Fuß. Und: Die unschönen Nebengeräusche seines Transfers – Galatasaray fordert Schadensersatz von ihm und klagt, deshalb ist der Wechsel noch nicht endgültig fix – scheinen ihn nicht zu stören.

Nach den Einheiten, als die anderen längst den Platz verlassen hatten, sprach Hajrovic noch lange mit Coach Robin Dutt, der gestenreich auf den in der Schweiz geborenen und aufgewachsenen Bosnier einredete. Als Neuester der Neuen bekommt Hajrovic eben die meiste Aufmerksamkeit. „Der Trainer hat mir Abläufe und Laufwege erklärt“, berichtete der 22-Jährige: „Und er hat mir gesagt, auf welchen drei bis vier Positionen er mich sieht.“

In der Vergangenheit kam Hajrovic vorzugsweise über den rechten Flügel. „Wenn er von da nach innen zieht und abschließt, kann er eine echte Waffe für uns werden“, glaubt Innenverteidiger Sebastian Prödl. Hajrovic hat „aber auch schon in der Mitte und links gespielt“. Dutt mag sich noch nicht festlegen, wo er ihn einplant. „Warum sollte ich das schon tun? Wir werden sehen, wie seine Rolle aussieht. Von der Anlage her kann Izet offensiv alles: spielender Stürmer, auf der Zehn oder dem Flügel.“

Eine dieser Positionen wird Hajrovic am Mittwoch (18.00 Uhr) einnehmen – im Testspiel gegen Wacker Innsbruck, seinem Debüt im Werder-Trikot. Viel zeigen kann er vorher noch nicht, dafür muss er umso mehr leiden.
mr

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