Werder verpasst Coup gegen Bayern knapp

Müller trifft, Ujah nicht – 0:1

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Gemeinsames Grätschen erhöht die Wahrscheinlichkeit auf den Ballgewinn. Hier schmeißen sich Alejandro Galvez (li.) und Theodor Gebre Selassie dem Münchner Arturo Vidal entgegen.

Bremen - Von Malte Rehnert. Ja, Werder hat schon wieder gegen Bayern München verloren – zum zehnten Mal in Folge in der Bundesliga. Ja, Werder hat auch schon wieder kein Tor gegen die Bayern geschossen. Aber, nein: Werder war – anders als in den letzten Heimspielen gegen den deutschen Rekordmeister (0:7 und 0:4) – diesmal nicht völlig untergegangen.

Und die Bremer ärgerten sich gestern Nachmittag nach dem 0:1 (0:1), weil sie in der zweiten Halbzeit richtig gute Möglichkeiten und somit die reelle Chance auf einen „Überraschungspunkt“ (Sportchef Thomas Eichin gehabt hatten. Es klappte am Ende nicht: Werder bleibt nach der fünften Pleite in Folge mit sieben Punkten auf Platz 14 stecken, die Bayern fuhren den neunten Sieg im neunten Spiel und damit einen Bundesliga-Startrekord ein.

Um die neue Bestmarke mussten die arg ersatzgeschwächten Münchner bis zum Abpfiff zittern. Der Vorsprung war knapp, weil Werder gestern in der Defensive gut arbeitete (in zwei Strafraumsituationen aber Glück hatte) und die Bayern die letzte Entschlossenheit vermissen ließen. „Wir standen sehr kompakt und haben es den Bayern schwer gemacht. Man hat gesehen, dass wir wollten und dass wir uns reingehauen haben“, meinte Werder-Kapitän Clemens Fritz.

Die Rollenverteilung war ab der ersten Sekunde klar. Die Bayern (letztlich 74 Prozent Ballbesitz) machten das Spiel, Werder zog sich extrem weit zurück und versuchte, die Räume eng zu machen. Oft waren alle Spieler bis auf FCB-Keeper Manuel Neuer in der Bremer Hälfte. Das sah teilweise aus wie beim Handball, wenn die angreifende Mannschaft um den Kreis herumspielt und auf die Lücke wartet. Die gab Werder den Gästen aber fast nie, ließ in der gefährlichen Zone nichts zu. Einzige gute Chance der Münchner war ein 22-Meter-Freistoß, den Xabi Alonso jedoch weit drübersetzte (4.). Werder lauerte auf Konter und hatte durch den in die Startelf berufenen Melvyn Lorenzen den ersten Torschuss (12.). Auf der anderen Seite dann der erste Aufreger: Bayern-Torjäger Robert Lewandowski fiel im Bremer Sechzehner, weil Innenverteidiger Alejandro Galvez ihn runtergedrückt hatte (13.). Schiedsrichter Christian Dingert (Lebecksmühle) ließ jedoch weiterlaufen – ein Fehler.

Die Noten zum Spiel Werder gegen Bayern

Mit dem ersten gelungenen Angriff gingen die Gäste dann aber in Führung. Nach einer Thiago-Flanke war in der Mitte kein Bremer bei Thomas Müller, der den Ball aus kurzer Distanz völlig unbedrängt über die Linie drückte – 0:1 (23.). In der Vergangenheit waren die Bremer gegen Bayern nach einem Rückstand häufig in sich zusammengefallen, diesmal blieben sie ihrer Linie und dem von Trainer Viktor Skripnik verordneten Defensivsystem treu. „Sechser“ Philipp Bargfrede schob sich sogar häufig zwischen die Innenverteidiger und machte aus der Vierer- eine Fünferkette. Auch ohne den kranken Abwehrchef Jannik Vestergaard klappte diese Taktik gut. Ansehnlich war sie nicht, aber effektiv.

Werder unterliegt knapp mit 0:1 gegen Bayern

Nach vorne ging für Werder jedoch lange Zeit fast gar nichts – bis zur 68. Minute. Nach langem Ball von Zlatko Junuzovic verschätzte sich Bayern-Verteidiger Juan Bernat. Anthony Ujah stand plötzlich völlig frei vorm Tor, scheiterte aber aus fünf Metern am deutschen Nationalkeeper Neuer. Das war die Riesenchance zum 1:1.

Kurz darauf die nächste heikle Szene im Bremer Strafraum. Keeper Felix Wiedwald hatte zwar den Ball in den Händen, zuvor aber Lewandowski klar am Oberschenkel getroffen. Wieder kein Elfmeter, wieder Glück für die Hausherren (71.). Und eben nicht die Vorentscheidung zu Gunsten der Gäste. Werder blieb im Spiel, ging „auf Attacke“ (Eichin) und hatte noch einen Hochkaräter. Doch erneut Ujah schoss weit am linken Pfosten vorbei (75.). Das war die letzte große Chance auf die Überraschung. Denn auch der eingewechselte Claudio Pizarro konnte seinem Ex-Club in der Schlussphase, in der Werder am Drücker war und das Bremer Publikum im ausverkauften Weserstadion Vollgas gab, nicht mehr weh tun. „Schade, es war mehr drin“, haderte Fritz. Und Skripnik resümierte: „Wir sind traurig. Bayern hat gewonnen – und wir haben die Welt nicht umgedreht.“

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