Werder wirbt um Vertrauen für Lennart Thy

Wie Wiedwald Klasnic oder Kruse

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Lennart Thy

Bremen/Hamburg - Eines ist klar: Der Transfer von Lennart Thy ist kein Transfer wie jeder andere. Werder Bremen holt einen Spieler zurück, der es im ersten Anlauf bei den Grün-Weißen nicht geschafft hat. Der zudem als Stürmer nicht die Tornetze in der zweiten Liga kaputtgeschossen hat. Und der soll nun ab dem Sommer den SV Werder verstärken?

Um aus jenen, die glauben, dass die Rückholaktion des 23-Jährigen vom FC St. Pauli keine gute Idee ist, doch Befürworter des Transfers zu machen, bedienen sich Sportchef Thomas Eichin und Trainer Viktor Skripnik großer Vergleiche mit tatsächlichen und nie stattgefundenen Werder-Karrieren.

Eichin macht den Anfang und erinnert an Max Kruse. Auch er war einst – wie Thy – von Werder zum FC St. Pauli gegangen. Danach stieg er in Freiburg, Gladbach, Wolfsburg zum Bundesliga-Star und Nationalspieler auf. „Ich glaube“, sagt Eichin also, „alle wären froh, wenn Werder Max Kruse damals von St. Pauli zurückgeholt hätte.“ Unausgesprochene und ziemlich mutige (An)Deutung: Auch Thy könnte einer wie Kruse werden.

Wie schön wäre das denn? Oder – noch besser – einer wie Ivan Klasnic. Der hat seine Karriere schließlich bei Werder gemacht und kam damals ebenfalls von St. Pauli aus Liga zwei nach Bremen. Skripnik bringt dieses Beispiel und schwelgt lächelnd in Erinnerungen: „Ivan ist bei uns ja fast zum Weltstar geworden.“ Aber das, so sieht es selbst der Coach, „kann man nicht wirklich vergleichen“. Es wäre eher schlecht für Thy.

