Werder sauer über mildes Hooligan-Urteil

+
Unverständnis bei Klaus-Dieter Fischer über das Hooligan-Urteil

Bremen - Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat mit Unverständnis und Enttäuschung auf das milde Urteil im Prozess gegen sieben Hooligans aus der rechten Szene reagiert.

Diese hatten 2007 die Feier einer linken Fangruppe der Bremer im Weserstadion überfallen. Dabei waren 40 Personen verletzt worden. Das Bremer Amtsgericht beendete am Donnerstag nach vier Jahren Ermittlungsarbeit den Prozess bereits nach dem zweiten Verhandlungstag. Die Angeklagten stimmten einem Angebot des Richters zu, der gegen eine Geldstrafe und ein Geständnis den Prozess abschloss.

„Wir können insbesondere die Umstände, unter denen der erste Prozesstag abgehalten wurde, nicht nachvollziehen. Es ist außerdem unverständlich, warum die Abwicklung des Prozesses so lange dauerte“, sagte Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer.

Während des ersten Prozesstages war es zu fragwürdigen Szenen gekommen, als es Sympathisanten der Angeklagten möglich war, sich vermummt im Gerichtsgebäude aufzuhalten und Prozessbeobachter zu fotografieren.

Fischer kündigte an, als Konsequenz die unmittelbar nach der Tat ausgesprochenen Stadionverbote nun umsetzen zu wollen. Dazu benötigt der Klub jedoch noch zustellungsfähige Adressen der Verurteilten, die durch die Staatsanwaltschaft zugänglich gemacht werden müssen. Dass eine schnellere Umsetzung der Stadionverbote nicht möglich gewesen war, lastete Fischer den Behörden an und warf ihnen Versäumnisse vor.

„Es herrschte schon vor vier Jahren bei Werder Einigkeit darüber, den Tätern Stadionverbot zu erteilen. Doch mehrfache Versuche Adressen der Angeklagten zugestellt zu bekommen blieben erfolglos. Seit 2007 wurden uns zunächst ermittlungstechnische, dann datenschutzrechtliche Gründe von der Polizei und der Staatsanwaltschaft genannt. Eine Verhängung von Stadionverboten war so nicht möglich“, sagte Fischer.

Am Mittwoch hatte Werder Bremen ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Der Klub beteiligte sich an einer Demonstration gegen rechte Gewalt am Ostkurvensaal des Weser-Stadions unter dem Motto „Rechte Gewalt stoppen!“.

SID

Räikkönen düpiert Vettel mit Fahrt auf die Pole

Räikkönen düpiert Vettel mit Fahrt auf die Pole

G7-Gipfel endet im Streit mit USA beim Klimaschutz

G7-Gipfel endet im Streit mit USA beim Klimaschutz

Sommerwetter in Deutschland: Ansturm auf Freibäder und Seen

Sommerwetter in Deutschland: Ansturm auf Freibäder und Seen

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod retten

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod retten

Meistgelesene Artikel

Schierenbeck sucht nach neuem Bruns

Schierenbeck sucht nach neuem Bruns

Platzt der Selke-Deal?

Platzt der Selke-Deal?

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Kommentare