Werder trennt sich vom Teamarzt Dimanski / Beteiligung am Rehazentrum wird geprüft

Dimanski muss gehen, weil die Chemie nicht stimmt

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Dr. Götz Dimanski muss sich nach 23 Jahren von der Werder-Raute verabschieden, der Club setzt auf andere Mediziner.

Bremen - Von Björn Knips. Wenn sich in den vergangenen 23 Jahren ein Werder-Profi verletzt hat, dann war er zur Stelle: Dr. Götz Dimanski. Doch seine Zeit als Bremer Mannschaftsarzt ist abgelaufen. Der Bundesligist hat sich überraschend vom 55-Jährigen getrennt – und gestern die Nachfolger präsentiert: Dr. Philip Heitmann und Dr. Dominik Schwarz sind ab sofort nicht nur für das Nachwuchsleistungszentrum zuständig, sondern auch für die Profis.

Werder handelte das durchaus brisante Thema gestern in einer kurzen Pressemitteilung ab. Darin ist von einer einvernehmlichen Trennung die Rede – und der Club bedankt sich bei Dimanski „für die überzeugende und erfolgreiche sportmedizinische Betreuung“. Eine Begründung für die Entscheidung gegen den langjährigen Mannschaftsarzt fehlt. Und auf Nachfrage erklärte Sportchef Thomas Eichin lediglich: „Wir wollten uns in diesem Bereich einfach neu aufstellen.“ Auch Dimanski wollte sich gestern zu den Hintergründen nicht äußern und verwies auf die Pressemitteilung des Clubs.

Gemeinsam mit seinem Geschäftsführer-Kollegen Klaus Filbry hatte Eichin den Mediziner vor einer Woche endgültig von der Trennung informiert. Werders dritter Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer hatte sich aus der Sache herausgehalten, weil er befangen ist: Sein Sohn Immo arbeitet in einer Gemeinschaftspraxis mit Dimanski-Nachfolger Heitmann.

Hauptgrund für den Mediziner-Wechsel soll das Verhältnis zwischen dem neuen Coach Robin Dutt und Dimanski gewesen sein. Die Chemie habe nicht gestimmt, heißt es im Club. Für diesen Fall war schon vor Jahren ein Sonderkündigungsrecht des Bundesligisten vereinbart worden.

Bei Dutt-Vorgänger Thomas Schaaf hatte Dimanski immer vollstes Vertrauen genossen. Auch in schweren Zeiten wie der Nierenerkrankung von Ivan Klasnic. Der einstige Werder-Profi wirft Dimanski und weiteren Medizinern vor, seine Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt zu haben. Seit fünf Jahren befinden sich beide Parteien im Rechtsstreit. Klasnic verließ Werder damals, Dimanski blieb.

Auch die Kosten sollen bei der Entscheidung gegen Dimanski eine Rolle gespielt haben. Das neue Team ist offenbar günstiger – ein gutes Argument in finanziell schwierigen Zeiten. Und Werder denkt schon über den nächsten Schritt nach: den Verkauf der Beteiligung am Rehazentrum Bremen. Geschäftsführer ist dort ein gewisser Dr. Götz Dimanski. Werder hält 49 Prozent der Anteile, das Klinikum Links der Weser, das über den Klinikverbund Gesundheit Nord der Stadt gehört, den Rest. Interessenten dürfte es geben, schließlich schreibt das Unternehmen mit 125 Mitarbeitern schwarze Zahlen.

Ganz von der Werder- Bildfläche wird Dimanski sicher nicht verschwinden. Die Profis dürfen den Mediziner weiterhin aufsuchen, es gilt die freie Arztwahl. Beim Training und bei Spielen müssen sie sich allerdings an neue Gesichter gewöhnen: Künftig sind Dr. Heitmann (selbstständiger Facharzt für Allgemeine Chirurgie und Unfall-Chirurgie sowie Sportmedizin) oder Dr. Schwarz (Facharzt für Orthopädie und Unfall-Chirurgie an der Klinik in Lilienthal) zur Stelle, wenn es schmerzt.

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