Werder-Verteidiger feiert tolles Comeback

Lazio lockt – Retter Prödl vor dem Abschied?

Noch jubeln sie gemeinsam: Viktor Skripnik (links) und Sebastian Prödl, der von Lazio Rom umworben wird.
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Noch jubeln sie gemeinsam: Viktor Skripnik (links) und Sebastian Prödl, der von Lazio Rom umworben wird.

Bremen - Es ist die Story, von der jeder Fußballer träumt: Da fällt ein Spieler über zwei Monate aus, feiert kurz vor Schluss sein Comeback und trifft.

Bei Sebastian Prödl ist die Geschichte sogar noch etwas krasser, denn seine Aufgabe ist es eigentlich, Tore zu verhindern. Doch auf Schalke wurde der Profi des SV Werder als Stürmer gebraucht. In der Nachspielzeit erzielte der 27-Jährige das 1:1 (0:0). Riesenjubel! Prödl ist der Held, Prödl wird gefeiert. Doch die Party bekommt einen herben Dämpfer: Lazio Rom lockt – der Österreicher steht nach Informationen dieser Zeitung vor einem Wechsel in die Serie A.

Prödl, dessen Vertrag in Bremen im Sommer ausläuft und der dann ablösefrei gehen kann, will sich dazu nicht äußern. Schon vor Monaten hatte ihm Werder ein Angebot zur Vertragsverlängerung gemacht, doch Prödl unterschrieb nicht. Inzwischen gilt die Offerte nicht mehr, denn die Vorzeichen haben sich verändert. Im Winter wurde Jannik Vestergaard aus Hoffenheim geholt. Ein wie Prödl baumlanger Innenverteidiger. Thomas Eichin hat längst durchblicken lassen, dass der Däne den Österreicher ersetzen könnte. Der Sportchef sagt aber auch, dass er sich eine Zukunft mit Vestergaard und Prödl sowie Alejandro Galvez und Assani Lukimya vorstellen kann. Die Entscheidung liege beim Trainer. Viktor Skripnik sprach sich gestern im Sport1-Doppelpass für einen Verbleib von Prödl aus. Aber was soll ein Trainer in dieser Situation öffentlich auch anderes sagen?

Eine bessere Antwort könnte es am Sonntag geben – und zwar auf dem Spielberichtsbogen für das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Steht Prödl dann nach seiner langen Verletzungspause wieder in der Startelf?

Auf Schalke saß der einstige Abwehrchef verständlicherweise noch draußen. Assani Lukimya hatte in den Spielen zuvor seine Sache als Ersatz des verletzten Galvez gut gemacht. Aber eigentlich gehört ein Prödl nicht auf die Bank. Es passt auch nicht zum Selbstverständnis des österreichischen Nationalspielers. Er beansprucht bei Werder eine Führungsrolle.

Prödl will vorneweg gehen, er will vorankommen. Ein Wechsel zu Lazio – einem Spitzenteam der Serie A würde durchaus passen. Auch finanziell. Die Römer dürften ihm mehr bieten als Werder. Momentan soll der Abwehrspieler 1,4 Millionen Euro im Jahr verdienen. Das neue Werder-Angebot wird nicht wesentlich darüber liegen.

Übrigens: Prödl hat schon einmal mit Lazio geflirtet – in einer vergleichbaren Situation. Vor drei Jahren entschied sich der Österreicher letztlich gegen die ewige Stadt und für Bremen. Nun sollen aber die Römer die besseren Karten haben.

Auch Prödls Blatt ist gut, und seit Samstag sogar noch etwas besser. Der Ausgleichstreffer hat ihn gleich wieder ins Rampenlicht gebracht. Nicht nur ihn, auch Florian Laurerer. Auf den Physiotherapeuten war Prödl nach seinem Tor zugestürmt und hatte ihn innig geherzt. „Das war stellvertretend für alle, die mich wieder fit gemacht haben“, erklärte Prödl und hob dabei auch das Reha-Zentrum von Mike Steverding in Herxheim hervor. Sein Treffer auf Schalke sei nach acht Wochen auf der Tribüne eine Befreiung gewesen: „Jetzt kann ich mit der Verletzung abschließen. Das ist sehr positiv für mich.“

Wieder einmal hatte Prödl Köpfchen bewiesen, das siebte Mal in seiner schon siebten Bundesliga-Saison für Werder. Insgesamt hat Prödl zehn Bundesliga-Treffer erzielt. Vorlagengeber Zlatko Junuzovic, dessen Freistoß maßgerecht in den Strafraum gesegelt war, schwärmte: „Da hat er sich gut hochgeschraubt.“ Dass durch Prödls Verletzungspause kaum Zeit zum Einstudieren dieser Freistoß-Variante gewesen sei, das wäre überhaupt kein Problem, meinte Junuzovic: „Basti und ich – das ist was Altbewährtes. Wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht.“

Wahrscheinlich wird sich das künftig nur noch in der Nationalmannschaft auszahlen. Denn anders als bei Junuzovic, der seinen Vertrag gerade erst bis 2018 verlängert hat, stehen bei Prödl die Zeichen auf Abschied.

