Juventus möchte den Ex-Hamburger nicht ausleihen, sondern verkaufen

Werder will Elia, doch das wird ganz schwierig

Verdammt schnell mit Ball, deshalb will ihn Werder auch unbedingt haben: Eljero Elia von Juventus Turin. ·

Bremen - Von Björn Knips. Es gibt da diese schöne Geschichte aus Hamburg: Als Eljero Elia in der Saison 2009/2010 seine ersten Spiele für den HSV absolviert hatte, da glaubten nicht wenige Experten, dass der junge Holländer bald wieder weg und sein Club um mindestens 25 Millionen reicher sein würde. Doch es kam anders.

Elia, für zehn Millionen Euro von Twente Enschede losgeeist, entwickelte sich zum Problemfall – und ist es auch nach seinem Wechsel vor einem Jahr zu Juventus Turin geblieben. Beim italienischen Meister kam er nur vier Mal in der Liga zum Einsatz. Nun wittert der SV Werder seine große Chance, für relativ kleines Geld einen außergewöhnlichen Spieler zu bekommen. Die Bremer, so erfuhr diese Zeitung, verhandeln mit den Italienern. Doch eine Einigung gestaltet sich äußerst schwierig.

Das Problem: Juventus will sofort Kasse machen, durch einen Verkauf möglichst viel von den zehn Millionen Euro, die zum HSV geflossen sind, wiederbekommen. Doch das ist für Werder kein Thema. Die Bremer wollen dieses Risiko nicht eingehen. Elia soll für ein Jahr ausgeliehen werden, um ihn dauerhaft auf Werder-Tauglichkeit zu prüfen. Denn der 25-Jährige ist nicht einfach. Er gilt als Sensibelchen, das viel und regelmäßig Zuspruch benötigt. Nach einer Knöchelverletzung im November 2009 überwarf er sich mit seinem Club, schimpfte, dass er falsch behandelt worden sei. Damit begann das Unheil beim HSV. In der Rückrunde lief es schon schlechter, im zweiten Jahr dann gar nicht mehr. Elija ist zwar kein gefürchteter Nachtschwärmer, aber trotzdem nicht immer auf Fußball fokussiert. Naiv trifft es vielleicht noch besser. So ließ sich Elia als HSV-Profi mal mitten in der Saison tätowieren und fiel prompt wegen einer Entzündung der behandelten Stelle für Training und Spiel aus.

Sein sportlicher Wert ist unbestritten, die 26 Länderspiele für die Niederlande kommen nicht von ungefähr. Der Rechtsfuß ist wahnsinnig schnell und dabei auch noch stark am Ball. Ein perfekter offensiver Außenbahnspieler eben. Und genau das macht die Personalie so brisant. Außenbahnspieler gibt es im System von Thomas Schaaf eigentlich gar nicht. Der Werder-Trainer bevorzugt seit Jahren die Mittelfelderaute. Alle Versuche, sich mit einer offensiven Dreier-Reihe hinter nur einer Spitze der Spielweise fast aller anderen Clubs anzupassen, wurden abgebrochen. Obwohl das Personal dafür durchaus vorhanden war. Siehe Marko Marin, der nun an den FC Chelsea abgegeben wurde. Auch Marko Arnautovic ist ein Außenbahnspieler, hat sogar gemeinsam mit Elia bei Twente Enschede als Flügelzange agiert. Vielleicht ist das der Hintergedanke des Transfers. Vielleicht will Schaaf die Systemänderung nun tatsächlich angehen.

Fest steht: Elia will Juventus trotz eines bis 2015 laufenden Vertrages sofort verlassen. „Ich muss anderswo aufs Neue beginnen. Ich habe den Teamkollegen zum Meistertitel gratuliert, doch dieser Titel fühlt sich nicht nach meinem an, und sie begreifen das“, sagte Elia unlängst: „Jetzt möchte ich wieder spielen. Ich bin erst 25 Jahre und habe noch viel Zeit vor mir.“

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