Werders Motto-Mischung für das Nordderby

Heiß sein – und cool bleiben

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Viktor Skripnik (rechts) jubelt im Nordderby: Wenn es nach dem Bremer Trainer geht, dürfen sich solche Szenen wie am 19. April morgen im Weserstadion gerne wiederholen. Damals gab es ein 1:0 gegen den HSV.

Bremen - Wie viele Nordderbys er als Profi und Nachwuchstrainer bestritten hat, weiß Viktor Skripnik nicht so genau. „Ich habe seit 20 Jahren mit dem HSV zu tun“, sagt der 45-jährige Ukrainer, der 1996 zu Werder kam. Was er aber weiß: „Jeder Sieg gegen den HSV ist echt der Wahnsinn!“ Morgen (15.30 Uhr) soll es wieder wahnsinnig werden im Weserstadion – und im 103. Bundesliga-Duell der Bremer gegen die Hamburger der 38. Erfolg herausspringen. Dafür, betonten gestern Skripnik und Sportchef Thomas Eichin, braucht Werder heiße Herzen und kühle Köpfe.

Bei seinem Appell an das Personal wählt Eichin fast die gleichen Worte wie einige Tage zuvor schon Co-Trainer Torsten Frings. „Wir müssen unsere Nerven im Griff behalten und ruhig bleiben, dürfen nicht überdrehen. Das wäre das völlig verkehrte Signal. Wir müssen es professionell angehen und schauen, dass wir zu elft auf dem Platz bleiben“, mahnt Eichin. So brav und wehrlos wie zuletzt sollen die Bremer Profis aber natürlich nicht sein. Beim 0:6 in Wolfsburg hatten sie in allen Belangen maßlos enttäuscht. Deshalb wollen die Verantwortlichen nun eine Reaktion sehen. „Wir wollen richtig Gas geben, clever sein und wieder das Werder-Bremen-Gesicht zeigen“ – das sind Skripniks Vorstellungen.

Der Bremer Trainer, dessen Nordderby-Bilanz als Chefcoach ausgeglichen ist (erst auswärts ein 0:2, am 19. April dann zu Hause ein 1:0), weist seinem Team diesmal allerdings die Außenseiterrolle zu. Auch wegen des vergangenen Wochenendes, als Werder ordentlich Prügel bezog – und der HSV mit einem 3:1 gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund überraschte. „Ich würde sagen, der HSV ist der Favorit, aber der Favorit muss nicht immer gewinnen“, meint Skripnik.

Die Vorzeichen sind klar, da reicht schon ein kurzer Blick auf die Tabelle: Der HSV (Zehnter/18 Punkte) will gewinnen, um den Aufwärtstrend fortzusetzen. Werder (14./13 Punkte) muss gewinnen, um die Stimmung zu drehen und nicht noch weiter in den Keller zu rutschen. Das Nordderby sei für dieses Vorhaben „excellent“ geeignet, findet Skripnik: „Man kann noch tiefer fallen, aber man kann sich auch rehabilitieren. Und wir sind sehr positiv gestimmt. Alle wissen, wo es in solchen Spielen langgeht.“

Philipp Bargfrede kennt sich mit dem HSV sogar ziemlich gut aus. Der Bremer Mittelfeldmann hat von seinen acht Nordderbys sechs gewonnen und nur eines verloren – und er betont: „Mit diesem einen Spiel können wir alles wieder gutmachen.“

mr

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