Werder wechselt den Trainer: Dutt beurlaubt, Skripnik und Frings übernehmen

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LETZTER Abgang vom Trainingsplatz. Robin Dutt ist nicht mehr Werder-Trainer.

Bremen - Der Schlussstrich ist gezogen. Bundesliga-Schlusslicht Werder Bremen hat sich am Samstag nach nur 16 Monaten von Trainer Robin Dutt getrennt. Der Nachfolger von Thomas Schaaf wurde nach dem schlechtesten Saisonstart der Club-Geschichte (neun sieglose Spiele) gemeinsam mit seinen Co-Trainern Damir Buric und Marco Langner mit sofortiger Wirkung freigestellt. Ab heute ist Ex-Werder-Profi Viktor Skripnik als Cheftrainer für die Mannschaft verantwortlich.

Aber nicht etwa als Interims-, sondern als Dauerlösung. Als Co-Trainer stehen ihm Vize-Weltmeister Torsten Frings, Florian Kohfeldt und Christian Vander als Coach der Torhüter zur Seite. Mit dem bisherigen Trainerteam der in der Regionalliga beheimateten U23 hat Werder nicht nur eine interne, sondern auch eine kostengünstige Lösung gefunden.

Doch das Geld habe nicht den Ausschlag für Skripnik und gegen eine externe Lösung (wie Huub Stevens?) gegeben, beteuerte Geschäftsführer Thomas Eichin: „Wir haben mehrere Namen diskutiert. Aber Viktor war ganz klar die Nummer eins. Viktor wurde im Verein als Trainer aufgebaut. Es ist nur konsequent, den Weg mit ihm weiterzugehen. Wir sind alle sehr überzeugt von ihm.“

Für Robin Dutt galt das nicht mehr. Weil auf die 0:6-Niederlage in München eine 0:1-Heimpleite gegen den 1. FC Köln folgte, gab es für den 49-Jährigen keine Rettung mehr. „Fakt ist, dass wir diesen Schritt gehen mussten“, sagte Eichin zu der Trennung, erklärte aber auch: „Ich habe sehr eng mit Robin zusammengearbeitet und weiß, wie akribisch er ist. Er hat die Mannschaft hervorragend gecoacht und muss sich keinen Vorwurf machen.“

Dass dieses Lob im krassen Gegensatz zur sportlichen Entwicklung steht, ist auch Eichin bewusst: „Letztlich zählen nur die Ergebnisse.“ Die waren so schlecht, dass am Freitagabend niemand mehr einen Pfifferling auf Dutt gesetzt hatte. Seine Ablösung wurde in der Nacht von der Geschäftsführung diskutiert und beschlossen (siehe Chronologie rechts) und gestern Nachmittag nach Rücksprache mit dem Aufsichtsrat verkündet. Der Trainer habe die Nachricht „professionell“ aufgenommen, meinte Eichin: „Er war nicht überrascht.“ Natürlich nicht. Denn wer in 43 Spielen nur 43 Punkte holt, damit neben Aad de Mos der erfolgloseste Coach der Club-Historie ist, muss selbstredend damit rechnen, den Laufpass zu bekommen.

Ob Skripnik und Frings es besser machen werden, bleibt abzuwarten. Für das neue Gespann steht bereits am Dienstag die erste große Bewährungsprobe an. Beim Chemnitzer FC, aktuell Vierter der dritten Liga, kämpft Werder dann um den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Ein Sieg ist Pflicht. Aber Eichin mahnt, man dürfe nach nur zwei Trainingseinheiten „keine Wunderdinge erwarten“ von Skripnik. Eichins Appell richtet sich einmal mehr an die Spieler: „Die Mannschaft ist jetzt gefragt.“

Sie wird den neuen Chef heute Mittag kennenlernen. Um 13.30 Uhr leitet Viktor Skripnik seine erste Einheit als Bundesliga-Cheftrainer. Er sei bestens vorbereitet, sagte der 44-Jährige in einer Mitteilung des Vereins: „Wir waren bereits in den vergangenen Monaten nah dran und kennen jeden einzelnen Spieler. Ich bin sicher, dass wir die Aufgabe meistern. Wir haben einen Werder-Weg eingeschlagen, den wir jetzt mit großer Leidenschaft umsetzen werden.“

Skripniks Job bei der U23 übernimmt übrigens Alexander Nouri – unter Dutt der „Verbindungstrainer“ zwischen Nachwchs und Bundesliga-Profis.

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