Photovoltaik liefert Energie im Weserstadion

Werder zapft die Sonne rekordverdächtig an

SO PRÄSENTIERT sich aktuell die Südostfassade der Werder-Arena mit den kürzlich installierten Solarmodulen.Fotos: ufa

BREMEN - von Ulf Kaack. Nicht nur im Fußball setzt Werder Bremen Akzente, auch ökologisch hat der hanseatische Erfolgsclub im Sport eine Vorreiterrolle angenommen: Das Weserstadion verfügt seit kurzem über die größte und leistungsfähigste Solaranlage, die derzeit in eine deutsche Sportstätte integriert ist.

Und die umfangreiche und kostenintensive Baumaßnahme ist noch nicht vollkommen abgeschlossen – sie wird erst Ende 2010 in Vollbetrieb genommen.

Eher selten nähert sich der Besucher von der Weserseite aus dem Stadion von Werder Bremen. Dem aufmerksamen Betrachter ist indes nicht entgangen, dass sich die südöstliche Fassade der Spielstätte in den vergangenen Wochen und Monaten optisch grundlegend verändert hat. Großflächig präsentiert sie sich in einem glasartigen, dunkelgrauen Farbton. Und dafür sind vor allem energietechnische Gründe verantwortlich: Es handelt sich um die Photovoltaik-Kollektoren einer groß dimensionierten Solaranlage.

VOR DEM MODELL des neuen Weserstadions: Ulf Brommelmeier , Projektmanager Photovoltaik beim Energieversorger EWE.

„Photovoltaik ist die direkte Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie, also Strom, und wurde erstmals 1958 zur Stromversorgung von Weltraumsatelliten eingesetzt“, erklärt Ulf Brommelmeier, Projektleiter Photovoltaik beim Energieversorger EWE. „Gemeinsam mit Werder Bremen und unserem Partner swb haben wir im Zuge des aktuellen Umbaus des Weserstadions einen optimalen Weg gefunden, eine effizient arbeitende großflächige Solaranlage in die bereits vorhandenen Baustrukturen einzuarbeiten. Die modernste und größte in einer deutschen Sportarena überhaupt.“ Die moderne Photovoltaik-Anlage wird nach vollständiger Fertigstellung aus fast 200.000 Solarzellen bestehen und eine Fläche von rund 16.000 Quadratmetern abdecken, was mehr als zwei Fußballfeldern entspricht. Sie hat eine Leistung von einem Megawatt und erzeugt bis zu 840.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Damit wird die Umwelt jährlich um den Ausstoß von mehr als 450 Tonnen CO2 entlastet.

Einzigartig bei einer Sportstätte in Deutschland ist die ungewöhnliche Einbeziehung der Photovoltaik-Anlage in das gesamte Gebäudekonzept: Die Solarzellen wurden nicht einfach auf das Stadiondach und die Außenwände montiert, sondern architektonisch und baulich in das Dach sowie in die Süd- und Ostfassade integriert. Damit dienen die Module nicht nur zur Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie, sondern sie stellen selbst Bauteile des Stadions dar, dienen als Regen- und Sonnenschutz für die Zuschauer auf den Tribünen, in großen Teilen auch für die Spieler auf dem Rasen. So wird der optische Vorteil mit einem hohen Maß an Materialeinsparung kombiniert und findet auch in der Gebäudestatik seinen Niederschlag.

„Die besondere Herausforderung war es, die komplexe bestehende und in den Jahren vielfach umgebaute Substanz – schließlich ist das Weserstadion kein Einfamilienhaus von der Stange – nun zu einer architektonischen Einheit zusammenzuführen, die über Jahre hinweg Bestand haben wird“, erläutert Ulf Brommelmeier. „Das bisherige Leichtathletikstadion wird momentan zu einem reinen Fußballstadion umgebaut. Die Aschenbahnen werden entfernt, die Zuschauertribünen rücken näher ans Spielfeld. Im Zuge dieser riesigen Umbaumaßnahme hat die EWE gemeinsam mit der swb, übrigens beides langjährige Hauptsponsoren von Werder Bremen, ein modernes und nachhaltiges Energiekonzept für das gesamte Bauwerk erarbeitet und in großen Teilen bereits umgesetzt. In Art und Größe ist dies Projekt weltweit etwas ganz Besonderes.“

Und auch die Werderaner sind stolz auf den Stadionumbau: „Wir wollten schon immer ein Stadion haben, das so einzigartig ist wie Werder“, freut sich Sportdirektor Klaus Allofs über die neue ökologisch und ökonomisch sinnbringende Anlage. „Werder geht gerne andere Wege und schöpft daraus Kraft. Die Photovoltaik-Anlage als Symbol für diese besondere grün-weiße Energie: Das passt! Auch unsere Fans werden stolz sein auf dieses außergewöhnliche Stadionkonzept.“

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