Vorbereitung auf das kleine Nordderby

Volle Kraft voraus

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Abteilung Attacke! „Ein Punkt reicht uns nicht“, sagt Werder-Stürmer Anthony Ujah vor dem Auswärtsspiel beim Tabellenletzten Hannover 96.

Bremen - Die einen setzen auf Abgeschiedenheit und ein bisschen Aberglauben, die anderen auf Extratraining und eine Trotzreaktion. Hannover 96 und Werder bereiten sich ganz unterschiedlich auf das kleine Nordderby am Samstag (15.30 Uhr) in der HDI-Arena vor. Das Ziel ist aber das gleiche: Beide Clubs wollen unbedingt gewinnen und somit dafür sorgen, dass ein bisschen Ruhe einkehrt.

Schlusslicht Hannover, als einziges Bundesliga-Team noch sieglos, hat gestern sein Trainingslager in der „Residenz Klosterpforte“ in Harsewinkel-Marienfeld (bei Gütersloh) aufgeschlagen – zum dritten Mal innerhalb von fünf Monaten. „Wir suchen da keinen göttlichen Beistand. Wir wollen die drei Tage nutzen. Samstag ist ein sehr, sehr wichtiges Spiel“, sagte 96-Trainer Michael Frontzeck in „Bild“.

Auch vor dem letzten Duell mit Werder hatten sich die Niedersachsen in das ehemalige Kloster zurückgezogen, um Kraft für den Abstiegskampf zu tanken. Heraus sprang am 8. Mai ein 1:1, letztlich klappte es mit dem Klassenerhalt. Bei Werder hat man die ungewöhnliche Maßnahme des Gegners registriert. „Man sieht, dass Hannover sehr fokussiert ist. Dass sie wieder ins Trainingslager gehen, zeigt, welche Bedeutung das Spiel für sie hat“, meint Profifußball-Direktor Rouven Schröder.

Doch auch für Werder ist die Partie extrem wichtig. Es geht darum, den Abwärtstrend (zuletzt drei Niederlagen hintereinander) zu stoppen und die Misserfolge der vergangenen Wochen aus den Köpfen zu bekommen. Es wird gelingen, glaubt Schröder: „Die Dinge, die zuletzt nicht gut gelaufen sind, wurden klar angesprochen. Die Mannschaft weiß, worauf es ankommt.“

Sportchef Thomas Eichin hat ebenfalls keine Lust mehr, über die Niederlagenserie zu sprechen – sein Blick geht nur nach vorne. „Wir sollten nicht mehr so viel reden, sondern auf dem Platz zeigen, was Sache ist“, findet der 48-Jährige und fordert: „Wir brauchen nicht mehr zu sagen, was sein muss und was wir tun sollen – wir müssen es einfach machen, alles in die Waagschale werfen.“

Zuletzt hat die Mannschaft immer mal wieder die Leidenschaft vermissen lassen, beim 0:3 gegen Leverkusen in der zweiten Halbzeit überhaupt keine Gegenwehr gezeigt. Ein ziemlich lautes Alarmsignal. Trainer Viktor Skripnik reagierte auf den blutleeren Auftritt mit der fiesen Laufeinheit am Dienstag, die auch dazu dienen sollte, den Teamgeist wieder zu stärken. „Es ist ganz wichtig, dass wir auch in schlechten Zeiten als Mannschaft zusammenstehen“, meint Stürmer Anthony Ujah. In dieser Hinsicht gab es offensichtlich Nachholbedarf.

Doch am Boden, betont der Nigerianer, sei (noch) niemand: „Natürlich ist keiner glücklich damit, wie die letzten Wochen gelaufen sind. Aber wir haben noch immer eine positive Stimmung im Team, das Selbstvertrauen ist nicht ganz unten. Und wir werden alles dafür tun, um in Hannover zu gewinnen – ein Punkt reicht uns da nicht.“

Um den dritten Saisonsieg einzufahren, muss Werder aber deutlich gefährlicher werden. Gegen Ingolstadt (0:1), Darmstadt (1:2) und Leverkusen (0:3) gab es nur einen eigenen Treffer. „Wir müssen wieder mutiger sein und uns mehr zutrauen“, fordert Fin Bartels. Skripnik sieht das offenbar ähnlich. Gestern ließ er offensive Spielzüge und Torabschlüsse trainieren, war dabei sehr engagiert und laut. Er führte seinen Spielern sogar vor, wohin sie sich bewegen sollen. Die Profis nahmen es an, gaben ordentlich Gas. Wenn das am Samstag auch so aussieht, stehen die Siegchancen nicht schlecht.

mr

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