Werders neuer Verteidiger im Interview

Vestergaard: „Wir können Hoffenheim schlagen“

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Das blaue Auge macht Jannik Vestergaard überhaupt nichts aus. „Ab und zu tut man sich eben weh“, sagt Werders neuer Abwehr-Riese.

Bremen - Viktor Skripnik hatte quasi gar keine andere Wahl. „Ich musste ihn einfach spielen lassen. Er hat Willen und Präsenz, das wollten wir sofort nutzen“, sagte der Werder-Trainer über Jannik Vestergaard. Der Neuzugang lieferte beim 2:0 über Hertha BSC eine überragende Premiere ab und begeisterte damit auch seine Bremer Teamkollegen.

Torwart Raphael Wolf lobte den „Super-Job“ des 1,99-Meter-Dänen im Abwehrzentrum, Mittelfeldmann Philipp Barg-frede schwärmte vom „Klasse-Einstand“. Vestergaard, der bei einem Zusammenprall ein „Veilchen“ davongetragen hatte, war ebenfalls glücklich. Er blickte im Mediengespräch aber auch schon nach vorne. Morgen (20 Uhr) tritt Werder bei 1899 Hoffenheim an – dem Ex-Verein des 22-Jährigen und seiner Mitspieler Koen Casteels und Davie Selke.

Ihr blaues Auge ist nicht zu übersehen. Wie geht es Ihnen?

Jannik Vestergaard: Es ist alles gut. Ich habe es ein bisschen gekühlt, aber auch nicht so lange. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, da die ganze Zeit eine Eistüte draufzupacken. Ab und zu tut man sich weh, das ist eben so. Aber es macht mir nichts aus.

Sie haben nur vier Tage bei Werder trainiert – und es wirkte auf dem Platz, als seien Sie schon Jahre dabei. Warum hat es so schnell so gut geklappt?

Vestergaard: Weil wir als Team sehr gut funktioniert haben. Jeder ist für den anderen dagewesen – das erleichtert vieles.

Das Zusammenspiel mit Ihrem Nebenmann Alejandro Galvez sah ebenfalls schon ordentlich aus. Er ist Spanier, Sie Däne: Wie verständigen Sie sich?

Vestergaard: Auf Deutsch – und auf Fußball (lacht). Das funktioniert, ich habe da ein sehr gutes Gefühl.

Wie fällt Ihr Resümee nach Ihrem Werder-Debüt aus?

Vestergaard: Es war ein guter Einstand, eine angenehme Sache. Aber heute gehen die Gedanken schon weiter. Wir haben das nächste Spiel vor der Brust, das wir am besten auch gewinnen.

Für Sie ist es ein ganz besonderes Spiel gegen den Club, den Sie erst vor gut einer Woche verlassen haben. Mit welchen Gefühlen reisen Sie nach Hoffenheim?

Vestergaard: Ich freue mich darauf. Ich habe mich in Hoffenheim unglaublich wohl gefühlt, hatte dort eine tolle Zeit. Ich habe viele Freunde gefunden, mit denen ich weiter in Kontakt bleiben werde. Wenn aber angepfiffen wird, ist es ein Spiel wie jedes andere. Danach freue ich mich, dass wir gewonnen haben und ich meine Kumpel ein bisschen irritieren konnte – oder eben nicht.

Wie heiß sind Sie darauf, Ihren Ex-Club zu schlagen?

Vestergaard: Ich möchte allgemein etwas zeigen – mir selbst auch. Nämlich, dass ich ein guter Bundesliga-Spieler sein kann. Extra-motiviert bin ich nicht.

Wenn man Ihre Leistung gegen Hertha gesehen hat, ist es schwer vorstellbar, dass ein Verein Sie gehen lässt – und dann auch noch mitten in der Saison. Wie kam es dazu?

Vestergaard: Es war mein Wunsch, den nächsten Schritt zu machen. Und Hoffenheim hat mir keine Steine in den Weg gelegt. Ich habe dort nicht viel gespielt – und wenn, dann nicht auf meiner Lieblingsposition. Wenn der Trainer es will, spiele ich auch auf der Sechs. Aber ich sehe mich als Innenverteidiger. Ich bin jedoch nicht mit schlechten Gefühlen aus Hoffenheim weggegangen, es war nichts Dramatisches.

Ihr neuer Trainer Viktor Skripnik sprach von zwei, drei anderen, guten Angeboten, die Sie hatten. Warum fiel Ihre Wahl auf Bremen? Hätten Sie woanders nicht mehr verdienen können?

Vestergaard: Es ging mir nicht in erster Linie ums Geld, sondern darum, wieder Fußball zu spielen. Hier habe ich gleich gespürt, dass an mich geglaubt wird. Das hat mir ein richtig gutes Gefühl gegeben.

Mit Werder sind Sie nach dem Sieg gegen Berlin Zwölfter, Hoffenheim ist Siebter – und morgen Favorit?

Vestergaard: Das kann man locker so sagen. Sie waren in dieser Saison zu Hause sehr gut.

Das ist Werder Bremens Neuzugang Jannik Vestergaard

Ist trotzdem eine Überraschung möglich?

Vestergaard: Ja, wir können Hoffenheim schlagen – wenn wir wieder einen guten Tag erwischen.

Sie müssen es wissen: Worauf muss Werder besonders achten?

Vestergaard: Hoffenheim ist unfassbar stark bei Kontern, kann damit jedem Bundesligisten wehtun. Wenn sie den Ball erobert haben, wollen sie ganz schnell zum Abschluss kommen. Da müssen wir unheimlich aufpassen und wach sein.

Wie sehr sind Sie noch mit Hoffenheim verbunden – haben Sie dort noch Ihre Wohnung?

Vestergaard: Ich habe in Heidelberg gewohnt, es ist wunderschön da. Und ja, meine ganzen Sachen sind noch dort. Hier in Bremen lebe ich noch im Hotel, bin aber schon dabei, mir etwas zu suchen.

Und wie sind die ersten Eindrücke von der neuen Stadt?

Vestergaard: Ich finde es sehr interessant hier in Bremen. Ich komme aus Kopenhagen und bin ein Stadtkind. Ich mag es, wenn ein bisschen was passiert – wenn ich vor die Tür gehe und da auch noch andere Leute sind.

mr

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