Schiri-Schelte nach dem 2:4 in Augsburg

Werder verliert und schimpft

+
Die fBremer bedanken sich bei den mitgereisten Fans.

Augsburg - von Malte Rehnert. Auswärtsfahrten zum FC Augsburg kann sich Werder eigentlich sparen. Zwei Mal hintereinander hatten die Bremer dort mit 1:3 verloren – und gestern setzte es dort die dritte Niederlage in Folge. Das 2:4 (1:2) war die erste Pleite der Saison nach zuvor drei Remis, Werder ist dadurch mit drei Punkten nur noch Zwölfter.

Den Hauptschuldigen hatten die Bremer schnell gefunden. Egal, wen man in der Mixed Zone fragte – immer gab es deftige Kritik an Marco Fritz. Der Schiedsrichter aus Korb hatte vor dem Elfmeter, der zum 1:2 führte, eine Abseitsstellung von Sascha Mölders nicht geahndet. „Das war eine klare Fehlentscheidung“, zischte Werders Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic. Die Verantwortlichen wurden noch deutlicher. „Der Elfmeter war ein Witz“, giftete Trainer Robin Dutt. Sportchef Thomas Eichin holte noch ein bisschen weiter aus und prangerte Fritz’ komplette Spielleitung an: „Jede kleine Aktion wurde abgepfiffen, zu unseren Ungunsten. Damit bringt man eine Mannschaft aus dem Rhythmus. Die Spieler werden aggressiv. Wir haben uns von dem Zerpfeifen komplett anstecken lassen.“ Junuzovic sah es ähnlich: „Der Schiedsrichter hatte in einigen Situationen kein Bundesliga-Niveau, hatte die Partie nicht unter Kontrolle.“

Nun lag es aber sicher nicht nur an Marco Fritz, dass die Bremer am Ende als Verlierer vom Platz trotteten. Sie hatten sich eine perfekte Ausgangslage selbst zunichte gemacht. Schon nach zwei Minuten und neun Sekunden gelang Werder das 1:0 – ausgerechnet durch Davie Selke. Der 19-Jährige hatte nach seiner Vertragsverlängerung bis 2018 am Donnerstag noch betont, dass er „sehr ungeduldig“ sei und endlich sein erstes Bundesliga-Tor erzielen will. Gesagt, getan! Eljero Elia hatte per Hacke Santiago Garcia bedient, dessen scharfe Linksflanke in die Mitte verwertete Selke mit einem langen Bein energisch zum frühen 1:0.

Für Werder war’s nach zuvor drei Rückständen die erste Führung der Saison. Doch die hielt nicht lange. Halil Altintop chipte den Ball clever in den Bremer Sechzehner, Daniel Baier entwischte im Rücken von Kapitän Clemens Fritz und schob flach ein – 1:1 (14.). Danach war vor 29 044 Zuschauern in der SGL-Arena nicht nur der Spielstand ausgeglichen, sondern auch die Partie. Werders Fin Bartels scheiterte an FCA-Keeper Marwin Hitz (27.), Augsburgs Raul Bobadilla schlenzte den Ball aufs Tornetz (35.). Mehr Torgefahr gab es in der ersten Hälfte nicht – bis zur Nachspielzeit. Da verlor Fritz im Mittelfeld den Ball an Abdul Rahman Baba, der zu Altintop herüberspielte – und der rechts raus auf Paul Verhaegh. Dessen flache Hereingabe verpasste Sascha Mölders in der Mitte. Am langen Pfosten lauerte aber noch Bobadilla, den Bartels zu Fall brachte. Elfmeter für Augsburg, aber den hätte es nicht geben dürfen. Denn Mölders hatte im Abseits gestanden und Werder-Keeper Raphael Wolf irritiert. „Von Passivität kann da überhaupt keine Rede sein. Wenn man die Grätsche von Mölders nicht als aktive Bewegung erkennt, . . .“, polterte Dutt, ließ seinen Satz aber unvollendet. „Das sehe ich im Vollsprint, dass Mölders im Abseits steht“, meinte Bartels. Schiedsrichter Fritz blieb jedoch trotz wütender Bremer Proteste bei seiner Entscheidung. Verhaegh trat zum Strafstoß an und verwandelte sicher (45. + 1). Direkt danach war Pause.

Im zweiten Durchgang schlug Werder dann zurück. Bartels war diesmal nicht Täter, sondern Opfer. Jan-Ingwer Callsen-Bracker legte den Bremer – Elfmeter. Und Franco Di Santo hämmerte die Kugel zum 2:2 unter die Latte (56.). Es war bereits das dritte Saisontor des Argentiniers.

FC Augsburg besiegt Werder Bremen 4:2

Und Werder hatte kurz darauf sogar die Chance zum 3:2, doch der eingewechselte Izet Hajrovic scheiterte an Hitz (65.). Das war der letzte Bremer Hochkaräter – diesmal lieferten die Gäste keine überragende zweite Halbzeit ab. Stattdessen gab Augsburg noch mal Gas – und hatte Erfolg. Caiuby traf die Latte, Tobias Werner köpfte den zurückspringenden Ball ins Netz (77.). Und in der Nachspielzeit schloss Tim Matavz einen Konter sogar noch mit dem entscheidenden 4:2 ab.

Ein dicker Dämpfer für Werder, aber schon am Dienstag gibt es die Chance zur Wiedergutmachung – im Heimspiel gegen Schalke 04.

Das könnte Sie auch interessieren

Weniger Senioren und mehr Suiten: Flusskreuzfahrten-Trends

Weniger Senioren und mehr Suiten: Flusskreuzfahrten-Trends

Klappe zu, Hardtop tot: Cabrios setzen wieder aufs Stoffdach

Klappe zu, Hardtop tot: Cabrios setzen wieder aufs Stoffdach

Blubbernd und alkoholfrei: Kombucha selber machen

Blubbernd und alkoholfrei: Kombucha selber machen

Das sind die Luxus-Karren der Stars

Das sind die Luxus-Karren der Stars

Meistgelesene Artikel

„Das Abstiegsgespenst als Reisebegleiter? Nein, danke!“

„Das Abstiegsgespenst als Reisebegleiter? Nein, danke!“

Sargent verliert mit USA bei U17-WM

Sargent verliert mit USA bei U17-WM

Das passiert am Samstag

Das passiert am Samstag

Kein Trainingslager

Kein Trainingslager

Kommentare