Ende der Karriere kein Thema

Bode gibt grünes Licht für „Pizarro wunderbar“

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Claudio Pizarro ist auch abseits des Platzes flott unterwegs. Gestern Morgen eilte er gut gelaunt in die Kabine.

Bremen - Claudio Pizarro wusste sofort Bescheid. „Zwei noch“, verkündete Werder Bremens Stürmer mit ganz breitem Grinsen nach seinem Dreierpack beim 4:1-Coup in Leverkusen. Der 37-Jährige will nun unbedingt Marco Bode einholen, der die Clubrangliste mit 101 Bundesliga-Toren seit November 2001 anführt.

Und der heutige Aufsichtsratschef hat seinem Rekordjäger direkt nach der Partie grünes Licht gegeben: „Ich freue mich wirklich von Herzen über seine Tore. Claudio und ich haben nach dem Spiel schon zusammen über die Geschichte gelacht. Wenn es hilft, die Liga zu halten, dann ist das okay mit dem Rekord. Außerdem ist das Transferfenster ja schon zu…“ Im November hatte Bode nach Pizarros erstem Streich in dieser Saison mit einem Verkauf des Peruaners gedroht. Natürlich aus Spaß. Bode weiß nur zu gut, wie sehr Werder die Tore des Stürmers braucht. In sechs der vergangenen acht Bundesliga-Spiele hat Pizarro immer getroffen – ein Mal doppelt (beim 3:3 gegen Hertha BSC) und nun sogar drei Mal. Einen Rekord hat er sich damit schon geschnappt: Mit 37,4 Jahren ist Pizarro der älteste Dreierpacker der Bundesliga-Geschichte. Bislang führte Manfred Burgsmüller diese Rangliste an. Dem war dieses Kunststück 1986 im Alter von 36,7 Jahren gelungen – im Trikot des SV Werder (7:3 gegen Düsseldorf).

13 Jahre später schnürte Pizarro übrigens seinen ersten Dreierpack im Werder-Dress – beim 7:2 gegen Wolfsburg. Dass ihn solche Momente auch im hohen Alter immer noch tief bewegen, bewies er nach der Partie in Leverkusen: „Ich habe heute einen Hattrick gemacht. Da gehört es sich, den Ball mitzunehmen. Meine Kinder werden sich sicher freuen. Er bekommt einen besonderen Platz.“ Ein Hattrick im deutschen Sinne war es zwar nicht, weil zwischendurch die Leverkusener trafen, trotzdem war so ziemlich jeder in der BayArena schwer beeindruckt vom 37-Jährigen. „Pizza hat Qualitäten, das ist herausragend“, schwärmte Zlatko Junuzovic. Kapitän Clemens Fritz verlieh seinem Teamkollegen das Prädikat „Weltklasse“ und wunderte sich über das 2:0: „Ich war ehrlich erstaunt, wie schnell er nach der Balleroberung Richtung Tor kam.“ Dieses Tempo hätte dem Fußball-Opa kaum noch jemand zugetraut. Fin Bartels machte ihn sogar zum 38-Jährigen, entschuldigte sein Versehen mit einem „Er sieht wie 38 aus, spielt aber wie mit 29“. Für Papy Djilobodji ist Pizarro fußballerisch sogar erst 25 – und der Senegalese war derart beeindruckt von seinem Kollegen, dass er überraschend auf Deutsch jubilierte: „Pizarro wunderbar“.

Pizarros Karriere in Bildern

Im Abstiegskampf ist Pizarro seit Wochen Werders Lebensversicherung. Und dabei könnte er am Samstag ausgerechnet seinen langjährigen Werder-Coach Thomas Schaaf mit Hannover Richtung Zweite Liga schießen. „Das müssen wir machen. Sonst werden wir in der Zweiten Liga spielen“, entschuldigte sich Pizarro schon einmal und gestand: „Natürlich ist es schwierig, Thomas wiederzutreffen – und er braucht Punkte. Aber wir brauchen auch Punkte. Wir müssen jetzt auf uns gucken.“

Schaaf wird es verstehen, trotzdem hatte er gestern einen – nicht ganz ernst gemeinten – Versuch unternommen, seinen Ex-Spieler ein wenig zu bremsen. „Ich freu’ mich, ihn zu sehen. Er ist ein überragender Spieler und ein überragender Mensch. Wir haben sehr viel Spaß und sehr viel Freude zusammen gehabt. Die muss er aber nicht am Samstag haben. Während des Spiels muss er sich mal ein bisschen zurückhalten.“

Werder-Profis nach Leverkusen-Sieg am Stadion

Es wird ein frommer Wunsch bleiben. Denn Pizarro hat nicht nur den Abstiegskampf, sondern auch seinen Vereinsrekord im Kopf. „Vielleicht klappt es schon am Samstag“, sagte er und betonte: „Das würde mir sehr viel bedeuten.“ Und bei 101 Toren muss auch längst noch nicht Schluss sein. Auf den Hinweis, dass er in dieser Form am Saisonende doch nicht aufhören könne, stellte Pizarro umgehend klar: „Ich werde meine Karriere auch nicht beenden.“ Eine Vertragsverlängerung bei Werder ist dabei sehr wahrscheinlich.

kni

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