Selbst Seeler gratuliert zu Höttges’ 70.

Ein Werderaner zu tausend Prozent

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Helden der Meister-Mannschaft von 1965 unter sich (v.l.): Hans Schulz, Max Lorenz, Horst-Dieter Höttges, Günter Bernard und Heinz Steinmann.

Bremen - Der „Eisenfuß“ schüttelte viele Hände. So um die 100 Gratulanten waren es, die Werder-Ehrenspielführer Horst-Dieter Höttges gestern im Vip-Bereich des Weserstadions empfing. Anlass: der 70. Geburtstag der Bremer Fußball-Legende.

Die Gesellschaft bestand neben einigen Familienmitgliedern aus Weggefährten von damals, aus Freunden von heute und natürlich aus vielen Werder-Vertretern. An der Spitze die Aufsichtsratsmitglieder Hubertus Hess-Grunewald und Hans Schulz (wie Höttges ein Mitglied der Meistermannschaft von 1965) sowie Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer. Er würdigte Horst-Dieter Höttges in seiner Laudatio als einen „tausendprozentigen Werderaner“, der eine Karriere hingelegt hat, „von der andere nur träumen können“.

Tatsächlich sind Höttges’ 70 Lebensjahre voll mit Fußball. Mit nur 21 Jahren gewann er mit Werder den Meistertitel, mit 22 Jahren war der knüppelharte Verteidiger schon Vize-Weltmeister, mit 29 Lenzen feierte er den EM-Titel und mit 31 Jahren gelang der ganz große Wurf: Weltmeister 1974. Danach Rücktritt aus der Nationalelf.

Das Werder-Geschenk für Horst-Dieter Höttges (re.) überreichte Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer: eine Skulptur der Bremer Stadtmusikanten.

Der Ruhm von damals ist mittlerweile zwar verblasst, aber Höttges ist Höttges geblieben. Das zeigte sich auch gestern auf der Feier. Er selbst redete nicht, sondern überließ dies lieber den anderen. So sei der ehemalige Teamkollege schon immer gewesen, meinte Hans Schulz: „Kein Freund der großen Worte, aber ein Ästhet auf dem Platz.“ Dass diese Einschätzung nicht gerade mit Höttges’ Ruf als Eisenfuß und kompromissloser Zweikämpfer korrespondiert, wollte Schulz nicht gelten lassen: „Das passt schon zusammen. Er war eben ein besonderer Fußballer.“

Aus Gegnern wurden Freunde für Jahrzehnte: HSV-Idol Uwe Seeler und Werder-Legende Horst-Dieter Höttges.

420 Mal spielte Höttges für Werder – ein Wert, der nur von Torwart Dieter Burdenski, aber von keinem Feldspieler übertroffen wurde. 66 Mal stand Höttges für Deutschland auf dem Platz – etliche Male gemeinsam mit Uwe Seeler, den er ansonsten in Partien gegen den HSV erbittert bekämpfte. „Hart, aber immer fair“, seien diese Duelle gewesen, sagte Seeler und bekannte: „Ich hätte ihn gerne in meiner Mannschaft gehabt, weil er einer war, der aufgeräumt hat.“ Aber Höttges hat Werder, den Club, „den ich wirklich liebe“, nie verlassen. Trotzdem sind er und „Uns Uwe“ „Freunde seit Jahrzehnten“, so Seeler, der gestern natürlich auch zu den Gratulanten und Händeschüttlern zählte.

Außerdem kamen der ehemalige Werder-Coach Thomas Schaaf, die 65er-Meister Max Lorenz („Ich bin stolz, mit Horst zusammengespielt zu haben“), Günter Bernard und Heinz Steinmann, die Werder-Ehrenspielführer Marco Bode, Dieter Eilts und Frank Baumann sowie die Ex-Geschäftsführer Jürgen L. Born und Manfred Müller. csa

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