Werders Leihspieler: Wer kommt im Sommer wieder – und wer soll endgültig weg?

Petersen sieht ein Luxusproblem

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In England: Der Niederländer Eljero Elia (rechts) fühlt sich beim FC Southampton offenbar pudelwohl.

Bremen - Sieben Profis hat Werder Bremen aktuell an andere Vereine verliehen – alle bis Saisonende, dann kommen sie zurück. Oder doch nicht? Eine Übersicht, wer sich wie schlägt bei seinem neuen Club. Und wie Werder ab Sommer mit den Leihgaben plant.

Nils Petersen (26) Gegenwart: Erst der Traumstart in Freiburg (Hattrick beim Debüt), dann der Alptraum (Außenbandanriss im Knie, ein Monat Pause). Beim Comeback gegen Augsburg (2:0) Treffer Nummer vier (im vierten Einsatz) für den Mittelstürmer, der bis Sommer ausgeliehen ist und bei Werder einen Vertrag bis 2017 hat.

Zukunft: Werder-Sportchef Thomas Eichin hat noch „keine Signale“ aus Freiburg vernommen, ob der Sportclub die Kaufoption (geschätzte 1,5 Millionen Euro) zieht. Es wäre in Werders Sinn, dafür muss Freiburg aber erstklassig bleiben – sonst ist die Ablöse wohl zu hoch. Petersen würde gerne im Breisgau bleiben. „Ich identifiziere mich mit Freiburg“, sagte er bei „bundesliga.de“. Sollte er doch wieder in Bremen landen, wäre er auch nicht traurig: „Für mich ist das ein Luxusproblem, weil ich mich bei beiden Vereinen sehr wohl fühle.“

Eljero Elia (28) Gegenwart: Zwei Tore in acht Premier-League-Spielen für den FC Southampton – allerdings beide beim 2:1 in Newcastle. Danach kein Treffer und keine Vorlage mehr. Trotzdem scheint Trainer Ronald Koeman mit seinem niederländischen Landsmann zufrieden zu sein – er stellte ihn immer wieder auf. Zuletzt war Elia leicht angeschlagen. Er scheint aber insgesamt glücklich an der englischen Südküste zu sein. Kürzlich war er bestens gelaunt in Eishockey-Kluft und in Aktion zu sehen, als sein Team ein Erholungstrainingslager in Davos absolvierte. Dann lud er ein Video hoch, in dem er beim Fußball-Tischtennis gegen Koeman antritt. Solche Posts sind inzwischen allerdings die Ausnahme. Damals präsentierte er bei Twitter oder Instagram gerne mal Fotos von neuen Schuhen oder Autos – inzwischen ist er in den sozialen Netzwerken kaum noch aktiv.

Zukunft: Dank des neuen TV-Vertrags haben die englischen Clubs bald sehr viel Geld. Southampton ist zudem als Sechster ganz nah dran an den internationalen Plätzen. Die Kaufoption (5,5 Millionen Euro) dürfte kein Problem sein. Werder will Elia (Vertrag bis 2016) unbedingt loswerden.

Ludovic Obraniak (30) Gegenwart:  Neun Einsätze für Rizespor in der türkischen Süper Lig seit seiner Ausleihe im Winter – zwei Tore, zwei Vorlagen. Dazu zwei Assists in zwei Pokalpartien vom polnischen Nationalspieler, der kein Zöpfchen mehr trägt – sondern raspelkurze Haare. Mit Obraniak als Regisseur holte Rizespor 14 Punkte (vorher auch 14) und hat bereits acht Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. „,Ludo‘ spielt dort eine zentrale Rolle, hat den Club aus der gefährlichen Region geführt“, sagt Eichin und ergänzt: „Er macht einen guten Job.“

Zukunft: Werder hofft, dass sich Rizespor bei Obraniak mit einem Kauf für die guten Leistungen bedankt – dann würden rund 1,5 Millionen Euro fällig. Lehnt der Club ab, muss eine andere Lösung her. In Bremen hat er trotz Vertrags bis 2016 keine Chance mehr.

Martin Kobylanski (21) Gegenwart: Durchwachsene Saison bei Zweitligist Union Berlin – ein Tor und eine Vorlage in 14 Einsätzen. Eine zeitlang verletzt (Innenbandriss im September), dann (im Dezember) mehrfach nicht mal im Kader. Immerhin: In Darmstadt und gegen St. Pauli zuletzt zwei Mal in der Startelf.

Zukunft: Union hat eine Kaufoption – wird diese nicht in Anspruch genommen, sucht Werder für den Stürmer (Vertrag bis 2017) eine andere Lösung. Verleihen oder verkaufen – beides ist denkbar.

Oliver Hüsing (22) Gegenwart: Die Winter-bis-Sommer-Leihgabe hilft Drittligist Rostock enorm. Seit der Innenverterteidiger da ist, hat Hansa seine Punkte verdoppelt (von 17 auf 34) und sich Luft im Abstiegskampf verschafft. Acht Spiele mit Hüsing-Beteiligung – fünf Siege, zwei Remis, nur eine Niederlage (2:3 gegen Spitzenreiter Bielefeld). Und er war mit einem Kopfballtor Matchwinner beim 2:1 in Halle.

Zukunft: Rückkehr nach Bremen durchaus möglich – wenn sich in der Defensive des aktuellen Werder-Kaders noch einiges tut. Gehen Sebastian Prödl und Luca Caldirola, kann Hüsing (Vertrag bis 2017) der vierte Innenverteidiger neben Alejandro Galvez, Jannik Vestergaard und Assani Lukimya sein. Anonsten ist eine erneute Leihe denkbar, verkauft werden soll Hüsing auf keinen Fall.

Richard Strebinger (22) Gegenwart: Acht Spiele für Drittliga-Schlusslicht Jahn Regensburg, an das der Österreicher bis Saisonende verliehen ist. 14 Gegentore, aber überwiegend ordentliche Leistungen.

Zukunft: Nicht in Bremen, zumal ihm die Verantwortlichen die Rolle als Ersatzmann von Raphael Wolf nicht zutrauten und dafür Koen Casteels holten. Der Belgier geht im Sommer nach Wolfsburg, dafür steht die Rückkehr des Frankfurters Felix Wiedwald bevor. Strebinger (Vertrag bis 2017) soll verkauft oder erneut verliehen werden.

Mateo Pavlovic (24) Gegenwart: Seit Februar 2014 und noch bis Ende Juni an Ferencvaros Budapest ausgeliehen. Als Innenverteidiger Stammspieler beim Tabellendritten der ungarischen Liga.

Zukunft: Ferencvaros hat eine Kaufoption – und Werder würde es sehr begrüßen, wenn sie gezogen wird oder sich ein anderer Abnehmer findet. Trotz Vertrags bis 2016 hat Pavlovic keine Zukunft in Bremen. n mr

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