Kein Befreiungsschlag in Frankfurt – trotz einer 1:0-Führung / Eigentor von Altintop, Fenin gleicht aus

Werder tritt auf der Stelle – 1:1

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Da war die Welt noch in Ordnung: Stürmer Sandro Wagner (Nr. 19) bejubelt die Bremer Führung. Am Ende hieß es in Frankfurt aber nur 1:1.

Aus Frankfurt berichtet Malte Rehnert · Der Befreiungsschlag war schon so nah, doch dann gab’s stattdessen einen kräftigen Hieb in den Nacken: Werder Bremen führte gestern Abend bei Eintracht Frankfurt durch ein Eigentor von Halil Altintop (58.) mit 1:0, musste dann aber spät noch den Ausgleich durch Martin Fenin (83.) schlucken.

Werder verpasste es durch das 1:1 (0:0), sich im Abstiegskampf vorentscheidend abzusetzen und hat mit nun 34 Punkten weiterhin nur einen Zähler Vorsprung auf die Eintracht. Dabei hatte der Tag so verheißungsvoll begonnen. Gegen 8.30 Uhr absolvierte Torjäger Claudio Pizarro in Bremen mit Fitnesscoach Benjamin Kugel einen letzten Belastungstest – und bestand. Um kurz vor zehn checkte der Peruaner, der wegen einer Bänderdehnung im linken Sprunggelenk zehn Tage ausgefallen war, am Bremer Flughafen ein und flog um 10.35 Uhr zu seiner Mannschaft nach Frankfurt. Abends stand Pizarro im Kader – saß aber zunächst auf der Bank. Werder-Coach Thomas Schaaf vertraute somit exakt der gleichen Startelf wie zuletzt beim 1:1 gegen Stuttgart.

Werder: Die Noten

Werder in Noten

Im Angriff begannen erneut Denni Avdic und Sandro Wagner, der sich gleich einige bissige Duelle mit Eintracht-Heißsporn und -Kapitän Maik Franz lieferte. Überhaupt war die Anfangsphase ziemlich nickelig. Schiedsrichter Florian Meyer, der kurzfristig für den erkrankten Felix Brych (München) eingesprungen war, hatte einiges zu tun.

Die Bilder vom Spiel in Frankfurt

Werder trennt sich von Frankfurt 1:1

Nach zehn Minuten gab’s dann die erste Chance – und was für eine für Werder: Nach einem langen Ball von Clemens Fritz verschätzte sich Franz, Wagner war plötzlich frei durch. Doch er traf mit links nur den rechten Pfosten. Nun war wesentlich mehr Schwung drin – und im Blickpunkt standen die beiden Torhüter. Erst ret- tete Wiese klasse mit dem rechten Fuß gegen Theofanis Gekas (18.), auf der anderen Seite drehte Ralf Fährmann einen Kopfball von Marko Marin (!) gerade noch um den Pfosten (21.). Wagner hatte butterweich serviert.

Kurz darauf musste der angeknockte Avdic vom Platz – und schon war das Pizarro-Comeback perfekt. Der 32-Jährige hatte auch gleich eine gefährliche Szene (30.), wurde aber noch abgeblockt. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff war wieder Pizarro da, doch Fährmann parierte. Und den Nachschuss setzte Wagner ans Außennetz. Dazwischen hatte Petri Pasanen getroffen, Meyer aber wegen vermeintlichen Foulspiels von Wagner an Fährmann abgepfiffen. „Das war wieder ein reguläres Tor“, stöhnte Werder-Sportchef Klaus Allofs.

So ging’s vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Arena ohne Treffer in die Pause. Die von Frankfurts neuem Trainer Christoph Daum kurz vor der Partie via Stadion-Interview geäußerte Hoffnung, gleich beim Heimdebüt „ein Fußballfest zu feiern“, erfüllte sich nicht. Sein Team war zwar zwischenzeitlich überlegen, aber nicht zwingend genug. „Uns hat noch die Ruhe gefehlt“, urteilte Allofs in der Halbzeit, „aber insgesamt hatten wir mehr Chancen als Frankfurt und haben es ganz gut gemacht.“

Doch es wurde noch besser: Pizarro schob zwar erst noch knapp vorbei (56.), doch dann schafften die Bremer die Führung. Nach einer Freistoß-Flanke von Mikael Silvestre bugsierte Halil Altintop den Ball – bedrängt von Wagner – ins eigene Netz (58.). Fast wäre der Vorsprung aber umgehend wieder weg gewesen, doch Wiese hatte etwas dagegen. In einer Szene rettete der Werder-Keeper gleich zwei Mal formidabel gegen Gekas (62.) – und zwei Minuten später brachte er den Griechen erneut zur Verzweiflung (64.).

Für den verdienten Frankfurter Ausgleich sorgte schließlich der eingewechselte Fenin per Kopfball nach Flanke von Sebastian Jung. Und kurz vor Schluss bewahrte Wiese Werder sogar vor einer Niederlage, als er erneut parierte – natürlich gegen Gekas. Dass Werder auch im sechsten Bundesliga-Spiel hintereinander ohne Niederlage blieb, war gestern Abend nur ein ganz schwacher Trost.

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