„Tag der Fans“ ohne große Zwischenfälle

Wenig „Wiesenhof“-Proteste

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Neuzugang Assani Lukimya klatscht mit den Fans ab.

Bremen - Der Aufschrei im Internet war riesig, der Aufschrei gestern in der Öffentlichkeit vergleichsweise klein. Beim „Tag der Fans“ gab es – wie erwartet – Proteste gegen Werder Bremens neuen Hauptsponsor „Wiesenhof“.

Angesichts des Online-Widerstands, etwa in der inzwischen rund 20.000 Mitglieder umfassenden Facebook-Gruppe „Wiesenhof als Werder-Sponsor? Nein, danke“, war mit einigen Protesten zu rechnen.

Der Tag der Fans: Die Besucher

Tag der Fans: Supporter, Besucher und Anhänger

Es gab auch deutliche Missfallensbekundungen, aber die hielten sich insgesamt in Grenzen. Als die drei Bremer Geschäfstsführer Klaus Allofs, Klaus Filbry und Klaus-Dieter Fischer um kurz nach 13.30 Uhr das Podium am Weserstadion betraten, um den Deal mit dem umstrittenen Geflügelfabrikanten aus dem niedersächsischen Visbek zu erklären, ernteten sie Buhrufe und Pfiffe – allerdings längst nicht von allen anwesenden Fans. Einige, wenige Aktivisten der Tierschutzorganisation „Peta“, die sich in ihren weißen und schwarzen T-Shirts weit vorne in der Menge platziert hatten, hielten rund zehn DIN-A3 große Plakate mit der Aufschrift „Die traurige Realität bei Wiesenhof“ und Bilder von totem Geflügel drauf in die Höhe. Es gab mehrere, auch deftige Zwischenrufe, die drei Geschäftsführer auf dem Podium mussten mehrfrach ihre Ausführungen unterbrechen. „Es ist wichtig, dass man ausreden darf“, sagte Allofs und verteidigte den Bremer Entschluss für den neuen Sponsor, der Werder pro Jahr rund sechs Millionen Euro in die Kasse spült: „Wir haben einen guten regionalen Partner gefunden. Und ich kann euch versichern, dass es keine Entscheidung war, bei der es nur ums Geld ging.“

Die Spielerpräsentation

Tag der Fans: Die Spielerpräsentation

Ironisches Gelächter bei einigen Fans. Doch die Bremer Verantwortlichen ließen sich nicht aus der Reserve locken. „Wir haben uns intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und auch mit der Kritik der Fans befasst, etwa kein Posting im Internet gelöscht“, betonte Filbry und ergänzte: „Dass ,Wiesenhof‘ stark in der öffentlichen Kritik steht, ist uns bewusst. Ob dort alles perfekt ist? Wir wissen es nicht. Aber das Unternehmen ist bemüht, sich zum Beispiel in puncto artgerechte Tierhaltung zu verbessern. Und es bietet 5 000 Arbeitsplätze in Deutschland.“

Tag der Fans Teil 1 und 2

"Tag der Fans" bei Werder Bremen - Teil 1

Tag der Fans: Teil zwei

Die „Wiesenhof“-Gegner präsentierten weiter ihre Schilder und äußerten lautstark ihren Unmut („Wir wollen das nicht“). „Wer schreit, hat meistens die schlechtesten Argumente. Es bringt doch nichts, wenn wir uns hier gegenseitig niederschreien“, beschwichtigte Fischer. Der Werder-Präsident, der angekündigte hatte, sich sofort von einem Sponsor zu trennen, wenn dieser nicht mehr „anständig“ sei, sprach von „einer gemeinsamen Entscheidung, die wir uns nicht leicht gemacht haben. Durch die Partnerschaft ist ,Wiesenhof‘ jetzt noch viel stärker in der Öffentlichkeit – deshalb ist es ein mutiger Schritt von ihnen.“

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Nach etwa zehn Minuten war das Thema „Wiesenhof“ beendet, die Geschäftsführer und Moderator Tino Polster sprachen dann erst über die U 23, später auch über die Profis und die neue Werder-Saison. Als der Geschäftsführer-Talk nach 20 Minuten vorbei war, lief noch eine Gruppe von rund 50 Demonstranten durch die Reihen. Mit den Plakaten – und einem grün-weißen Banner, auf dem „Werder ohne ,Wiesenhof‘“ zu lesen war. Es liefen auch zwei Männer in Hühnerkostümen und einer mit Gummihuhn in der Hand über den großen Parkplatz, aber viel mehr Proteste gab es nicht. Die meisten Werder-Fans feierten „ihren“ Tag, der anschließend noch eine Autogrammstunde und die Präsentation der neuen Mannschaft bot, bei bestem Sommerwetter – ohne laute, kritische Töne. Das Team trat in seinen mango-grauen Freizeitoutfits und noch ohne „Wiesenhof“-Werbung auf und sorgte für den größten Andrang.

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