Werder-Geschäftsführer Fischer rechnet mit einer schnellen Einigung

„Der Trainer kann nur Schaaf heißen“

Gut gelaunt wegen Werder: Klaus-Dieter Fischer macht diese Saison bisher richtig Spaß – und er kennt auch die Gründe für die Wende.

Bremen - Wenn es Werder Bremen nicht gut geht, dann leidet Klaus-Dieter Fischer ganz besonders. Denn nach mehr als 40 Jahren in diversen Ämtern ist der Geschäftsführer und Vereinspräsident in Personalunion mit dem Club verwachsen wie kaum ein anderer.

Umso größer ist seine Erleichterung über die in dieser Saison geschaffte Wende. Das 1:1 in Nürnberg hat ihn total begeistert – vor allem der Teamgeist. Der 70-Jährige blickt im Interview optimistisch in die Zukunft – mit der klaren Forderung, dass Trainer Thomas Schaaf unbedingt bleiben muss.

Herr Fischer, ist Ihnen als „Mr. Werder“ das Herz aufgegangen, als Sie gestern unsere Überschrift „Das Werder-Wir wirkt wieder“ gelesen haben?

Klaus-Dieter Fischer: So etwas lese ich natürlich gerne. Aber ich kann Ihnen versichern: Das Werder-Wir war nie weg. Es ist nur in der öffentlichen Wahrnehmung abhanden gekommen. Nur mit dem Werder-Wir konnten wir die schwierige Phase in der vergangenen Saison überstehen. Die Fans und die führenden Kräfte des Clubs haben immer hinter der sportlichen Leitung und der Mannschaft gestanden.

Aber wo war das Werder-Wir bei der Mannschaft?

Fischer: Sicher, wir haben auch gemerkt, dass es Unruhe in der Mannschaft gab. Aber wir wussten, dass Thomas Schaaf und Klaus Allofs das hinbekommen würden. Eines ist ganz wichtig: Als Geschäftsführung reicht es nicht aus, nur die Nerven zu behalten, sondern man muss auch von seinem Handeln überzeugt sein. Bei uns im Verein ist jeder davon überzeugt, dass Thomas Schaaf der richtige Trainer ist. Wenn der Verein anders denken würde, wäre die letzte Saison prädestiniert dafür gewesen, den Trainer loszuwerden. Aber das war nie ein Thema für uns.

Sind Sie trotzdem froh, dass Thomas Schaaf nun wieder lockerer wirkt als in der vergangenen Spielzeit?

Fischer: Thomas ist der Gleiche geblieben, nur vielleicht in der Öffentlichkeit etwas lockerer geworden. Aber das ist sicher auch den guten Ergebnissen geschuldet. Man ist eben fröhlicher, wenn es gut läuft. Thomas war immer ein akribischer Arbeiter, der auch für Neuerungen offen ist. Deshalb sehe ich da auch überhaupt keine Abnutzungserscheinungen.

Also hoffen Sie, dass Thomas Schaaf seinen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängern wird.

Fischer: Wir haben in der Geschäftsführung besprochen, die Vertragsgespräche mit Thomas Schaaf bald aufzunehmen.

Wann rechnen Sie mit einem Ergebnis?

Fischer: In der Vergangenheit ging das immer recht schnell. Das wäre uns am liebsten, weil schon jetzt die Planungen für die neue Saison beginnen. Da wäre es gut, wenn der Trainer mitwirken könnte. Und unser Trainer kann nur Thomas Schaaf heißen.

Haben Sie keine Angst, dass er nicht verlängert?

Fischer: Ich habe immer gesagt: Thomas Schaaf kann jeden Verein dieser Welt trainieren. Interessenten wird es viele geben. Aber ich bin davon überzeugt, dass Thomas bei uns bleiben wird, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Die da wären?

Fischer: Erstens: Er muss gut und frei arbeiten können. Zweitens: Er muss eine Perspektive sehen, aber die entwickelt sich ja gerade wieder.

Und „Erstens“ wäre erfüllt, wenn auch Schaafs direkter Vorgesetzter, sein seit Jahren kongenialer Partner Klaus Allofs, verlängert?

Fischer: Natürlich wäre es ideal, wenn beide bleiben würden.

Zurück zur Mannschaft: Warum herrscht nun ein besserer Teamgeist?

Fischer: Da ist natürlich Thomas Schaaf die zentrale Figur. Er lebt vor, wie man selbst in schwierigen Situationen ruhig und vernünftig bleibt. Wenn ich höre, dass bei anderen Vereinen bei Fehlern der Spieler gleich mit Geldstrafen hantiert wird – das sind doch Maßnahmen aus dem letzten Jahrhundert. Ich habe aber auch festgestellt: Bei uns hat sich der Umgang im Team verändert.

Können Sie da etwas konkreter werden?

Fischer: Alle sind viel bemühter, kollegial miteinander umzugehen. Die Integration der Neuzugänge hat so gut wie selten zuvor geklappt, weil die Neuen sich sehr engagiert haben, es die Mannschaft aber auch zugelassen hat. Denn alle wussten, wir brauchen Verstärkungen, um wieder erfolgreich zu sein.

Wie hat sich der Weggang von Kapitän Torsten Frings ausgewirkt?

Fischer: Das spielt vielleicht auch eine Rolle. Per Mertesacker und nun Clemens Fritz haben eine andere Art, mit den Mannschaftskameraden umzugehen als Torsten. Die Generation der Spieler, die sich durch ein Auf-den-Tisch-Hauen auszeichneten, gibt es nicht mehr. Das kommt bei den jüngeren Spielern auch nicht mehr so gut an, die sind eher eine ruhigere, fördernde Art gewohnt.

Aber sie können trotzdem kämpfen bis zum Umfallen wie in Nürnberg.

Fischer: Das war wirklich der Wahnsinn. Das war der Beweis dafür, wie diese Truppe zusammengeschweißt ist. Jeder hat wirklich alles gegeben. Genau das erwarten wir auch. Da verzeihen auch die Fans mal ein schlechtes Spiel. Hauptsache, jeder kann sehen, dass man wirklich will. Das war vergangene Saison leider nicht immer der Fall.

Was trauen Sie der Mannschaft zu?

Fischer: Ich wäre zufrieden, wenn wir uns fürs internationale Geschäft qualifizieren könnten. Aber die Frage ist: Haben wir schon die nötige Konstanz? Das Nürnberg-Spiel hat zumindest gezeigt, dass wir den Willen haben. Dieses 1:1 war unglaublich wichtig, um zu demonstrieren: Wir bleiben oben dabei – auch in Unterzahl. n kni

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