2:3-Pleite gegen Ajax Amsterdam / Fan-Ausschreitungen in Meppen

Werder verlängert das Verlierer-Abo

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Das erste von drei Gegentoren: Daley Blind bejubelt das 1:0. Assani Lukimya (l.) wendet sich ab, Clemens Fritz ist am Boden. ·

Werder-Bremen - MEPPEN · Achtung, Werder! Jetzt droht dem Bundesligisten wirklich ein Looser-Image. Die Bremer verloren gestern Abend das dritte Testspiel in Folge. Doch der Gegner war nicht von Pappe: Gegen den in Bestbesetzung angetretenen niederländischen Meister Ajax Amsterdam kassierte das Team vom neuen Trainer Robin Dutt eine verdiente 2:3 (0:2)-Niederlage. Auch abseits der mit 7 146 Zuschauern nur halb gefüllten MEP-Arena in Meppen war es kein schöner Abend, an mehreren Stellen im Stadtgebiet kam es zu Fan-Ausschreitungen.

„Es war ein Spiel mit Höhen und Tiefen“, bilanzierte Dutt, dem die ersten 45 Minuten nicht so gefielen. Aber „in der zweiten Halbzeit haben wir das gut gemacht, immer mehr Druck aufgebaut. Wir brauchen Zeit, und wir brauchen Geduld“, mahnte der Werder-Coach zur Ruhe.

Er hatte vor dem Spiel den Mixer rausgeholt und mit einer ungewöhnlichen Startelf überrascht. Theodor Gebre Selassie verteidigte erstmals nicht rechts, sondern links – als neueste Alternative für den verletzten Lukas Schmitz. Auch Mehmet Ekici musste wechseln, wurde nicht mehr als Sechser ausprobiert, sondern als linker Mittelfeldspieler. Auf der anderen Seite durfte sich überraschend Aleksandar Stevanovic gegen den niederländischen Meister beweisen. Um es vorwegzunehmen: Die Experimente gingen schief.

Werder begann extrem vorsichtig. Bloß kein früher Rückstand, lautete das Motto. Ajax machte da zu Beginn auch brav mit, fühlte sich dann aber nach dem ersten und lange Zeit einzigen Bremer Vorstoß von Aaron Hunt, dessen Schuss am Außennetz landete (11.), herausgefordert. Werder-Keeper Sebastian Mielitz musste gleich drei Mal retten.

Doch dann war es passiert: Wie an einem Slalom-Hang wedelten die Niederländer durch die Bremer Abwehr – und Daley Blind konnte mühelos vollstrecken (38.). Das Tor hatte einen Schönheitsfehler: Arnautovic war zuvor an der Mittellinie regelwidrig vom Ball getrennt worden. Das merkte der Österreicher lautstark beim Unparteiischen Michael Weiner an – bekam dafür aber nicht Recht, sondern Gelb.

Arnautovic hätte das Problem auch sportlich lösen können, doch nach feiner Fritz-Hereingabe fehlte ihm die nötige Konzentration für den Abschluss (40.). Aber auch seine Teamkollegen waren nicht immer bei der Sache. Wie zum Beispiel Cedric Makiadi, der Christian Eriksen gewähren und zu Bojan passen ließ. Und das einstige Riesentalent vom FC Barcelona markierte mühelos das 2:0 (43.).

Nun drohte ein Debakel. Doch Werder wehrte sich mit einer Wechselorgie. Sechs auf einen Streich befahlt Dutt in der 63. Minute, nachdem er schon in der Pause zwei Mal getauscht hatte. Und siehe da, es lief besser. Eljero Elia hätte den Anschluss markieren müssen, scheiterte aber an Kenneth Vermeer (78.). Da machte es Joseph Akpala besser. Allerdings musste er den Ball nach einem abgewehrten Schuss von Niclas Füllkrug nur noch ins leere Tor befördern (84.). Werder wollte mehr – und das Thema Pleitenserie verhindern. So ging es noch mal richtig rund. Erst bestrafte Christian Eriksen die Bremer Total-Offensive mit dem 3:1 (88.), dann brachte Nils Petersen den Bundesligisten noch einmal heran (89.).

Werder: Mielitz - Fritz (63. Hartherz), Lukimya (63. Pavlovic, Caldirola (63. Prödl), Gebre Selassie (81. Aycicek) - Makiadi (63. Akpala), Kroos (46. Elia) - Ekici (63. Füllkrug), Hunt (63. Ignjovski), A. Stevanovic (63. Trybull) - Arnautovic (46. Petersen). · kni

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