Schiedsrichter gab Prödl-Tor nicht und erntet dafür harsche Kritik / Rolff: „Alles Heilige“

Werder wütend auf Weiner

Die wohl spielentscheidende Szene: Sebastian Prödl (li.) köpft ein, der im Zweikampf unterlegene Holger Badstuber macht theatralisch ein Hohlkreuz. Das Tor zählt nicht.

Von Arne Flügge (Eig. Ber.) · Als Spieler und Verantwortliche von Werder Bremen am späten Dienstagabend die Münchner Allianz-Arena verließen, stand ihnen Enttäuschung, Verzweiflung und Wut ins Gesicht geschrieben. Enttäuschung über eine ebenso vermeidbare wie unglückliche 1:2 (1:1)-Niederlage beim FC Bayern München, die das frühe Aus im DFB-Pokal bedeutete.

Verzweiflung darüber, dass sich die Bremer selbst geschlagen hatten, weil sie sechs, sieben glasklare Chancen fahrlässig vergeben hatten. Und Wut auf Schiedsrichter Michael Weiner, der beim Stande von 1:1 Bremens Abwehrspieler Sebastian Prödl ein reguläres Tor verweigerte.

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Vor allem die Szene in der 60. Minute, als Prödl sich im Kopfballduell gegen Bayern-Verteidiger Holger Badstuber behauptete und die Kugel sauber einnickte, schlug später hohe Wellen. Schiri Weiner gab den Treffer nicht, weil Prödl seinen Gegenspieler angeblich gehalten haben soll. Doch davon war weit und breit nichts zu sehen. Selbst Bayern-Coach Louis van Gaal konnte den Werder-Frust verstehen: „Ich bedanke mich bei Sepp Blatter. Das war ein reguläres Tor von Prödl.“ FIFA-Präsident Blatter lehnt bekanntlich technische Hilfsmittel wie den Videobeweis ab.

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Für die Bremer war van Gaals faire Einschätzung nur ein schwacher Trost. Das Wort Betrug wollte zwar niemand so wirklich in den Mund nehmen. Die Kritik an Weiner war – für Werder-Verhältnisse – aber ungewohnt laut und deutlich. „Ich weiß nicht, ob er so etwas bei den Bayern abgepfiffen hätte“, ereiferte sich Prödl, „das war nie im Leben ein Foul. Das war ein glasklares Tor, eine totale Fehlentscheidung vom Schiedsrichter. Das ist ganz, ganz bitter für uns.“

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Klaus Allofs stand auch noch eine Stunde nach dem Abpfiff die Zornesröte auf der Stirn. „Ich habe so einen Hals. Es ist eine Katastrophe, dass so ein Tor nicht gegeben wird. Wir brauchen überhaupt keinen Fußball mehr zu spielen, wenn so etwas abgepfiffen wird“, kochte der Bremer Sportchef, der von der entscheidenden Szene des Spiels sprach: „Wird das Tor gegeben, führen wir mit 2:1 – und dann gewinnen wir das Spiel auch.“ Und Trainer Thomas Schaaf brummte: „Da sollten sich die zuständigen Leute mal Gedanken drüber machen.“

Unmittelbar nach dem Abpfiff war Allofs zu Weiner gelaufen, um sich zu beschweren. „Er wollte mir keine Antwort geben und hat mir gesagt, ich soll mir die Szene noch mal im Fernsehen anschauen“, berichtete der Bremer Sportdirektor, der Weiner daraufhin einlud, das doch gemeinsam zu tun. Doch der Schiedsrichter habe abgewunken und den Bremern vorgeworfen, sie würden nur von den eigenen Fehlern ablenken wollen.

Ein Verhalten des Mannes aus Hasede, das Allofs & Co. nun gar nicht schmeckte. Die Werder-Verantwortlichen hatten zumindest erwartet, dass sich Weiner der Situation stellt. „Wenn ich einen Fehler mache, dann muss ich mir den auch anschauen können und dazu stehen. Aber dazu hatte er nicht die Traute“, schimpfte Bremens Co-Trainer Wolfgang Rolff und legte kräftig nach: „Die Schiedsrichter müssen anscheinend nicht zu ihren Fehlern stehen. Das sind alles Heilige. Uns wurde der Einzug ins Achtelfinale genommen, denn die Bayern waren zu dem Zeitpunkt müde und kraftlos.“

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