Drei-Spiele-Sperre für Djilobodji nicht akzeptiert

Werder wehrt sich gegen DFB

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Thomas Eichin

Bremen - Werder Bremen hatte auf Milde gehofft, doch der DFB zeigte Härte. Innenverteidiger Papy Djilobodji (27) soll nach seiner Kopf-ab-Geste im Heimspiel gegen Mainz wegen „krass sportwidrigen Verhaltens“ für drei Meisterschaftsspiele gesperrt werden. Das hat der DFB-Kontrollausschuss gestern beantragt.

Die Bremer reagierten prompt, verweigerten die Zustimmung und baten um eine Entscheidung durch den DFB-Einzelrichter. Wann dieser ein Urteil verkündet und es endgültige Klarheit gibt, ist noch offen. „Wir halten die nachträgliche Sperre von drei Meisterschaftsspielen für ungerechtfertigt. Vor allem, weil die Intensität und der Unrechtsgehalt des vorliegenden Falls unter Beachtung der konkreten Begleitumstände aus unserer Sicht als geringer zu bewerten sind als im Fall Deniz Naki“, erklärte Werders Geschäftsführer Thomas Eichin am Nachmittag auf der Vereinshomepage.

Das klingt nüchtern und sachlich, in Wahrheit sind die Bremer aber mächtig sauer über das beantragte Strafmaß – und darüber, dass sich der DFB offenbar zu sehr am „Fall Naki“ und nicht am „Fall Asamoah“ orientiert hat, Beide hatten die gleiche Geste wie Djilobodji gezeigt. St. Paulis Naki provozierte damit 2009 den Fanblock von Hansa Rostock. Sperre: drei Spiele. Schalkes Gerald Asamoah feierte ein Tor im Revierderby gegen Dortmund 2007 mit dem Finger am Hals und wirkte dabei deutlich aggressiver als Djilobodji. Sperre: keine.

Schließt sich der Einzelrichter dem Vorschlag des Kontrollausschusses an, ist das für Werder sportlich eine Katastrophe. Djilobodji fehlt dann nicht nur in Dortmund (wo er am 2. April seine Gelbsperre absitzt), sondern danach eben auch noch in den Heimspielen gegen Augsburg (9. April) und Wolfsburg (16. April/jeweils 15.30 Uhr) sowie im Nordderby beim Hamburger SV (22. April). Im Halbfinale des DFB-Pokals beim FC Bayern (19. April) dürfte der bis Saisonende vom FC Chelsea ausgeliehene Senegalese dagegen mitwirken.  mr/kni

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