Dem Derby-Rausch folgt die Reifeprüfung gegen defensive Nürnberger

Werder warnt sich selbst: Heute Abend wird‘s eng

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Für Clemens Fritz und Co. wird es heute nicht leicht, gegen defensive Nürnberger durchzukommen.

Bremen - Der Trainer hat‘s getan, der Kapitän auch – und sogar einer der Jüngsten macht mit: Werder warnt sich selbst vor der vermeintlichen Pflichtaufgabe heute Abend gegen den 1. FC Nürnberg (18.30 Uhr). „Es wird eng“, heißt es immer wieder. Denn der Tabellenzwölfte aus Franken mag es eher defensiv, wird hinten kompakt stehen.

Und so muss Werder im Weserstadion beweisen, dass die in Hamburg beim fulminanten 3:1-Sieg wiederentdeckte Spielstärke auch für solche kniffligen Situationen reicht.

Die Bilder vom Abschlusstraining

Abschlusstraining am Freitag

„Wir nähern uns immer mehr unserem Fußball an und rufen mehr von dem ab, was uns Spaß macht“, blickt Thomas Schaaf gerne auf das Nordderby zurück. Doch es folgen sogleich mahnende Worte des Trainers: „Darauf dürfen wir uns nicht ausruhen. Wir müssen dran bleiben, den nächsten Schritt machen.“ Er hätte auch sagen können: Die Mannschaft muss ein weiteres Reifezeugnis ablegen. Derby kann sie, aber kann sie in der Rückrunde auch endlich mal den Alltag siegreich meistern?

„In Hamburg hatten wir viel Platz, weil der HSV zu Hause selbst nach vorne spielen wollte““, erinnert sich Tom Trybull. Der 18-Jährige hat in den vergangenen Tagen gut zugehört: „Nürnberg kommt mit einem anderen System, wird uns viel weniger Raum lassen und auf Konter lauern. Darauf hat uns der Trainer schon vorbereitet.“

Fehlt also nur noch die Umsetzung. Schnelle Kombinationen durchs Mittelfeld sind da gefragt. Ballsicherheit ebenso. Schaaf ist optimistisch: „Ich habe immer wieder gesagt, dass wir in Ballbesitz nicht so viele Fehler machen dürfen. Das haben wir in Hamburg besser gelöst. So tut man einem Gegner weh.“

In den ersten vier Rückrundenspielen hatte Werder lediglich kleine Nadelstiche hinbekommen, musste sich gegen Kaiserslautern, Freiburg und Ballack-beschäftigte Leverkusener – wahrlich keine Goliaths der Liga – mit Remis zufrieden geben. Spielerisch ging nicht viel. Möglicherweise war ausgerechnet der HSV der optimale Aufbaugegner. Doch auch hier tritt ein Bremer auf die Euphoriebremse. „Klar, wir haben den Bock endlich umgestoßen, aber es geht weiter. Wenn wir gegen Nürnberg nicht gewinnen, ist der Sieg beim HSV nicht mehr viel wert“, sagt Clemens Fritz. Und der Kapitän will schon gar nichts von Platz vier und der Champions League hören: „Die letzten Wochen haben alle nur nach unten geschaut, da fällt es mir nach einem Sieg sehr, sehr schwer, sofort nach oben zu gucken.“

Trainerstab und Teamkollegen denken genauso, lassen sich maximal zu kleinen Träumereien hinreißen. „Jeder denkt mal an Platz vier“, gesteht zwar Francois Affolter, merkt aber auch an: „Im Moment muss das noch kein Ziel sein.“ Nach dem Spieltag vielleicht schon. Werder würde zwar bei einem Sieg Fünfter bleiben, aber nur noch höchstens sechs Punkte hinter den Champions-League-Plätzen liegen, weil Schalke als Vierter beim Dritten Bayern antritt. · kni

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