Werders Heimkomplex hält gegen BVB an – 1:3

Zu Gast bei Verlierern

+
Im Weserstadion jubeln in dieser Saison fast nur noch die Gäste: Gegen Dortmund kassierte Werder die vierte Bundesliga-Heimpleite in Folge – das gab es noch nie.

Bremen - Die Werder-Fans applaudierten trotzdem. Dabei hatten sie gerade die vierte Bundesliga-Heimpleite in Folge gesehen – das gab es noch nie im Weserstadion.

Und dieses 1:3 (1:2) gegen Borussia Dortmund beinhaltete auch noch das 1000. Heimgegentor – darin ist Werder nun Bundesliga-Spitze. Es zählt in Bremen das Prinzip Hoffnung, dass der Spielplan mit starken Gästen Schuld ist und dass jetzt auswärts alles gut wird.

„Wir haben zwei Auswärtsspiele – und das sind nicht Dortmund oder Bayern“, meinte Coach Viktor Skripnik und wirkte durchaus zuversichtlich. Zustimmung gab es dafür bei Gastgeber Nummer eins am Sonntag: Der FC Augsburg ist schließlich Tabellenletzter. Dann aber muss Werder zum VfL Wolfsburg, der sich am Wochenende mit einem 2:1-Sieg gegen Leverkusen auf Platz drei geschoben hat. „Die hatten diese Saison auch schon eine schlechte Phase, da kann man was holen“, verteidigte Theodor Gebre Selassie die Einschätzung seines Trainers.

Werder will sich stimmungsmäßig nicht schon wieder runterziehen lassen. Nach zwei Siegen in der Bundesliga (Mainz) und im Pokal (Köln) hatten sich die Gesichter nach fünf Pleiten am Stück doch gerade erst aufgehellt. Das Selbstvertrauen war zurück. Aber noch nicht groß genug, um dem qualitativ wesentlich besser besetzten BVB dauerhaft Paroli bieten zu können. Den ersten Rückschlag mit dem frühen 0:1 durch Marco Reus (9.) hatten die Bremer noch weggesteckt, sogar mit einer spielerisch starken Phase und einem fein herausgespielten 1:1 durch Anthony Ujah beantwortet (32.). „Wir haben gezeigt, dass auch wir Fußball spielen können“, hob nicht nur Gebre Selassie hervor. Das Tor gehörte nach dem Spiel zu jeder Beweisführung, um Werders Konkurrenzfähigkeit in der Bundesliga zu dokumentieren.

Dumm nur, dass außer einem Kopfball von Zlatko Junuzovic (35.) keine weiteren nennenswerten Szenen dazukamen. Das Team von BVB-Coach Thomas Tuchel hätte dagegen ein Handbuch herausgeben können, wie selbst gegen einen ungewöhnlich aufgestellten Gegner Chancen herausgespielt werden. Die von vier auf fünf Glieder verlängerte Bremer Abwehrkette mit drei Innen- und zwei offensiven Außenverteidigern hielt nur bedingt dicht. Erst waren es individuelle Fehler, die dem BVB die Treffer eins und zwei (Henrich Mchitarjan nach Tiefschlaf von Janek Sternberg/44.) bescherten, dann sorgte Tuchels Kettenreaktion mit nur kleinen Umstellungen für ein Dortmunder Chancengewitter. Bei dem ausgerechnet Pierre-Emerick Aubameyang alles verdonnerte. Lediglich Reus langte noch einmal zu (71.).

„Wir können froh sein, dass es nur ein 1:3 war“, gestand Felix Wiedwald. Wäre das Ergebnis höher ausgefallen, hätte er wohl kaum ein „Das wirft uns nicht um“ folgen lassen. Und auch Skripniks Verweis auf die zuletzt so hochkarätigen Gegner im Weserstadion (Dortmund, Bayern, Leverkusen) wäre nach der fünften Pleite im sechsten Heimspiel (nur Mönchengladbach wurde besiegt) wohl verpufft.

Werder ist mit einem blauen Auge davongekommen. Unangenehm könnte es aber am Sonntag in Augsburg werden. „Da müssen wir mindestens einen Punkt holen, wenn nicht sogar drei“, stellte Sportchef Thomas Eichin unmissverständlich klar, blieb dabei aber ruhig: „In unserer Form ist das möglich.“ Gestern jedoch rutschte Werder vom 14. auf Relegationsplatz 16 ab, Stuttgart und Hannover zogen vorbei.

kni

Die Noten: Werder Bremen - Borussia Dortmund

Werder Bremen gegen Borussia Dortmund

Mehr zum Thema:

Bilder: So feierten die Promis auf dem Filmball

Bilder: So feierten die Promis auf dem Filmball

Weltweit protestieren Millionen gegen Trump

Weltweit protestieren Millionen gegen Trump

Endstation USA: Drogenbaron "El Chapo" droht lebenslang

Endstation USA: Drogenbaron "El Chapo" droht lebenslang

Gefährliche Sternenjagd für Marc und Jens  - Tag 9 im Camp

Gefährliche Sternenjagd für Marc und Jens  - Tag 9 im Camp

Meistgelesene Artikel

Werder verliert gegen Dortmund: Viel Moral, null Ertrag

Werder verliert gegen Dortmund: Viel Moral, null Ertrag

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

Rot für Drobny und andere Dummheiten

Rot für Drobny und andere Dummheiten

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Kommentare