Handelfmeter verweigert – 1:3 gegen Bayern

Werders Wut auf Kinhöfer

Da sah es noch gut aus für Werder: Per Mertesacker findet die Lücke in Bayerns Abwehr und erzielt die 1:0 Führung.

Werder-Bremen - BREMEN. Der Buhmann war schnell ausgemacht. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer aus Herne bekam nach dem Abpfiff nicht nur böse Blicke zugeworfen – der 42-Jährige wurde sowohl von den Spielern Werder Bremens als auch der sportlichen Leitung verbal heftigst attackiert.

„Der Schiri war heute grottenhaft. Er hat einen klaren Elfmeter für uns nicht gegeben. Er war für die Bayern. Da fällst du vom Glauben ab“, polterte Kapitän Torsten Frings nach der 1:3 (0:0)-Heimniederlage gegen den FC Bayern München. Auch Sportchef Klaus Allofs tobte, kritisierte Kinhöfer und seinen Assistenten Detlef Scheppe (Wenden) scharf: „Das war eine Faustabwehr. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass solche klaren Dinge in Zukunft erkannt werden, aber nicht mit diesem Herrn an der Linie!“ Nach dem Abpfiff war Allofs zu Kinhöfer gegangen, um sich zu beschweren, blitzte aber ab. „Da bin ich unverbesserlich und will darüber mit den Schiedsrichtern reden, aber das ist nicht möglich. Dann heißt es wieder: ,Sie wollen nur von ihren eigenen Fehlern ablenken.’ Alle haben es aber gesehen, am besten der Mann an der Linie.“

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Grund der Aufregung: In der 67. Minute bekam Bayerns Linksverteidiger Luiz Gustavo den Ball nach einer scharfen Hereingabe des eingewechselten Florian Trinks im Strafraum an die Hand – doch der fällige Elfmeterpfiff von Kinhöfer blieb aus. Zu diesem Zeitpunkt stand es nach Toren von Per Mertesacker (47.) und Arjen Robben (65.) 1:1. „Gibt er den Elfmeter, haben wir die große Chance zum 2:1. Dann wird es ein ganz anderes Spiel“, mutmaßte Frings: „Diese Szene war spielentscheidend. Es ist bitter, uns so zu benachteiligen.“

Allerdings musste der Bremer Kapitän auch einräumen, dass es am Ende zwei Fehler der eigenen Mannschaft waren, die zu den weiteren Gegentoren geführt hatten. Zunächst ließ sich Mikael Silvestre den Ball von Thomas Müller abluchsen, Mario Gomez wurde daraufhin von Sebastian Prödl nicht eng genug markiert, und dessen Hereingabe sprang von Mertesackers Standbein ins eigene Tor – 1:2 (76.). Zehn Minuten später verlor Frings einen Zweikampf gegen Müller, der bediente den eingewechselten Miroslav Klose – und die Partie war entschieden. „Ich versuche zu köpfen, da kommt der Müller mit seinem ganzen Körper in mich reingeflogen. Ich weiß nicht, ob das ein Foul war“, schilderte Frings die Szene aus seiner Sicht.

Dass Werder-Torwart Tim Wiese in der 88. Minute dann auch noch bei einem Münchner Konter Müller vor der Strafraumgrenze in Karate-Manier umsäbelte und dafür zu Recht die Rote Karte sah, war der negative Höhepunkt von 23 Bremer Minuten, die Werder die Hoffnung auf einen Überraschungssieg raubten und stattdessen auf Platz 15 der Liga abrutschen ließen.    Mit Pressing, Leidenschaft und Kampfgeist hatte Werder den Münchnern über lange Zeit den Schneid abgekauft. Die 40 500 Zuschauer hatten dabei eine Werder-Mannschaft gesehen, die ganz anders auftrat als die mausetote Truppe, die noch in Köln auf dem Platz gestanden hatte. Doch am Ende waren die Bremer Hände wieder einmal leer. „Wir haben sehr gut gespielt und sind auch zu Recht in Führung gegangen“, fand Frings, „doch dann sind uns wieder entscheidende Fehler unterlaufen, die von den Bayern cool ausgenutzt wurden.“

So sah’s Klaus Allofs. „Wir haben früh gestört, dann haben wir aber wieder Fehler gemacht, die eine Mannschaft wie Bayern ausnutzt. Trotzdem: Wenn wir so weiterspielen, kommen wir schnell aus dem Tabellenkeller raus“, flüchtete sich der Sportdirektor in Optimismus. Es ist auch das Einzige, was Werder momentan bleibt.

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