Werders Kapitän sieht sich und sein Team gerüstet, prophezeit aber eine beinharte Saison

Bei aller Vorfreude: Fritz sieht viele Fragezeichen

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Clemens Fritz sieht sich und Werder gerüstet, warnt aber vor „schwierigen Aufgaben“.

Bremen - Clemens Fritz kann es kaum erwarten. „Wir freuen uns riesig drauf“, sagt Werders Kapitän über Bremens morgigen Bundesliga-Auftakt bei Hertha BSC. Vielleicht schwingt auch eine Portion Erleichterung in seiner Stimme mit, weil die Vorbereitung jetzt endlich abgeschlossen ist.

„Eine sehr, sehr harte und intensive“ Zeit war das, räumt der mit 33 Jahren Älteste im Team ein. Trainingsauftakt schon am 25. Juni, Testspiel-Reisen nach China, Polen und England, die „das Ganze noch erschwert haben“, zwischendurch allerdings auch mal eine Woche Urlaub. „Das kannte ich so in dieser Phase auch noch nicht“ verriet Fritz – aber insgesamt „hat das Trainer-Team das alles sehr gut ausgearbeitet“, lobte der Rechtsverteidiger – und bilanzierte nach sieben Wochen Knochenarbeit: „Wir sind gerüstet.“

Die Einschätzung des Kapitäns teilt auch sein Chefcoach: „Der aktuelle Fitnesswert“ im Team sei „der beste, seitdem ich hier in Bremen bin“, verriet Robin Dutt. „Und das“, fordert Fritz, „müssen wir jetzt auf den Platz bringen. Es ist wichtig, das wir bis zur letzten Minute unser Tempo gehen können.“ Denn der Abwehr-Routinier sagt Werder eine wieder mal harte Saison voraus. Eine Saison ohne Mittelfeld-Antreiber Aaron Hunt, „den wir sportlich und als Typen eins zu eins so nicht ersetzen können“. Und ohne diese gewisse „Breite“ im Kader: „Wenn Spieler verletzt wegbrechen, wird es schwer.“ Fritz selbst muss sich da nur an die Rückrunde erinnern, in der er die ersten sechs Spiele wegen hartnäckiger Hüftbeuger-Beschwerden verpasste. Sechs Spiele, in denen Werder im Abstiegskampf auf der Stelle trat.

Und jetzt? Zum Auftakt wartet Hertha BSC, ein Gegner mit „einer sehr ausgeglichenen Mannschaft, die sich in den letzten zwei Jahren gut entwickelt hat“, warnt Fritz alle, die von einem „Duell auf Augenhöhe“ reden: „Es wird eine schwierige Aufgabe für uns.“ Vor allem angesichts der aktuellen Ausfälle. Sebastian Prödl, Franco Di Santo und Ludovic Obraniak kehrten unter der Woche zwar ins Mannschaftstraining zurück, aber wenn Dutt überhaupt schon in Berlin mit ihnen plant, „dann vielleicht nur für 45 Minuten“, mutmaßte der Trainer. Fritz erinnert zudem an Theodor Gebre Selassie, Philipp Bargfrede und Özkan Yildirim, die „uns noch länger fehlen. Dadurch hast du noch weniger Konkurrenzkampf im Training – aber Konkurrenz tut jeder Mannschaft gut.“

Andererseits rückt Werder dadurch zusammen – und diese Geschlossenheit, einer der großen Bremer Pluspunkte der Vorsaison, hat sich laut Fritz in der harten Vorbereitung noch verstärkt: „Der Teamgeist ist sehr gut, aber wir wollen uns natürlich auch spielerisch weiterentwickeln.“ Dann, so hofft Werders Ältester, „bekommen wir auch mit dem Abstiegskampf nichts zu tun.“ ck

Prödl zurück im Mannschaftstraining

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