Zusammenhalt – zurzeit Werders größtes Plus

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Das Team des SV Werder Bremen ist weiter zusammengewachsen. 

Bremen - Von Cord Krüger. Werder ist weiter zusammengewachsen! Die eineinhalb Wochen im südspanischen Jerez, das längste Trainingslager der Bremer seit Jahren, haben dem Teamgeist augenscheinlich gut getan. Kein Lagerkoller, keine Misstöne nach einer verkorksten Hinrunde, keine Besitzansprüche – für einen Club im Abstiegskampf mutet das fast bedenklich ruhig an.

Während andere Bundesligisten die Winterpause für Trainerwechsel – wie in Hannover – oder hektische Spielertransfers – wie in Frankfurt – nutzten, „herrscht hier eine ganz gute Harmonie in der Mannschaft“, urteilte Werders Sportchef Thomas Eichin: „Wir liegen uns zwar nicht alle in den Armen, aber wir haben eine gute Wettkampf-Mentalität und keine Stinkstiefel. Das ist wichtig heutzutage.“

Dieses Wir-Gefühl könnte Werder auf dem Weg aus der Gefahrenzone der Liga noch wertvolle Dienste erweisen. Allein das reicht natürlich nicht, um in einer Woche im Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig mit einem Erfolg in die Rückrunde zu starten. Doch Chefcoach Dutt sieht sich gut im Zeitplan. In der neuen Trainingswoche will der 48-Jährige seinem Kollektiv ab morgen „den Feinschliff für die spielerischen Elemente, Spritzigkeit und Schnelligkeit“ verpassen.

Dabei mischen dann auch wieder einige mit, für die es das erste Trainingslager mit den Profis war – die aber durchweg positiv überrascht haben. „Ich bin inzwischen ja fast schon der Älteste“, grinste Theodor Gebre Selassie (26) mit Blick auf die fünf 19-Jährigen und zwei 20-Jährigen im Kader. „Jetzt sind viele Junge dabei, aber das sind gute Jungs und keine Problemspieler“, sagt er über den Zuwachs aus eigenen Reihen.

Besonders bemerkenswert fand Stürmer Nils Petersen, der sich mit seinen 25 Jahren ebenfalls schon zu den Leithammeln zählen muss, „dass unsere Trainingsqualität nicht darunter gelitten hat“. Das sieht Gebre Selassie genauso: „Ich denke, wir haben einen Schritt nach vorn getan.“

Dieses Niveau müssen die Profis jetzt halten, denn Dutt prophezeite ihnen für die ungewohnt lange Trainingswoche „harte Arbeit“, um für Braunschweig gerüstet zu sein. Alle müssten „nochmal richtig Gas geben“, hatte der 48-Jährige am Freitag in seiner letzten Ansprache vor der Heimreise nach Bremen gefordert. Keine Minute dauerten Dutts letzte Worte auf dem Rasen von Jerez – und die um ihn herum versammelten Profis quittierten sie mit Applaus. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie super mitgezogen hat. Jeder hat versucht, das Beste aus sich herauszuholen“, fasste der Chefcoach sein Lob nach zehn Tagen und neun Nächten zusammen, in denen es „trotz dieser nicht einfachen Situation keinen großen Zwist gab. Mir ist jedenfalls nichts zu Ohren gekommen…“

Eichin hat ebenfalls „das Gefühl, dass der Zusammenhalt intakt ist“. Deshalb schaut er sich in der noch laufenden Wechselfrist mit größter Sensibilität nach möglichen Verstärkungen um – denn dieses Gefüge „will ich nicht durch irgendeinen Spieler durcheinander bringen“. Gleichwohl schließt der Manager nicht aus, dass sich bis Ende Januar noch etwas tun wird“. So lange hat das Transferfenster geöffnet.

Robin Dutt wartet diese Tage entspannt ab. „Mit meinen Jungs, die ich momentan habe, bin ich zufrieden“, urteilte der Chefcoach. Reicht das für den Weg aus der Talsohle? Dutt lächelt; „Trainer sprühen immer vor Optimismus.“

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