1:5 – und Allofs tobt

+
Hugo Almeida war in der ersten Hälfte einer der Aktivposten und wurde zur Halbzeit ausgewechselt.

London - Oh my god! Was als gute Generalprobe fürs Pokalspiel am Samstag in Ahlen begonnen hatte, endete gestern im Desaster. Werder Bremer verlor den letzten Test beim Europa-League-Finalisten FC Fulham im Westen Londons mit 1:5 – nach einer 1:0-Pausenführung . . .

Klaus Allofs spuckte hinterher Gift und Galle: „Wir vertreten hier nicht nur Werder Bremen, sondern ganz Deutschland. Das ist nicht zu akzeptieren! So darf man sich nicht aus dem Stadion schießen lassen“, wetterte der Werder-Boss. Auch Trainer Thomas Schaaf gab sich erst gar nicht die Mühe, seinen großen Ärger zu verbergen: „Man darf das nicht so über sich ergehen lassen.“

Lehrstunde gegen Fulham

In der ersten Halbzeit hatten sich die Bremer noch gewehrt – und wie. Sie bestimmten die Partie fast nach Belieben, spielten und kombinierten vor etwa 10 000 Zuschauern im Stadion Craven Cottage sehr stark und hatten klar die besseren Chancen. Bei der dritten war Australiens Nationaltorwart Mark Schwarzer im Fulham-Kasten geschlagen: Petri Pasanen flankte von links, Claudio Pizarro lauerte am zweiten Pfosten und schob volley zur verdienten Führung ein (14.).

Fulham war zwar bemüht, ebenfalls Chancen zu kreieren, doch das gelang kaum. Die „Cottagers“ hatten nahezu ihre Bestbesetzung ins Rennen geschickt, kamen aber gegen die aufmerksame Werder-Defensive um Per Mertesacker fast nie durch. Der deutsche Nationalverteidiger absolvierte nach dem WM-Urlaub sein erstes Testspiel in der Vorbereitung, genau wie Keeper Tim Wiese. Die anderen beiden deutschen WM-Fahrer Mesut Özil und Marko Marin saßen dagegen zunächst draußen und sahen fast das 2:0. Aber Almeida traf nur den Pfosten (33.).

Vor dem Ende einer unterhaltsamen erste Hälfte wurde es noch zwei Mal laut im Craven Cottage. Erst bei Fulhams erster und einziger Gelegenheit durch Bobby Zamora (34.), dann bei der Einwechslung von Özil (39.). Auf den deutschen WM-Star hatten offensichtlich sogar die Fulham-Fans gewartet.

Zur zweiten Halbzeit kamen dann Marin sowie Marko Arnautovic und Daniel Jensen – und auch wegen der vielen Umstellungen war Werders Souveränität urplötzlich weg. „Keine Disziplin, keine Laufbereitschaft“, schimpfte Allofs und meinte damit ganz offensichtlich auch die Eingewechselten: „Man muss sich doch nur angucken, auf welchen Positionen wir gewechselt haben . . .“ Özil, Marin und vor allem Arnautovic spielten schwach. Allofs sprach zwar beim Österreicher noch von „Schonfrist“, sagte aber auch deutlich: „So geht das nicht.“

Statt Werder marschierten nun die Engländer. Clint Dempsey vergab noch (48.), leitete dann aber glänzend den Ausgleich ein. Mit einem Lupfer düpierte er Mertesacker und Sebastian Prödl, Zamora schob cool ein (54.). Jetzt war Fulham gegen desolate Bremer richtig da und drückte gewaltig. Mit Erfolg: Gora traf zwei Mal herrlich aus der Distanz (66./77.) und ein Mal per Kopf (72.). Den Schlusspunkt zum 5:1 setzte Eddie Johnson (87.).

Werder: Wiese - Fritz, Mertesacker (56. Boenisch), Prödl, Pasanen, Bargfrede (70. Kroos), Frings (46. Jensen), Borowski (39. Özil), Hunt (46. Marin) - Pizarro (76. Wagner), Almeida (46. Arnautovic).

Das könnte Sie auch interessieren

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Artistisches Abschlusstraining

Artistisches Abschlusstraining

Meistgelesene Artikel

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Nouri: „Ich bin nicht so wichtig“

Nouri: „Ich bin nicht so wichtig“

Kommentare