2:1 – und Werder weiß jetzt: „Wir können’s“

Mit Perspektiven in die Pause

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Gleich gibt es die Umarmung: Trainer Viktor Skripnik gratuliert Davie Selke zu einer herausragenden Leistung.

Bremen - Am Anfang wurde ein Schlusspunkt gesetzt. Vor dem Anpfiff der Partie gegen Borussia Dortmund verabschiedete Werder Bremen seinen Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer in den Ruhestand – nach 44 Jahren in Führungspositionen. Das Ende einer Ära. Dann, nur wenige Minuten später, wurde vielleicht so etwas wie ein Grundstein für etwas Neues in Bremen gelegt. Mit einer Leistung, die hinterher von allen Beteiligten zur Schablone für die Rückrunde erhoben wurde, feierte das Team von Trainer Viktor Skripnik einen 2:1-Sieg über Borussia Dortmund. Damit löste sich Werder zum Abschluss der Hinrunde vom letzten Tabellenplatz, überwintert auf dem Relegationsrang. Was grundsätzlich immer noch besorgniserregend ist.

Aber Werder wollte sich nach der nur dank des finalen Sieges dann doch nicht schlechtesten Hinrunde der Club-Geschichte keine Sorgen machen. Werder wollte optimistisch sein. „So ein Spiel müssen wir einfach als Vorbild nehmen. Es macht Mut“, sagte Skripnik, der selbst „natürlich überglücklich“ war.

Sein eigener Mut, erneut auf junge Spieler zu setzen, war erneut belohnt worden. Teenie-Stürmer Davie Selke, noch 19 Jahre jung, war als Schütze des frühen 1:0 (3.) und als Vorbereiter des 2:0 (63.) durch Fin Bartels der Bremer Matchwinner. Daran änderte der Dortmunder Treffer von Mats Hummels (69.) nichts mehr.

„Davie“, lobte Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin anschließend, „hat super gespielt. Er hat starkes Bundesliga-Format.“ Es kamen im Verlauf der Hinrunde berechtigte Zweifel auf, ob das von dem gesamten Team überhaupt noch behauptet werden darf. Das Spiel gegen Dortmund – und nicht nur das – habe darauf eine Antwort gegeben, meinte Eichin: „Es hat jeder gesehen, dass wir kein Qualitätsproblem haben.“

Tatsächlich war der Erfolg über den in dieser Saison völlig aus der Spur geratenen BVB eine reife Leistung. Taktisch klug, individuell diszipliniert, mannschaftlich geschlossen – „eigentlich müssen wir alle aufein-ander sauer sein, dass wir das nicht öfter gezeigt haben“, meinte Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic. Aber immerhin: „Wir haben uns bewiesen, dass wir es können. An dieser Partie müssen wir uns orientieren und in der Rückrunde in jedem Spiel eine solche Leistung abrufen.“

Die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte beginnt für die Werder-Profis am 5. Januar mit dem ersten Training des Jahres in Bremen. Tags darauf geht es für acht Tage ins Trainingslager nach Belek in der Türkei. Die Rückrunde beginnt dann am 1. Februar mit dem Heimspiel gegen Hertha BSC. „Aber jetzt genießen wir erstmal, dass wir zwei Wochen Ruhe haben“, meinte Skripnik, der seine Spieler schon gestern und damit einen Tag früher als geplant in den Urlaub schickte. Der Blick auf die Tabelle tut während der freien Zeit auch gar nicht mehr so fürchterlich weh. Platz 16 mit 17 Punkten und nur zwei Zähler Abstand auf Platz zehn: Werder geht mit Perspektiven in die Pause.

csa

Bestnoten für Selke und Bartels

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