kni

Die Noten: Schalke - Werder Bremen

Raphael Wolf: Bis zum Gegentor sehr aufmerksam und schnell aus seinem Kasten. Das 0:1 geht natürlich auf seine Kappe. Am Ende rettet er Werder mit zwei tollen Paraden einen Punkt – deshalb noch die Note 4 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie: Weiter in Topform! Der Außenverteidiger gewann die wichtigen Zweikämpfe mit ganz viel Cleverness. Nach vorne vielleicht etwas zu vorsichtig. Note 2,5 © nordphoto
Assani Lukimya: Es sah manchmal etwas eigenwillig aus, und der Ball landete auch nicht immer dort, wo er sollte – doch unterm Strich löste der Innenverteidiger seine Aufgaben. Note 3 © nordphoto
Jannik Vestergaard: Ein guter Abwehrchef, der sich allerdings auch zwei, drei üble Fehlpässe im Spielaufbau leistete. Note 3 © nordphoto
Santiago Garcia: Werders bester Zweikämpfer (73 Prozent) hatte extrem viel zu tun auf der linken Abwehrseite und fand trotzdem noch die Zeit für forsche Vorstöße. Note 2,5 © nordphoto
Felix Kroos (bis 70.): Solide. Sehr gute Passquote (88 Prozent), aber der Sechser ließ sich in einigen Zweikämpfen zu einfach abkochen. Note 3,5 © nordphoto
Clemens Fritz: Der Kapitän spielte seine ganze Routine aus und setzte einmal Franco Di Santo perfekt in Szene, doch der Argentinier vergab. Note 3 © nordphoto
Zlatko Junuzovic: Ausnahmsweise landete sein Freistoß aus 18 Metern nicht im Tor. Dafür führte seine Freistoß-Hereingabe zum Ausgleich. Insgesamt hatte Junuzovic etwas Mühe, sein gewohntes Spiel aufzuziehen. Note 3 © nordphoto
Fin Bartels (bis 85.): Sehr starke erste Halbzeit mit tollen Dribblings und guten Pässen. Nach der Pause nicht mehr so druckvoll, dafür mit vollem Einsatz. Etwas zu viel davon gegen Barnetta – dafür gab es Gelb, die fünfte in dieser Saison. Deshalb ist er gegen Wolfsburg gesperrt. Note 3 © nordphoto
Franco Di Santo: Das war nicht sein Tag. Seine erste Chance vergab er leichtfertig, seine zweite endete unglücklich an Matips Schulter. Der Argentinier gab zwar Gas, arbeitete auch viel nach hinten, doch vorne traf er meist die falschen Entscheidungen. Note 4 © nordphoto
Davie Selke (bis 72.): Hatte vorne einen ganz schweren Stand – und wenn er sich mal durchsetzte, wurde er gefoult. Note 4 © nordphoto
Levent Aycicek (ab 70.): Versuchte mit beherzten Dribblings Schwung ins Bremer Spiel zu bringen, das gelang ihm allerdings nur bedingt. Note - © nordphoto
Izet Hajrovic (ab 72.): Nur fünf Ballkontakte, kein gewonnener Zweikampf – der Bosnier nutzte seine Chance nicht wirklich. Note - © nordphoto
Sebastian Prödl (ab 85.): Der Held! Dabei war er nur zwei Mal am Ball, aber das reichte zum Ausgleich. Note - © nordphoto

Schalke 04 - Werder Bremen 1:1

Nach einem Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl sichert sich Werder Bremen einen Punkt. © nordphoto
Nach einem Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl sichert sich Werder Bremen einen Punkt. © nordphoto
Nach einem Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl sichert sich Werder Bremen einen Punkt. © nordphoto
Nach einem Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl sichert sich Werder Bremen einen Punkt. © nordphoto
Nach einem Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl sichert sich Werder Bremen einen Punkt. © nordphoto
Nach einem Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl sichert sich Werder Bremen einen Punkt. © nordphoto
Nach einem Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl sichert sich Werder Bremen einen Punkt. © nordphoto
Nach einem Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl sichert sich Werder Bremen einen Punkt. © nordphoto
Nach einem Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl sichert sich Werder Bremen einen Punkt. © nordphoto
Nach einem Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl sichert sich Werder Bremen einen Punkt. © nordphoto
Werder verpasste zwar den sechsten Sieg in Folge, sicherte sich aber durch ein Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl einen Punkt und kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. © nordphoto
Werder verpasste zwar den sechsten Sieg in Folge, sicherte sich aber durch ein Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl einen Punkt und kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. © nordphoto
Werder verpasste zwar den sechsten Sieg in Folge, sicherte sich aber durch ein Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl einen Punkt und kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. © nordphoto
Werder verpasste zwar den sechsten Sieg in Folge, sicherte sich aber durch ein Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl einen Punkt und kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. © nordphoto
Werder verpasste zwar den sechsten Sieg in Folge, sicherte sich aber durch ein Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl einen Punkt und kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. © nordphoto
Werder verpasste zwar den sechsten Sieg in Folge, sicherte sich aber durch ein Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl einen Punkt und kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. © nordphoto
Werder verpasste zwar den sechsten Sieg in Folge, sicherte sich aber durch ein Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl einen Punkt und kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. © nordphoto
Werder verpasste zwar den sechsten Sieg in Folge, sicherte sich aber durch ein Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl einen Punkt und kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. © nordphoto
Werder verpasste zwar den sechsten Sieg in Folge, sicherte sich aber durch ein Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl einen Punkt und kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. © nordphoto
Werder verpasste zwar den sechsten Sieg in Folge, sicherte sich aber durch ein Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl einen Punkt und kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. © nordphoto
Werder verpasste zwar den sechsten Sieg in Folge, sicherte sich aber durch ein Last-Minute-Tor von Rückkehrer Sebastian Prödl einen Punkt und kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. © nordphoto
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