Viele Chancen, aber nur 1:1 gegen Nürnberg / Petersen – der Retter im Abseits

Werder verteilt schon wieder teure Geschenke

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Werder-Verteidiger Sokratis steigt Nürnbergs Angreifer Sebastian Polter aufs Dach. Die Hoheit im Spiel haben die Bremer aber einmal mehr nicht in einen Sieg verwandelt. ·

Bremen - Sie trugen grüne Trikots – und ärgerten sich schwarz. Mit hängenden Köpfen standen die Werder-Profis gestern Abend auf dem Rasen des Weserstadions und fragten sich nach dem mageren 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Nürnberg: Wie konnte das passieren?

Die Antwort ist so simpel wie schmerzhaft. Weil die Bremer erneut verheerende Schwächen im Torabschluss offenbarten, reichte es nicht zum Sieg und zu einer zufriedenstellenden Platzierung. Werder beendet die Hinrunde mit 22 Punkten auf Platz zwölf. Immerhin: Die internationalen Ränge sind nur vier Zähler entfernt.

„Das ist die Crux der gesamten Hinserie. Wir haben die Chancen, nutzen sie aber nicht“, stöhnte Werder-Coach Thomas Schaaf: „Wir haben sehr oft das Spiel gemacht, hatten sehr oft die besseren Möglichkeiten, sind aber sehr oft nicht als Sieger vom Platz gegangen. Das müssen wir abstellen.“

Dass sich Werder gestern nicht als Verlierer in die Winterpause verabschiedete, war nach der späten Nürnberger Führung durch Timo Gebhart (83.) sogar noch glücklich – und Schiedsrichter Manuel Gräfe und seinem Team zu verdanken. Einen Schuss von Kevin De Bruyne fälschte Nils Petersen unhaltbar zum 1:1 ab (88.). Der Stürmer stand im Abseits, doch der Treffer zählte und bescherte den Bremern, von denen einige nach dem Schlusspfiff mit den aufgebrachten Nürnbergern aneinandergerieten, wenigstens einen Punkt.

Doch selbst der ist nach so einem Spielverlauf viel, viel zu wenig. „Normalerweise hätten wir – ach, ich weiß gar nicht wie hoch gewinnen müssen. Das 1:1 ist scheiße“, haderte Marko Arnautovic, „aber irgendwie wollte der Ball heute nicht rein.“ Das alte Leid also bei Werder. „Wir sind nicht effektiv genug, das müssen wir uns vorwerfen lassen“, meinte Petersen. Gestern hatte Werder satte 26 Torschüsse, doch entweder stand der vorzügliche Nürnberger Keeper Raphael Schäfer im Weg – oder das Aluminium. Oder beides. Erst lenkte Schäfer einen De Bruyne-Schuss an den Pfosten (8.), dann traf Petersen die Latte (59.) – und erneut der Belgier De Bruyne den Pfosten (61.). Das waren nur die dicksten Dinger.

Die Noten: Werder Bremen - 1. FC Nürnberg

De Bruynes tragische Liaison mit dem Pfosten

Auf der anderen Seite präsentierten sich die Gäste aus Franken lange Zeit erschreckend harmlos. „Werder war in der ersten Halbzeit überragend, hat uns nicht ins Spiel kommen lassen. Da können wir uns bei Raphael Schäfer bedanken, dass wir dringeblieben sind“, meinte Nürnbergs Trainer Dieter Hecking. Zwar bemühten sich die Bremer auch im zweiten Durchgang, Dampf zu machen (Schaaf: „Da haben wir noch mehr gelebt“) – allerdings ergaben sich nun auch Konterchancen für den Club. Und eine davon nutzte Gebhart per 16-Meter-Flachschuss nach Pass von Javier Pinola zum überraschenden 1:0.

Werder war wütend und ganz kurz davor, mit einer Pleite sogar noch auf Platz 13 abzugleiten. Doch dann halfen De Bruyne, Petersen (der mit nun sieben Treffern und vier Vorlagen Werders Topscorer der Hinrunde ist) und das Schiedsrichtergespann. Doch Petersen konnte sich darüber nicht freuen. Wie alle Bremer war er „richtig enttäuscht. Wir haben den Gegner mit unseren vergebenen Chancen leider stark gemacht und wieder wichtige Punkte hergeschenkt.“

Werder Bremen - 1. FC Nürnberg

Nach dem unbefriedigenden Abschluss machten sich die Werder-Profis gestern Abend direkt auf den Weg in ihre Weihnachtsferien. „Urlaub! Allein das Wort klingt schon gut“, sagte Arnautovic. Torwart Sebastian Mielitz blickte nach einer Halbserie mit Aufs und Abs schon mal auf die zweite Saisonhälfte, die am 19. Januar (18.30 Uhr) mit einem Heimspiel gegen Meister Borussia Dortmund startet – und versprach (oder drohte): „Die Fans können sich auf eine spannende Rückrunde freuen.“ · mr

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