Werder-Trainer Skripnik fordert den Heimsieg über Hannover – egal wie

Reaktion ohne Raffinesse

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Jubel bei Zlatko Junuzovic – ein klares Indiz für ein Heimspiel. Gegen Hannover 96 will Werder Bremen morgen wieder das Heimgesicht zeigen. „Wir wissen, dass wir zu Hause gut spielen können“, sagt der Österreicher.

Bremen - Viktor Skripnik hat eine tolle Heimbilanz. Nur Siege. Hört sich prima an, oder? Allerdings muss einschränkend gesagt werden, dass für den Werder-Trainer bislang erst zwei Bundesliga-Heimspiele in der Vita stehen. Die Ergebnisse: 2:0 gegen Stuttgart, 4:0 gegen Paderbon – macht sechs Punkte und sechs Tore. Optimal bislang.

Aber nichts ist so gut, dass es nicht noch besser werden könnte. So hofft Skripnik im „kleinen Nordderby“ morgen gegen Hannover 96 (15.30 Uhr) auf den dritten Sieg im dritten Heimspiel unter seiner Regie. Er fordert ihn sogar und bedient sich dabei deutlicher Worte.

„Wo wollen wir die Punkte denn holen, wenn wir schon jedes Auswärtsspiel verlieren“, sagt Skripnik, und es klingt hörbar durch, wie sauer er noch über die 2:5-Klatsche bei Eintracht Frankfurt ist. In diesem Spiel hatte sein Team einmal mehr sein Auswärtsgesicht gezeigt – wie zuvor auch beim 0:2 in Hamburg. Mutlos, ideenlos, mit haarsträubenden Fehlern in der Abwehr, insgesamt eine indiskutable Leistung. Skripnik erwartet deshalb gegen Hannover 96 eine Wiedergutmachung. „Ich will eine Reaktion sehen“, sagt er. Wie die aussehen soll? Antwort des Trainers: „Drei Punkte – das reicht mir als Reaktion.“

Über das Wie wird er vielleicht nach dem Spiel sprechen, aber nicht vorher. „Es geht überhaupt nicht um Schönheit und auch nicht um taktische Raffinesse. Hauptsache gewinnen“, erklärt Skripnik, der natürlich weiß: Verliert Werder, reißt für den Tabellenvorletzten der mühsam hergestellte Kontakt zu der Nicht-Abstiegszone möglicherweise noch vor Weihnachten wieder ab. Denn nach Hannover folgen noch die Auswärtspartie bei Borussia Mönchengladbach am Mittwoch und das Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten Borussia Dortmund vier Tage vor Heiligabend.

Es ist ein Jahresendspurt, der es in sich hat. Aber immerhin darf Werder zweimal im eigenen Stadion ran. „Wir müssen unsere Burg verteidigen und in diesen Spielen noch punkten. Das ist in der jetzigen Phase ganz wichtig“, erklärt Sportdirektor Rouven Schröder. Wenn’s nicht klappt, müsste Werder (13 Punkte) wohl als Letzter überwintern. Andererseits: Bis Rang elf sind es auch nur drei Zähler. Diese Perspektive gilt es, ins neue Jahr zu retten – oder vielleicht geht sogar noch ein bisschen mehr, meint Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic: „Natürlich wollen wir uns bis Weihnachten von den Abstiegsrängen entfernt haben. Aber an der Gesamtsituation wird sich bis dahin kaum etwas verändern. Es bleibt eng – so oder so.“

Entspannung unterm Christbaum können sich die Bremer folglich zwar wünschen, werden sie aber selbst bei Siegen nicht wirklich bekommen. Für das kleine Nordderby morgen gegen Hannover 96 hat Viktor Skripnik jedoch ohnehin nicht das große Ganze im Blick, sondern nur diese eine Aufgabe. Werder braucht nach der Auswärtsenttäuschung mal wieder die Kehrtwende. „Wir glauben an uns“, sagt Skripnik. „Ich habe ein gutes Gefühl, bin ganz optimistisch“, meint auch Junuzovic: „Wir wissen, dass wir zu Hause gut spielen können.“ Und Hannover ist im Weserstadion bislang (fast) immer ein dankbarer Gegner gewesen. Von 26 Bundesliga-Duellen gewann 96 nur eins, Werder aber 18. Das ist mal eine Heimbilanz, die ganz uneingeschränkt als toll empfunden werden darf.

csa

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