Werder und Wolfsburg im Fehlstart vereint / Dutts gewagte 70-Gegentore-These

Die gleiche Geschichte – nur auf höherem Niveau

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Viele flitzen, einer denkt nach: Werder-Trainer Robin Dutt weiß nicht, was er aktuell vom VfL Wolfsburg halten soll.

Bremen - Eigentlich ist Robin Dutt nie um eine Antwort verlegen. Doch wenn es darum geht, den aktuellen Zustand des VfL Wolfsburg zu analysieren, zuckt selbst der Fußball-Fachmann und gewiefte Rhetoriker einigermaßen hilflos mit den Schultern. „Nein“, sagt der Coach von Werder Bremen, „man wird nicht wirklich schlau aus ihnen.“ Fakt sei nur, dass der schwerreiche VW-Club bis zum Heimspiel heute Abend (18.30 Uhr) gegen den SV Werder hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben ist. Willkommen im Club, mag da ein Bremer denken.

Gut geht es derzeit beiden Mannschaften nicht. Hier die Bremer mit mageren drei Zählern, dort die Wolfsburger mit der Ex-Werder-Fraktion Aaron Hunt, Naldo und Kevin De Bruyne mit nur zwei Pünktchen mehr. „Letztlich“, meint Robin Dutt, „ist das auf etwas höherem Niveau die gleiche Geschichte wie bei uns –beim Anspruch des VfL sind fünf Punkte wahrscheinlich genauso wenig wie drei Punkte für uns.“ Es ist also ein Duell der Fehlstarter, das Schiedsrichter Peter Sippel in der Volkswagen-Arena anpfeifen wird. Und klar: Beide Teams wollen diesen wenig fröhlich stimmenden Status mit einem Sieg ablegen.

Anders als Werder haben die von Ex-Werder-Chef Klaus Allofs geführten Wölfe wenigstens schon einen Erfolg eingefahren. Glanzvoll und absolut überzeugend war das 4:1 über Bayer Leverkusen vor sechs Tagen. Für diesen einen Moment durften sich alle, die vor der Saison in dem VfL einen Bayern- und Dortmund-Herausforderer gesehen hatten, bestätigt fühlen. Aber eben nur für einen Moment. Denn am Mittwoch folgte das 0:1 bei Hertha BSC – ein Paradebeispiel für eine verkorkste Partie. Trotz großer Überlegenheit und dickem Chancenplus verloren die Niedersachsen, und Hecking mahnte anschließend: „Wir treffen auf dem Platz zu häufig die falsche Entscheidung. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Spiele. Wir müssen jetzt schleunigst auf Kurs kommen.“ Auf Kurs Richtung Champions League, versteht sich.

Auf Kurs Abstiegskampf befindet sich dagegen der SV Werder. Das sei eine Realität, sagte Dutt am Dienstagabend nach dem 0:3 gegen Schalke 04, das nach ähnlichem Muster zustande gekommen war, wie die Wolfsburger Pleite in Berlin. Erst überlegen, dann unterlegen. Konsequenz für die Bremer: Sturz auf Tabellenplatz 16 – so schlecht hatte die Mannschaft in der gesamten vergangenen Saison nicht gestanden.

Einen Anlass, die grundsätzliche Ausrichtung der Mannschaft zu verändern, sieht der 49-jährige Trainer allerdings auch nach eingehender Betrachtung der Niederlage und der bereits 13 Gegentore nicht. „Wir haben nicht einen einzigen Treffer bekommen, den man mit irgendeiner anderen taktischen Ausrichtung nicht bekommen hätte“, behauptet er stattdessen. Und mehr noch: Der Mann, der die Gegentorflut in der vergangen Saison zwar stoppen wollte, daran aber scheiterte, erklärt plötzlich eine Quote von 60 kassierten Toren und mehr zu einer möglicherweise akzeptablen Begleiterscheinung. Voraussetzung: In anderen Bereichen muss es flutschen. „Wir werden weiter versuchen, die Fehler abzustellen. Aber wir dürfen uns nicht nur daran aufhalten. Man kann seine Saisonziele auch erreichen, wenn ein Baustein unbefriedigend funktioniert. Wir können trotzdem erfolgreich sein“, behauptet Dutt. Er könne da „das Beispiel Hoffenheim nennen. Die haben in der vergangenen Saison mit 70 Gegentoren einen einstelligen Tabellenplatz (Rang neun, d. Red.) geholt.“ Weil sie 72 Tore geschossen hatten.

Das sagte der Coach nicht. Auch nicht, dass man mit 70 Gegentoren – und das ist die deutlich wahrscheinlichere Möglichkeit – auch absteigen kann. Siehe 1. FC Nürnberg anno 2014.

csa

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