Die Bremer kämpfen vor dem Nordderby um Ruhe

Werders Anti-Panik-Tour

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„100-prozentiges Vertrauen“: Werder-Coach Robin Dutt redet seine Mannschaft vor dem Nordderby in Hamburg ganz bewusst stark. ·

Bremen - Es gab mal Zeiten, da hat es vor diesem Duell mächtig gekracht. Es wurde provoziert, gestichelt, gefrotzelt. Und sowohl Werder Bremen als auch der Hamburger SV beanspruchten stets für sich, die Nummer eins im Norden zu sein. Diesmal ist das völlig anders, von Kampfansagen gar nichts zu hören.

Beide Teams stecken vor dem 99. Bundesliga-Aufeinandertreffen morgen (15.30 Uhr) in der Krise, sind total mit sich selbst beschäftigt. Werder versucht seit Tagen, Ruhe reinzukriegen und Optimismus zu versprühen – an allen Fronten.

Sportchef Thomas Eichin gibt sich weiter alle Mühe, das Umfeld zu besänftigen, das seiner Meinung nach zu nervös auf die sportliche Misere mit drei Niederlagen am Stück und ausbleibenden Fortschritten reagiert. Auch gestern in der Pressekonferenz kritisierte der 46-Jährige „die Endzeitstimmung. Dieses ,Wir sind auf einem ganz schlimmen Weg und steigen ab‘ passt mir nicht. Es ist nicht gegen die Fans gerichtet. Wenn sie unzufrieden sind, sollen sie pfeifen“, meinte Eichin: „Aber man muss auch sehen, dass wir schon das nächste Spiel vor der Brust haben, in dem wir alles drehen können.“

Ein Prestigeerfolg im Nordderby – und die Werder-Welt ist wieder in Ordnung. So schnell könnte das gehen. „Mit einem Sieg wären wir einigermaßen im Soll“, findet Mittelfeldmann Cedric Makiadi, einer aus der Bremer Optimismus-Fraktion: „Ich bin positiv eingestellt. Für mich ist das Glas immer halbvoll und nicht halbleer. Wäre ich nicht zuversichtlich, wäre ich fehl am Platz.“ Eine Ansicht, die viele Teamkollegen trotz Platz 14 und den zuletzt sehr ernüchternden Auftritten in Gladbach (1:4) und gegen Frankfurt (0:3) teilen. Starkreden, sich selbst Mut machen, Nervosität und Sorgen verdrängen – das ist auch das Credo von Sebastian Prödl. „Wenn ich jetzt Angst hätte, laufe ich in den restlichen 29 Spielen wie ein wildes Huhn herum und rufe Hilfe, Hilfe, Hilfe. Ich werde keine Panik ausrufen, sehe keine Alarmstufe Rot“, betont der Österreicher, der „nicht zu viel Negatives zulassen“ will: „Das haben wir schon in den Spielen getan. Wir wollen Ruhe bewahren.“

Genau das versucht auch Robin Dutt. „Das ist doch meine Aufgabe als Trainer“, sagt der 48-Jährige, der von seinem Team keinen Millimeter abrückt, es sogar überschwänglich lobt: „Ich habe einen sehr guten Eindruck. Am ersten Tag war es noch ein Bauchgefühl, inzwischen ist es eine objektive Sichtweise. Ich vertraue meiner Mannschaft jetzt schon 100-prozentig – in Freiburg hat das damals länger gedauert.“ Werder werde „einen erfolgreichen Weg“ gehen, prophezeit Dutt – denn: „Meine Spieler haben das Herz am richtigen Fleck.“ · mr

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