„Wir gehören nicht nach ganz oben“ / Nach Remis gegen Hannover nur noch Sechster / Allofs sauer

Werder 0:0 – und Wiese giftet

Claudio Pizarro (li.) und Hanno Balitsch im Zweikampf. Der Werder-Stürmer blieb gestern den Beweis seiner Torjägerqualitäten schuldig.

Bremen - Von Arne Flügge. Werder Bremen hat gestern die große Chance vertan, Platz drei in der Fußball-Bundesliga zu festigen. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf kam vor 34 000 Zuschauern im Weserstadion gegen Hannover 96 über ein mageres 0:0 nicht hinaus und rutschte auf Rang sechs ab.

Anstatt Tuchfühlung zum Spitzenduo Hamburg /Leverkusen zu halten, beträgt der Rückstand jetzt wieder fünf Punkte. Für Klaus Allofs war’s daher auch eine gefühlte Niederlage. „Mir haben die Begeisterung und der Druck gefehlt. Man muss fanatischer sein, um zu gewinnen. Das reicht mir nicht“, schimpfte der Werder-Sportdirektor nach einer vor allem indiskutablen ersten Halbzeit.

Torwart Tim Wiese, der seine Mannschaft zweimal vor einem Rückstand bewahrt hatte, war ebenfalls ziemlich angefressen. „Alle reden immer darüber, was unsere Ziele sind. Dann muss man solche Spiele einfach gewinnen“, grantelte der 27-Jährige – und hegte deutliche Zweifel an der sportlichen Klasse des Teams: „Wir gehören nicht nach ganz oben. Da, wo wir jetzt stehen, ist das schon in Ordnung.“

Die Noten zum Spiel

Nur Naldo und Frings überzeugen

Wiese hätte sich diese Aussage wohl verkniffen, wenn Werder zumindest ein oder zwei seiner vorhandenen Chancen genutzt hätte. Doch der Ball wollte einfach nicht rein. Das lag zum einen daran, dass Florian Fromlowitz im 96-Tor eine tadellose Leistung abgeliefert hatte und die Defensive der Gäste insgesamt sehr sicher stand. Zum anderen gesellte sich bei Werder im Abschluss zum Unvermögen noch Pech hinzu: Kopfbälle von Claudio Pizarro (10.) und Per Mertesacker (46.) wurden auf der Linie geklärt.

„Wir hatten insgesamt vier, fünf gute Möglichkeiten“, zählte Trainer Thomas Schaaf später auf: „Ein Tor wäre wichtig gewesen, um mehr Ruhe reinzubringen.“ Doch der 48-Jährige musste auch eingestehen: „Wir hätten noch drei Stunden spielen können und hätten nicht getroffen. Das war so ein Tag, da ist das Tor einfach zugenagelt.“

Ein Verdienst nicht nur von Fromlowitz. Christian Schulz, Ex-Bremer und derzeit Innenverteidiger, bot eine ganz starke Leistung und hielt die Abwehr zusammen. „Es hat Spaß gemacht, zu Null zu spielen“, grinste „Schulle“, „vor allem vor dem Hintergrund, dass wir hier in den letzten Jahren den Laden immer vollbekommen haben.“ In fünf Auswärtsspielen hatte Hannover fünf Niederlagen mit einem Torverhältnis von 2:21 an der Weser kassiert.

Dass die Bremer diesmal kein Schützenfest feierten, lag daran, dass die gesamte Offensive schwächelte. Sowohl das Sturmduo Pizarro/ Marko Marin als auch die offensiven Mittelfeldspieler Mesut Özil, Philipp Bargfrede und Tim Borowski verstanden es nicht, die spielentscheidenden Akzente zu setzen. „Hannover hat unser Spiel zerstört“, räumte Borowski ein und ergänzte selbstkritisch: „Wir hätten viel mehr tun müssen. Es war eines dieser Spiele, aus dem man einen dreckigen Sieg mitnehmen muss. Das ist uns nicht gelungen.“

Schaaf machte unterdessen die Länderspielpause mitverantwortlich für das Remis. „Die hat uns nicht gutgetan“, meinte der Werder-Coach, „wir müssen uns jetzt den Rhythmus neu erarbeiten.“ Bis Donnerstag bleibt noch Zeit: Dann tritt Werder in Portugal zum Europa-League-Auftakt bei Nacional Funchal an.

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