5:1 – Bremer in allen Belangen klar überlegen

Werder verprügelt Hannover

BESTE LAUNE bei den Bremern: Peter Niemeyer, Claudio Pizarro, Marko Marin und Aaron Hunt (von links) feiern eines von fünf Werder-Toren in Hannover.

HANNOVER (flü). Hannovers Trainer Mirko Slomka stand nach dem Abpfiff wie zur Salzsäule erstarrt am Spielfeldrand, fassungslos angesichts der Leistung, die seine Mannschaft gerade abgeliefert hatte.

Auf der anderen Seite feierten die Spieler von Werder Bremen mit ihren rund 5 000 mitgereisten Fans das wohl endgültige Ende der eigenen Krise. Mit 5:1 (4:0) hatte Werder die „Roten“ im eigenen Stadion abgefertigt, eine Demütigung für „96“, die später noch verbal ihre Fortsetzung fand. „Hannover konnte froh sein, zur Pause nur mit 0:4 zurückgelegen zu haben“, urteilte Bremens Kapitän Torsten Frings. „Wenn man noch ein Haar in der

Werder schlägt Hannover 96

Suppe finden will, dann das, dass wir noch zu wenig Tore geschossen haben, auch wenn man mir das bei fünf Treffern nicht glauben mag“, fand auch Werder-Sportchef Klaus Allofs: „Da fehlt uns noch die letzte Kühle.“

Euphorie wollte bei Werder aber trotz des klaren Sieges nicht aufkommen. „Es wäre falsch, jetzt von irgendetwas zu träumen“, sagte Frings, „es war ein weiterer Schritt nach vorn, mehr nicht.“

Schließlich hatten die Bremer vor 44 379 Zuschauern in der AWD-Arena kein spielerischen Feuerwerk entfacht, sondern mit solidem fußballerischen Handwerk über den Kampf ins Spiel gefunden. „Wir haben den Gegner nicht ins Spiel kommen lassen und selbst unsere Qualitäten ausgespielt“, meinte Werders Rechtsverteidiger Clemens Fritz.

Und die eklatant schwachen Hannoveraner trugen mit schlampigem Defensivverhalten ihren Teil dazu bei, dass die Bremer Angriffsbemühungen auch von Erfolg gekrönt wurden. In der zehnten Minute landete Fritz’ Einwurf bei Peter Niemeyer. Der Mittelfeldspieler drang in den Strafraum ein, zog aus spitzem Winkel einfach mal ab – und es hieß 1:0. 96-Keeper Florian Fromlowitz hatte dabei ganz schlecht ausgesehen. „Ich als Goalgetter habe mir gedacht, jetzt hau’ ich mal einen raus“, grinste Niemeyer später. Es war sein zweiten Pflichtspieltor für Werder seit der 26-Jährige vor gut zwei Jahren an die Weser gewechselt war . . .

Doch damit nicht genug der Gastgebergeschenke. Acht Minuten später köpfte der überragende Naldo nach einem Eckball von Mesut Özil mit seinem nunmehr zwölften Pflichtspieltreffer in der laufenden Saison ungehindert zum 2:0 (18.) ein. Die 96-Verteidiger Eggimann und Durica hatten nur ehrfürchtig Spalier gestanden. Tore schießen leicht gemacht!

Und es ging munter weiter. Die 36. Minute: Freistoß Özil auf den langen Pfosten, Per Mertesacker gewann das Luftduell gegen Fromlowitz, legte quer zu Petri Pasanen. Und als der Finne den Ball gerade über die Linie drücken wollte, schoss der Ex-Bremer Leon Andreasen die Kugel beim Rettungsversuch ins eigene Netz – 3:0. „Ich wollte das Tor erzielen, aber als ich gemerkt habe, dass Leon angerauscht kommt, habe ich gewusst, dass er ihn reinmacht“, schmunzelte Pasanen.

0:3 nach 26 Minuten – Hannover war restlos bedient und stand völlig neben sich. Werder legte nach, ging weiter entschieden in die Zweikämpfe, wollte mehr – und bekam mehr. Die 44. Minute: Frings zog einen Freistoß aus halblinker Position scharf vors Tor, Aaron Hunt stand richtig und verlängerte den Ball per Kopf zum 4:0 ins lange Eck. „Die Freistöße sind zuletzt immer zu weit vorne runtergekommen, deshalb habe ich mich da mal einfach hingestellt“, sagte Hunt: „Schön, dass es geklappt hat.“ Und während die Bremer kurz darauf gut gelaunt zum Pausentee gingen, wurden die Hannoveraner mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet.

Nach dem Wechsel schaltete Werder zunächst einen Gang zurück – und das wurde prompt bestraft. Der Ex-Bremer Christian Schulz entwischte seinem Kumpel Niemeyer und drosch die Kugel zum 1:4-Anschlusstreffer unter die Latte (59.). „Ich habe ,Schulle’ in meinem Rücken nicht kommen sehen“, räumte Niemeyer, der insgesamt ein gutes Spiel machte, hinterher ein.

Der Gegentreffer – er war ein Weckruf für die Bremer, die jetzt wieder in die Konzentration fanden und nach einer schönen Kombination zwischen Özil und Marko Marin durch Claudio Pizarro auf 5:1 (68.) erhöhten. Werder verpasste es in der Folgezeit, das Ergebnis noch weiter zu erhöhen, auf der anderen Seite ließen die Bremer in der Schlussphase noch zwei Chancen durch Arouna Kone und Sergio Pinto zu, die Bremens Keeper Tim Wiese mit zwei starken Paraden aber zunichte machte.

Arne Flügge

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