Werders Mittelfeldmann spürt im Kongo nichts von der Ebola-Angst

Makiadi erleichtert: „Hier herrscht Normalität“

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Cedric Makiadi sagt über die Lage im Kongo: „Es fühlt sich nicht anders an als sonst.“

Bremen - Die Vorfreude auf das Comeback ist groß. Doch Cedric Makiadi (30) war auch ein wenig mulmig zumute, als er Anfang der Woche ins Flugzeug stieg und gen Afrika flog. Nicht aus sportlichen Gründen, sondern wegen des Ebola-Virus, das vor allem in Westafrika um sich greift. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Epidemie schon über 1900 Todesopfer gefordert.

Inzwischen ist Werders Mittelfeldmann, der 2013 zuletzt für sein Heimatland Demokratische Republik Kongo im Einsatz war, aber vor Ort – und beruhigt.

„Vor dem Flug habe ich die Situation etwas anders eingeschätzt, doch es herrscht hier Normalität“, schrieb Makiadi gestern auf Anfrage dieser Zeitung und ergänzte: „Es fühlt sich nicht anders an als sonst.“

Die Demokratische Republik Kongo liegt in Zentralafrika und gehört nicht zu den Ländern, die zurzeit als Ebola-Krisengebiete gelten. Kamerun, morgen der erste Gegner in der Qualifikationsgruppe D für den Afrika-Cup 2015, ebenfalls nicht. Sehr wohl aber Sierra Leone. Im kleinen Land an der Atlantikküste im Westen Afrikas ist die Lage mit am dramatischsten. Die Vereinten Nationen bestätigten, dass Schiffe Sierra Leone und das Nachbarland Liberia wegen der Ansteckungsgefahr meiden, viele Fluggesellschaften die Region nicht mehr anfliegen. Und in Sierra Leone sollte Makiadi mit seinem Team am Mittwoch zum zweiten Gruppenspiel antreten. Der afrikanische Fußballverband Caf hat inzwischen aber reagiert und die Partie verlegt. Sie findet im Kongo statt, in Lubumbashi – wie auch der Gruppenauftakt morgen. „Und Sierra Leone tritt nur mit Spielern an, die außerhalb ihres Landes spielen. So versucht man, das Risiko einzugrenzen“, erklärte Makiadi.

Teamkollege und Landsmann Assani Lukimya hat gerade seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft verkündet, um sich die Reisestrapazen zu ersparen und sich voll auf Werder zu konzentrieren. Makiadi dagegen kehrt nach über anderthalb Jahren ins Team der Kongolesen zurück. Im Januar 2013 stand der Bremer Mittelfeldmann bei der Kontinentalmeisterschaft in Südafrika drei Mal in der Startelf – nach den Unentschieden gegen Ghana (2:2), Niger (0:0) und Mali (1:1) war aber bereits nach der Vorrunde Endstation. Das soll diesmal anders sein. Vorausgesetzt, die Demokratische Republik Kongo ist beim Afrika-Cup 2015 in Marokko (17. Januar bis 8. Februar) dabei. Sierra Leone, dazu die WM-Teilnehmer Kamerun und Elfenbeinküste – eine hammerharte Gruppe, aus der nur die ersten Zwei sicher am Turnier teilnehmen dürfen.

Schafft der Kongo es, würde Makiadi (bisher 18 Länderspiele) die komplette Wintervorbereitung und eventuell auch den Rückrunden-Auftakt der Bundesliga (30. Januar bis 1. Februar) verpassen. Nicht gerade perfekte Voraussetzungen, um das persönliche Ziel zu realisieren. Vor seiner Länderspiel-Reise hatte er noch gesagt: „Vor allem möchte ich eine Saison lang konstant spielen – das ist mir in der letzten nicht gelungen.“

Den ersten kleinen Rückschlag hat es schon gegeben. Im Heimspiel gegen Hoffenheim saß Makiadi, der im Pokal in Illertissen und beim Bundesliga-Auftakt in Berlin zur Startelf gehört hatte, zuletzt 90 Minuten auf der Bank. Und empfehlen kann er sich derzeit nicht. Er kommt erst einen Tag vor dem nächsten Spiel in Leverkusen (Freitag, 12. September) nach Bremen zurück.

mr/kni

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