Werders Frauen wollen in die 1. Bundesliga

Der Traum vom Haifischbecken

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Trainerin Chadia Freyhat

Bremen - Von Petra Philippsen. Am Montag piepste das Handy von Birte Brüggemann, Werders Leiterin Frauenfußball, gefühlt im Minutentakt. Die Nachricht, dass Bundestrainerin Silvia Neid aufhört und DFB-Direktorin Steffi Jones 2016 übernimmt, sorgte in der Branche für regen Diskussionsstoff und auch Kritik. „Ich war überrascht“, sagt Brüggemann, die selbst in einigen DFB-Ausschüssen sitzt, über die interne Heimlichkeit und die Personalie selbst: „Es ist ein mutiger Schritt, da Steffi keine Erfahrung hat. Daher bin ich gespannt, wie das Trainerteam aussehen wird.“

Bei Werders Frauen könnte es am Saisonende auch einen Wechsel auf dem Trainerposten geben – obwohl dieser beiderseitig gar nicht gewollt ist. Die Aussichten sind nicht schlecht, sechs Spieltage vor Schluss rangieren die Bremerinnen auf Platz drei und träumen vom Aufstieg in die 1. Bundesliga. Dann aber, so viel ist klar, muss ein Vollzeit-Coach her. Und es ist nach wie vor die Krux im Frauen-Fußball, dass nicht mehr als ein besseres Taschengeld für Spielerinnen wie Trainerin herausspringt. So ist Werder-Coach Chadia Freyhat hauptberuflich Soldatin. „Sie ist unsere Traumkandidatin“, betont Brüggemann, „aber sie müsste ihren sicheren Job für das Haifischbecken Bundesliga mit geringer Bezahlung aufgeben. Das ist ein Dilemma.“

Zumal der Aufstieg „ein Quantensprung und eine riesige Herausforderung für alle wäre“, ist sich Brüggemann sicher. Das Leistungsgefälle innerhalb der Frauen-Bundesliga ist extrem, Werder müsste mit dem direkten Wiederabstieg rechnen. „Das Aufstiegsjahr wäre ein Lehrjahr“, meint die ehemalige Spielerin, „das Projekt würde vielleicht drei, vier Jahre dauern, bis man sich in der Bundesliga dauerhaft halten kann.“

Bei Werder ist die Bundesliga das klare Ziel, so hatte man es sich 2007 bei der Gründung der Abteilung Frauenfußball auf die Fahnen geschrieben. „Dass wir nach acht Jahren schon so weit sind, ist sensationell und eine Riesen-Erfolgsgeschichte“, freut sich Brüggemann. Werder hat zwar vier Punkte Rückstand auf Lübars und einen auf Meppen (bei nur einem Aufsteiger), doch Brüggemann glaubt fest an ein Bremer Happy End. Auch, weil die Bremerinnen gegen beide Spitzenteams bereits gespielt haben.

„Wir haben den Kader so zusammengestellt, dass wir die beste Mannschaft haben“, sagt Brüggemann. Und mit dieser Mannschaft würde man in die Bundesliga gehen. Für die Spielerinnen ist der Anreiz enorm, für den Verein wäre es ein weiteres Aushängeschild. Auch, um Nachwuchsspielerinnen zu locken. Immer noch kommt der Hauptanteil des Kaders aus Bremen und dem Umland. Doch auch von den Spielerinnen würden einige abwägen müssen, ob sich ihr Vollzeitjob mit der Bundesliga vereinbaren ließe.

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