Das ist Lennart Thy

2012 kam Thy an Sturmrivale Claudio Pizarro nicht vorbei. Ab Sommer könnten die beiden wieder um einen Stammplatz konkurrieren. © nordphoto
Lennart Thy, Werder Bremen,
Juli 2010: Klaus Allofs im  Gespräch mit dem damals 18-jährigen Lennart Thy. © nordphoto
14.05.2011, Platz 11, Bremen, GER, 3.FBL, Werder Bremen II vs SV Wehen Wiesbaden, im Bild Lennart Thy (Bremen #36)   Foto © nph / Frisch
Thy im Jahr 2011: Für Werder Bremen II machte er insgesamt 70 Spiele, 28 davon unter Viktor Skripnik. © nordphoto
10.02.2011, Trainingsgelaende Werder Bremen, Bremen, GER, 1.FBL, Training Werder Bremen, im Bild Leon-Aderemi Balogun (Bremen #37, links), Thomas Schaaf (Trainer Werder Bremen), Lennart Thy (Bremen #36), Torsten Frings (Bremen #22)   Foto © nph / Frisch
Thomas Schaaf (2.v.l.) war Thys einziger Profi-Trainer in Bremen. Mit im Bild: Leon-Aderemi Balogun (l.) und der heutige Co-Trainer Torsten Frings (r.). (Februar 2011) © nordphoto
Lennart Thy, Werder Bremen,
Oktober 2011: Lennart Thy (l.) mit Tom Trybull auf dem Trainingsgelände des SV Werder Bremen. © nordphoto
Lennart Thy, Werder Bremen,
Den Ball fest im Blick: Thy damals noch im Werder-Trikot im Weserstadion gegen Kaiserslautern. (August 2012) © nordphoto
Lennart Thy, Werder Bremen,
April 2012: Lennart Thy (l.) im Trainingsduell mit Clemens Fritz. Dessen Karriereende verhindert ein Wiedersehen in der nächsten Saison. © nordphoto
Bald wieder in Grün: Thy, hier im Januar 2012 mit Florian Trinks (jetzt Greuther Fürth) und Bernd Düker (jetzt VfL Osnabrück). (v.l.) © nordphoto
Von Bremen im Regen stehen gelassen? Eine Ausleihe lehnte Thy 2012 ab und suchte sein Glück in Hamburg. © nordphoto
Lennart Thy im Gespräch mit dem damaligen St. Pauli-Sportdirektor Rachid Azzouzi im August 2012. © nordphoto
Lennart Thy lächelt im Juli 2015 für das neue Profilfoto. © nordphoto
November 2014: Lennart Thy im Einsatz für St. Pauli. © nordphoto
04.08.2013, Preußenstadion, Münster, GER, DFB-Pokal, 1. Hauptrunde, Preußen Münster vs FC St. Pauli, im Bild Lennart Thy (St. Pauli #18)Foto © nph / Frisch
Thy im August der Saison 2013/14. Trotz des 8. Tabellenplatzes lief es für Thy durchwachsen, er traf lediglich viermal. © nordphoto
26.08.2013, Millerntor-Stadion, Hamburg, GER, 2.FBL, FC St. Pauli vs Dynamo Dresden, im Bild Lennart Thy (St. Pauli #18)Foto © nph / Frisch
Thy im August 2013 am Millerntor. Volle Konzentration auf den Pass. © nordphoto
Oktober 2015: Thy im Zweikampf mit Sandhausens Philipp Klingmann. Am Ende blieb der SVS mit 3:1 Sieger. © nordphoto
14.09.2015,  Millerntor-Stadion, Hamburg, GER, 2. FBL, 1.FC St.Pauli  vs MSV Duisburg, im Bild Lennart Thy (Hamburg #18) liegt enttaeuscht am Boden//  Foto © nordphoto / Witke
Auch bei St. Pauli blieben Enttäuschungen nicht aus. Trotz des verzweifelten Blicks stand am Ende ein 2:0 gegen Duisburg, Thy bereitete ein Tor vor. (September 2015) © nordphoto
Sein bestes Spiel für St. Pauli datiert auf den 9. November 2015. Thy dreht nach dem dritten seiner vier Tore jubelnd ab. © nordphoto
09.11.2015,  Millerntor-Stadion, Hamburg, GER, 2. FBL, 1.FC St.Pauli  vs Fortuna Duesseldorf, im Bild Lennart Thy (Hamburg #18) schiesst das 3-0 fuer Hamburg vorbei an Torhueter Michael Rensing (Duesseldorf #01) und jubelt mit der Mannschaft// Foto © nordphoto/Witke
Thy lässt sich für Tor Nummer drei gegen Fortuna Düsseldorf von seinen Mannschaftskollegen feiern. © nordphoto
05.09.2013, Stadion Hoheluft, Hamburg, GER, 1.FBL, FSP, FC St. Pauli vs Werder Bremen, im Bild Lennart Thy (St. Pauli #18), Santiago Garcia (Bremen #2)Foto © nph / Frisch
Lennart Thy trifft im Testspiel gegen Werder im September 2013 auf Santiago Garcia. Dieses Duell wird es demnächst ausschließlich auf dem Bremer Trainingsgelände zu sehen geben. © nordphoto
03.05.2015,  Millerntor-Stadion, Hamburg, GER, 2. FBL, 1.FC St.Pauli  vs Leipzig, im Bild Lennart Thy (Hamburg #18) schiesst das 1-0 fuer Hamburg vorbei an Torhueter Fabio Coltori (Leipzig #01)// Foto © nordphoto / Witke
Thy lässt die Herzen der Fußballromantiker höher schlagen: Er trifft am 3. Mai 2015 zum 1:0-Siegtreffer gegen RB Leipzigs Keeper Fabio Coltori. © nordphoto
16.08.2013, rewirpowerSTADION, Bochum, GER, 2. FBL, Vfl Bochum vs FC St. Pauli, im BildTorjubel / Jubel  John Verhoek (St. Pauli #12) nach dem 1:2 mit Lennart Thy (St. Pauli #18)Foto © nph / Mueller
August 2013: Thy jubelt mit Doppeltorschütze John Verhoek über dessen Führungstreffer gegen Bochum. Am Ende ging es 2:2 aus. © nordphoto

Dann lieber Felix Wiedwald, Skripniks Beispiel Nummer zwei. Bei Werder ausgebildet, weggegangen, in Liga zwei gereift, zurückgekommen, Leistungsträger geworden – so lief es für den Keeper, „und ich hoffe auf einen ähnlichen Weg bei Lennart. Er verdient es, jetzt den nächsten Schritt zu machen“, meint Skripnik.

Schon als Jugendtrainer hatte der Ukrainer den jungen Thy unter seinen Fittichen. „Mir gefällt, dass er immer in Bewegung ist. Aber natürlich wünscht man sich, dass er noch mehr Tore macht. Doch das kommt mit der Erfahrung“, meint Skripnik und wirbt für mehr Vertrauen in Lennart Thys Fähigkeiten: „Er ist ehrgeizig und kann sich bei uns noch weiterentwickeln.“

csa

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