Bayern dominiert und siegt in Bremen mit 3:2

Werder völlig überfordert

Arjen Robben spielte die Bremer gestern schwindelig, allen voran Aymen Abdennour (rechts), aber auch Torsten Frings (links) wurde vom Bayern-Star oftmals einfach überlaufen.

BREMEN - Von Carsten Sander. Siegtorschütze Arjen Robben hatte keine Scheu, dem Gegner die Wahrheit entgegenzuschleudern. „Bei allem Respekt für Werder: Realistisch gesehen hätten wir heute auch zehn Tore machen können“, sagte der niederländische Außenstürmer des FC Bayern nach einem Spiel, das übervoll war mit Torchancen, packenden Szenen und hitzigen Aufregern.

An dessen Ende aber ein nüchternes Ergebnis stand, das den Bayern alle Chancen im Titelrennen wahrt, für Werder Bremen dagegen den Abschied von einst gehegten Ambitionen bedeutet. Mit 2:3 (1:2) verloren die Bremer vor 39 100 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion – es war die vierte Niederlage in Folge, aber mit Sicherheit die verdienteste seit langer, langer Zeit.

So wie die Bayern gestern in Bremen dominierten, hat es selten zuvor ein Team getan. Und der Robben-Aussage kann überhaupt nicht widersprochen werden. „Wir müssen doch froh sein, dass wir nur 2:3 verloren haben“, gestand Werder-Abwehrchef Per Mertesacker. Auch Trainer Thomas Schaaf räumte ein: „Wir haben den Bayern unglaublich viele Chancen gestattet – so viele haben die hier noch nie gehabt.“

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Dominante Bayern Tabellenführer: 3:2 bei Werder

Trotzdem brauchte es einen Glücksschuss, dass der Rekordmeister gegen phasenweise gnadenlos überforderte Gastgeber zu drei Punkten kam. An seinem 26. Geburtstag zog Robben in der 78. Minute aus halbrechter Position einen Freistoß vor das Bremer Tor, der vermutlich als Flanke gedacht war, aber zum perfekten Torschuss wurde. Der Ball schlug genau unter der Latte ein – Werder-Keeper Tim Wiese war überrumpelt: „Ich glaube nicht, dass er das so gewollt hat.“

Stimmt! Robben gab zu: „Da war auch Glück dabei.“ Doch das hatte er sich auch absolut verdient. Der Holländer war gestern überhaupt nicht zu stoppen (schon gar nicht von Bewacher Aymen Abdennour), avancierte zum überragenden Mann auf dem Platz. Nur mit dem Toreschießen wollte es lange nicht klappen. Nach drei Minuten traf er frei vor Wiese nur den Außenpfosten, nach 43 Minuten hob er den Ball über das bereits leere Werder-Tor, und in der 53. Minute schob er das Spielgerät nach dem besten von zahllosen Münchner Kontern aus elf Metern vorbei.

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Es waren Szenen wie diese, die Werder trotz klarer Unterlegenheit lange von einem Punktgewinn oder mehr träumen ließ. Denn obwohl die Bayern das höhere Tempo anschlugen, die bessere Spielanlage hatten und auch über die stärkeren Einzelspieler verfügten, führten nach zehn Minuten die Bremer. Marko Marin hatte Aaron Hunt perfekt in Szene gesetzt – dessen Linksschuss schlug genau im Winkel ein. Ein fraglos schönes Tor. Jedoch half es nicht viel. Die Bayern machten einfach weiter und spielten Werder im eigenen Stadion an die Wand. Konsequenz: Das 1:1 durch Thomas Müller. Drei Großchancen später hieß es dann 2:1 für die Gäste. Ivica Olic vollendete nach Flanke von Philipp Lahm (36.).

Mit diesem Halbzeitstand war Werder extrem gut bedient. Bis dahin war nichts davon zu sehen gewesen, dass der für die WM ausgemusterte Torsten Frings dem auf der Tribüne sitzenden Bundestrainer Joachim Löw beeindrucken wollte. Auch nichts davon, dass Mesut Özil in einem bedeutungsschweren Spiel seine Reifeprüfung ablegen wollte. Erst nach der Pause taute er bei minus fünf Grad im Eisschrank Weserstadion etwas auf. Und fast hätte er das 2:2 vorbereitet. Seine Flanke köpfte Hugo Almeida als Vertreter des grippekranken Claudio Pizarro aber über das Bayern-Tor, in dem Michael Rensing zur Pause den an Magenproblemen leidenden Hans-Jörg Butt abgelöst hatte.

Das war nach 74 Minuten, und jeder im Stadion dachte, dass Werder nun wohl keine Chance dieser Güteklasse mehr kriegen würde. Aber doch: Eine gab’s noch. Und die nutzte Almeida nach Marin-Vorlage zum überraschenden 2:2 (75.). Ein Remis lag in der Luft – doch Arjen Robben sorgte dafür, dass sich die Bayern mindestens bis heute Abend wieder an Platz eins der Tabelle setzten.

Ach ja, noch zwei Randnotizen: Die Münchner freuten sich nach 78 Minuten über das (unspektakuläre) Comeback von Franck Ribery und beklagten nach dem Abpfiff einen prominenten Verletzten. Coach Louis van Gaal war beim Jubel über das 3:2 ausgerutscht und hatte sich einen Finger aufgerissen. Als die Szene nach dem Spiel im TV lief, drang lautes Gejohle aus der Bayern-Kabine.

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