Werders früherer Stürmer Uwe Reinders und seine unvergessenen Geschichten – heute wird er 60

Ein Einwurf-Tor und ein Badelatschen-Malheur

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Uwe Reinders (hier eine Aufnahme von 2013) „nullt“ heute.

Bremen - „Pico“ Schütz ist nicht der einzige bekannte Werderaner, der heute einen runden Geburtstag begeht. Auch Uwe Reinders „nullt“. Der frühere Stürmer und legendäre Einwurf-„Torschütze“ wird 60 Jahre alt und lädt die Familie – passend zur Jahreszeit und zur Region – zum Grünkohlessen ein.

Völlig unbeschwert wird die Feier nicht sein. „Ich habe Probleme mit dem Herzen, nehme Tabletten. Mir geht es nicht ganz so gut“, sagte Reinders dem Sport-Informationsdienst. Seinen Humor hat der gebürtige Essener aber nicht verloren: „Ich sage es mal so: Das Schlachtschiff hat ein paar Einschusslöcher. Heute Morgen wollte ich mich wie ein 25-Jähriger aus dem Bett rollen, aber irgendjemand muss mich festgehalten haben...“ So eine freche Schnauze vermisst Reinders in der heutigen Spielergeneration: „Die sind alle geklont, da haut keiner mehr einen Spruch raus.“

Er selbst war abseits des Platzes für sein loses Mundwerk bekannt, auf dem Feld aber für eine dynamische Spielweise, knallharte Flanken und Tore. 83 Treffer erzielte Reinders zwischen 1977 und 1985 in 243 Bundesliga-Spielen im Werder-Trikot. Danach spielte er noch in Frankreich (Bordeaux und Rennes) und bei Eintracht Braunschweig. Den größten Erfolg in der anschließenden Karriere als Trainer, die ihn unter anderem zum Brinkumer SV (2005) führte, feierte er in Rostock. Mit Hansa holte er 1990/91 in der letzten Saison der ostdeutschen Oberliga das Double aus Meistertitel und Pokalsieg – es war der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Und Rostock qualifizierte sich damit für die Bundesliga.

Als Spieler lieferte Reinders zwei unvergessene Geschichten. 1982 stand er im deutschen Kader für die WM in Spanien, durfte dort auch drei seiner insgesamt vier Länderspiele bestreiten. Doch dann zog er sich einen Innenbandriss zu – er hatte in Badelatschen Tischtennis gespielt und war ausgerutscht.

Nur ein paar Monate später schrieb er schon wieder Schlagzeilen, diesmal jedoch positive. Am ersten Bundesliga-Spieltag gegen den FC Bayern am 21. August schleuderte Reinders den Ball per Einwurf aufs Tor, Bayerns neuer Torwart Jean-Marie Pfaff war noch mit den Fingerspitzen dran – 1:0 für Werder, der entscheidende Treffer. „Für Pfaff war das eine peinliche Sache“, erinnert sich Reinders: „Da macht ein Weltklasse-Keeper sein erstes Spiel für Bayern – und dann verliert er wegen so einer Krücke.“ Pfaff wurde offiziell als Torschütze geführt, weil durch direkte Einwürfe keine Treffer erzielt werden können. Reinders’ berühmtestes Tor war also – streng genommen – gar nicht seins.

mr/sid

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